DFB-Pokal
DFB-Pokal: FC Bayern und VfB Stuttgart drohen heftige Strafen nach Fanprotesten gegen den DFB
Aktualisiert:
von Tobias Wiltschekran Fußball Bundesliga
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Videoclip • 04:20 Min
Während des Pokal-Endspiels kommt es zu einer konzertierten Aktion der Fanlager von Bayern München und des VfB Stuttgart. Der DFB reagiert mit einem Statement. Die Strafen könnten drakonisch ausfallen.
Die Fans des FC Bayern und des VfB Stuttgart nutzten die große Bühne im Berliner Olympiastadion, um gemeinsam gegen den DFB zu protestieren.
Während des Pokal-Endspiels wurde der Deutsche Fußball-Bund zu Beginn der zweiten Halbzeit zunächst mit Sprechchören und auf Plakaten verunglimpft.
In der VfB-Kurve enthüllten die Fans beispielsweise Banner, die sich gegen die baden-württembergische Landespolitik richteten.
"Özdemir, Hagel & Co: Fakten statt Populismus! Verbänden und Polizei entgegentreten!", war darauf zu lesen.
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Fans von Bayern und Stuttgart: "Große Rivalen sind sich einig"
In beiden Fankurven wurde zudem jeweils ein Plakat ausgerollt, auf dem es hieß: "Große Rivalen sind sich einig." Dass dies zeitgleich geschah, ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass es sich um einen vorher geplanten gemeinsamen Protest gegen den DFB handelte.
Dafür spricht auch, dass ein riesiges Banner mit einem durchgestrichenen DFB-Wappen zuvor einmal um den gesamten Unterrang des Stadions wanderte. Auf dem Banner war der Spruch "Kläger, Richter, Henker" zu lesen.
Optischer Höhepunkt des gemeinsamen Protests war dann die Pyroshow aus beiden Fankurven kurz nach dem Führungstor der Bayern durch Harry Kane.
Angesichts der folgenden Rauchentwicklung konnte Schiedsrichter Sven Jablonski die Partie erst nach einigen Minuten wieder anpfeifen. Per Stadiondurchsage wurden Fans mit Augenreizungen oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen aufgefordert, sich an Sanitäter oder medizinisches Personal zu wenden.
Sowohl den Bayern als auch Stuttgart drohen deshalb hohe Geldstrafen. Der "Richtlinie für die Arbeit des DFB-Kontrollausschusses" zufolge erhöhen sich Geldstrafen bei Unterbrechungen zwischen einer und fünf Minuten automatisch um 50 Prozent. Doch schon die Grundsumme hat es in sich.
Pro gezündeter Pyro-Fackel berechnet der DFB bei Bundesligisten rund 1000 Euro. Zusätzliche Strafen für verbotene Banner und weitere Verstöße sind denkbar. Dadurch könnten sich die Gesamtstrafen für Bayern und Stuttgart im sechsstelligen Bereich bewegen.
Protest richtet sich gegen hohe Ticketpreise und Stadionverbote
Der Protest richtete sich gegen die hohen Ticketpreise beim Pokalfinale, bei dem man selbst für Plätze mit Sichtbehinderung bis zu 185 Euro zahlen musste, und Pläne der Innenminister der Länder in Bezug auf eine Verschärfung der Stadionverbotsrichtlinien.
Der DFB reagierte auf die Vorkommnisse auf Anfrage und veröffentlichte folgendes Statement: "Wir freuen uns über eine lebendige Fankultur. Diese darf aber nicht dazu führen, dass die Kurven über Spielunterbrechungen oder gar -abbrüche entscheiden. Alles Weitere werden wir im Nachgang des Pokalfinals beraten und aufarbeiten."
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