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Nach Gewalt gegen minderjährigen Schiedsrichter: 35 Spiele in Thüringen abgesagt

Veröffentlicht:

von ran.de

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Videoclip • 06:09 Min


Nach dem Angriff auf einen minderjährigen Schiedsrichter-Assistenten treten zahlreiche Schiedsrichter in und um die thüringische Stadt Eisenach in den Streik. Die Folge sind flächendeckende Spielabsagen.

In Thüringen wurde beim Kreisoberliga-Spiel zwischen dem EFC 08 Ruhla und dem FC Eisenach ein minderjähriger Schiedsrichter-Assistent von einem Spieler angegriffen und geschlagen.

Daraufhin musste der junge Unparteiische von gerufenen Rettungskräften versorgt werden. Die Begegnung wurde daraufhin abgebrochen.

Dieser schlimme Vorfall hat nun weitreichende Konsequenzen für den Amateurfußball in und um Eisenach. Denn für das kommende Wochenende traten nun zahlreiche Schiedsrichter aus Solidarität mit ihrem verletzten Kollegen in Streik.

Davon sind alle 35 Begegnungen des Wochenendes im Männerbereich in und um Eisenach betroffen, die entsprechend abgesagt wurden.

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Schiedsrichter-Boss Falk reagiert auf Spielabsagen in Thüringen

"Ein erwachsener Spieler hat einen minderjährigen Linienrichter angegriffen. Wir sind jetzt an einem Punkt, an dem Reden nichts mehr hilft. Es muss etwas geschehen", wird Martin Falk, Chef des Schiedsrichterausschusses des KFA Westthüringen, in der "Bild" zitiert.

Und weiter: "Zum Glück waren seine Verletzungen nicht so schlimm, dass sie ihn mitnehmen mussten", ergänzte Falk, "der Schiedsrichter hat dann keine andere Wahl, als das Spiel abzubrechen".

Klare Worte fand Falk als Reaktion zur Aussage von Eisenach Präsidenten Daniel Rudloff. Dieser sagte der Thüringischen Landeszeitung (TLZ): "Ohne diese Rote Karte passiert das alles nicht!" Eine Schilderung, die Falk fassungslos macht: "Diese Aussage ist zynisch, im Prinzip eine Verharmlosung der Tat sowie eine Täter-Opfer-Umkehr".

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Falk über Gewalt im Amateurfußball: "Hemmschwelle ist gesunken"

Den Grund für die erhöhte Anzahl an gewalttätigen Vorkommnissen im Amateurfußball sieht Schiedsrichter-Chef Falk in der gesellschaftlichen Entwicklung.

"Das, was da passiert, ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Auf den Plätzen stehen alle – vom Anwalt und Oberarzt bis zum Hartz-4-Empfänger. Die Verrohung, die wir in der Politik merken, in der Kultur, die macht ja vor dem Fußball nicht Halt", betonte Falk: "Das Klima ist gereizter, die Menschen unzufriedener. Dazu ist die Hemmschwelle gesunken. Auf dem Platz kanalisiert sich das dann an dem einzigen Menschen, der Entscheidungen trifft. Und das ist der Schiedsrichter".

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