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Bundesliga

VfL Wolfsburg mit mehr Glück als Verstand: Die Bundesliga hat in dieser Saison keine Relegation verdient – ein Kommentar

Veröffentlicht:

von Justin Kraft

ran Fußball Bundesliga

Bundesliga-Fans bedient: "Frieden des Fußballs bleibt aus"

Videoclip • 02:16 Min


Der VfL Wolfsburg rettet sich am letzten Spieltag in die Relegation. Verdient haben sie diese nach einer schwachen Bundesliga-Saison nicht. Ein Kommentar.

Fast 70 Millionen Euro hat der VfL Wolfsburg im vergangenen Sommer in neue Spieler investiert. Das ist exakt so viel, wie der gesamte Kader des FC St. Pauli laut "transfermarkt.de" wert ist.

Schaut man auf die vergangenen fünf Spielzeiten, kommen die Wölfe auf über 300 Millionen Euro Ausgaben und ein Transferminus von rund 130 Millionen Euro.

Sportlich lassen sich die Investitionen in den Kader schon lange nicht mehr rechtfertigen. Zweimal wurde der VfL Zwölfter, einmal Elfter, einmal Achter und nun drohte sogar der Abstieg in die 2. Bundesliga.

Nur wegen der Ausnahmeregelung bei 50+1 und des Geldes von VW konnte in den vergangenen Jahren kaschiert werden, wie schlecht dieser Klub arbeitet. Nun aber schien es soweit zu sein: Der verdiente Abstieg drohte.

Auf den letzten Metern riss sich der hochkarätig besetzte Kader dann aber doch noch zusammen. Mit ordentlichen Leistungen in den letzten Spielen und einem souveränen 3:1-Erfolg bei St. Pauli rettete sich Wolfsburg in die Relegation.

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VfL Wolfsburg: Nur wenige kamen mit schlechterem Ergebnis in die Relegation

Fakt ist: Verdient haben sie sich diese nicht. Wer mit so vielen Mitteln und Möglichkeiten am Ende einer Saison nur 29 Punkte auf dem Konto hat, sollte absteigen. Nur drei andere Klubs waren seit Wiedereinführung der Relegation in der Saison 2008/09 schlechter als der VfL.

In der vergangenen Spielzeit erreichte der 1. FC Heidenheim den 16. Platz mit ebenfalls 29 Zählern, aber einer leicht schlechteren Tordifferenz. In der Saison 2018/19 reichten dem VfB Stuttgart 28 Punkte, um in die Relegation zu kommen. Und der HSV holte 2013/14 27 Punkte.

Von diesen drei Teams stieg nur der VfB anschließend ab. Fakt ist in dieser Saison aber auch: Heidenheim und St. Pauli haben sich den Abstieg sportlich ebenfalls verdient. Die Heidenheimer wachten viel zu spät auf und bei St. Pauli war die ganze Saison über der Wurm drin.

Allerdings haben beide auch ganz andere Mittel als die Wolfsburger. Es ist das große Glück des VfL, dass 29 Punkte überhaupt reichen, um sich in zwei Zusatzspielen retten zu können.

Und es ist höchst fraglich, ob der Klub wirklich aus dieser Situation lernen wird. Dass nicht wieder einfach nur Geld in die Hand genommen wird, ohne eine wirkliche Idee erkennen zu lassen, wohin die Reise geht.

Dann lieber frischer Wind aus der 2. Bundesliga. Mit Hannover 96 könnte am Sonntag ein altbekanntes Gesicht aufsteigen – oder eben das Niedersachsen-Derby in der Relegation komplettieren.

Gut möglich, dass der VfL Wolfsburg dann das bekommt, was er sich in dieser Saison verdient hat. Wobei beim Blick auf die Vergangenheit schon klar wird, dass der Bundesligist häufig mit einem blauen Auge davonkommt.

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