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DFB-Team und U21: Die deutschen Mittelstürmer im Check - das Ranking mit Havertz, Woltemade, Tresoldi und Co.

Veröffentlicht:

von Chris Lugert, Tobias Wiltschek

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DFB-Elf ohne Kimmich besser? Klopp reagiert schlagfertig

Videoclip • 01:55 Min


Der deutsche Fußball sucht seinen neuen Super-Neuner. In der aktuellen Länderspielphase konnten sich sowohl in der A-Nationalmannschaft als auch in der U21 bereits mehrere Kandidaten zeigen - mit unterschiedlichem Ausgang. ran beleuchtet die Leistungen genauer und rankt die Kandidaten.

An großartigen Mittelstürmern mangelte es dem deutschen Fußball über Jahrzehnte eigentlich nie. Ob Gerd Müller, Karl-Heinz Rummenigge, Klaus Allofs, Jürgen Klinsmann, Rudi Völler oder Miroslav Klose - sie alle schossen Tore im Überfluss im Trikot der deutschen Nationalmannschaft.

Doch die Dichte an herausragenden Neunern hat in den vergangenen Jahren spürbar abgenommen. Zwischendurch sprang auch der DFB auf den Zug der "falschen Neun" auf, in der Ausbildung wurde das Profil des klassischen Knipsers vernachlässigt oder nur noch stiefmütterlich behandelt.

Inzwischen aber gibt es zumindest quantitativ wieder einiges an Auswahl für den neuen Bundestrainer Jürgen Klopp. Vier Mittelstürmer nominierte er für seine beiden insgesamt 44 Mann starken Kader, außerdem hat auch die U21 noch ein interessantes Trio in der Hinterhand.

Sie alle sammelten in den jüngsten Länderspielen Einsatzminuten. Wer konnte dabei überzeugen und seine Position stärken? Wer hat das Zeug dazu, in den kommenden Jahren die A-Lösung im Sturmzentrum des DFB-Teams zu sein? ran rankt die sieben Angreifer.

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7. Dzenan Pejcinovic (U21; VfB Stuttgart)

Besser hätte der Start in die Pflichtspielsaison für Dzenan Pejcinovic kaum laufen können. Gleich in seinem ersten Spiel für den VfB Stuttgart im DFB-Pokal beim Drittligisten Hansa Rostock erzielte er einen Dreierpack. Es blieben aber seine bislang einzigen Treffer im Trikot der Schwaben.

In der U21 von Trainer Antonio di Salvo hat der 21-Jährige dennoch einen festen Platz, in beiden EM-Qualifikationsspielen in Lettland und auf Malta stand er in der Startelf. Allerdings einmal als hängende Spitze rund um Nicolo Tresoldi und einmal als Rechtsaußen, nicht als echter Neuner.

Dabei blieb er ohne Torerfolg, spielte jedoch mannschaftsdienlich und schaffte Räume. Außerdem kreierte er gute Pressingaktionen. Um perspektivisch wirklich eine große Rolle in der A-Nationalmannschaft spielen zu können, braucht er allerdings zwingend mehr Tore.

6. Younes Ebnoutalib (A-Nationalmannschaft; Eintracht Frankfurt)

Younes Ebnoutalib war einer der Profiteure von Klopps revolutionärer Herangehensweise mit zwei Kadern. Der Frankfurter wurde erstmals nominiert und feierte beim 1:1 im Auswärtsspiel in den Niederlanden als Joker sein DFB-Debüt. Bei der Niederlage gegen Griechenland durfte er sogar von Beginn an ran und ersetzt den verletzten Kai Havertz.

Gegen die Niederlande brachte der 23-Jährige direkt Schwung und hatte kurz nach seiner Einwechslung bereits eine gute Chance. Er setzte seine 1,91 Meter gut ein und konnte mit seiner physischen Präsenz auch einen Virgil van Dijk vor Probleme stellen.

Gegen Griechenland hatte Ebnoutalib einen schweren Stand. Er war der Leidtragende vom behäbigen deutschen Offensivspiel, das kaum den Weg in den Strafraum fand. Zwei eher ungefährliche Torschüsse und nur 25 Ballaktionen sprechen eine deutliche Sprache.

Dennoch dürfte der gebürtige Frankfurter auch künftig eine Rolle in den Planungen von Klopp spielen. Bei der Eintracht ist er unter Trainer Adi Hütter gesetzt und trifft zuverlässig. Mit 23 Jahren ist er zudem in einem Alter, in dem seine Entwicklung womöglich noch nicht zu Ende ist.

Younes Ebnoutalib absolvierte unter Klopp seine ersten beiden Länderspiele für Deutschland

Bild: Kirchner-Media


5. Jonathan Burkardt (A-Nationalmannschaft; Eintracht Frankfurt)

Bei Ebnoutalibs Vereinskollegen Jonathan Burkardt ist die Lage recht ähnlich. Auch er ist im Klub gesetzt, weil Hütter mit einer Doppelspitze agieren lässt. Und auch Burkardt hat in dieser Saison schon mehrere Treffer erzielt. Aber ist im Nationalteam wirklich Platz für beide Frankfurter?

Was aktuell für Burkardt spricht, ist seine größere Erfahrung sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Bühne. Über 160 Bundesligaspiele für Mainz 05 und die Eintracht, dazu fünf Einsätze in der Champions League. Eigentlich sollte er im zweiten Kader des DFB-Teams für die aktuelle Periode stehen, wurde dann aber schon für das erste Griechenland-Spiel für Havertz nachnominiert.

Klopp setzte Burkardt zweimal als Joker ein, Eigenwerbung konnte er dabei aber nicht betreiben. Sowohl in den gut 25 Minuten gegen Griechenland als auch in der Viertelstunde gegen Serbien blieb er weitestgehend blass und ohne Einfluss aufs Spiel. Dass er in diesem Ranking vor Ebnoutalib liegt, kann daher als Momentaufnahme verstanden werden, die sich schnell ändern kann.

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4. Nick Woltemade (A-Nationalmannschaft; Juventus Turin)

Es lief schon einmal besser für Nick Woltemade. Vor gut einem Jahr eroberte er mit starken Leistungen bei Newcastle United die Premier League im Sturm, inzwischen ist er Joker bei Juventus Turin. Klopp hätte durchaus genug Argumente finden können, auf den Angreifer zu verzichten.

Doch er berief Woltemade nicht nur in seinen Kader, sondern brachte ihn gegen Serbien von Beginn an. Zwar gelang dem großen Blonden trotz einer fast hundertprozentigen Chance wieder kein Tor. Aber er war sehr fleißig, setzte immer wieder nach und sorgte allein mit seiner Präsenz im Angriffsdrittel für Gefahr.

Dennoch: Wenn der 24-Jährige langfristig in der Sturmspitze den Stammplatz beanspruchen will, muss er seine Kernkompetenz wieder häufiger nachweisen: Und das sind nun mal Tore.

3. Paris Brunner (U21; AS Monaco)

So ein bisschen schien Paris Brunner nach seinem Abschied von Borussia Dortmund vor zwei Jahren in Vergessenheit zu geraten. Dann aber tauchte er zu Beginn dieser Saison wieder auf dem Radar auf - und wie! In den ersten fünf Ligaspielen erzielte der 20-Jährige für seinen Klub AS Monaco vier Treffer.

Auch in der U21 stellte er seine unglaubliche Frühform in dieser Saison unter Beweis. Gleich bei seinem Debüt für das Team von Antonio Di Salvo traf er in Lettland per Doppelpack.

Seinem ersten A-Länderspiel für Deutschland stehen allerdings noch zwei Hindernisse im Weg. Erstens dürfen ihm solche Ausraster wie die "Kopf-ab-Geste" im Spiel gegen Straßburg nicht mehr passieren. Zweitens muss er sich überhaupt erst einmal dafür entscheiden, auch A-Länderspiele für den DFB zu bestreiten. Noch hätte er auch die Möglichkeit, für die DR Kongo aufzulaufen - dem Geburtsland seiner Mutter.

Paris Brunner bejubelt seinen Debüttreffer für die U21

Bild: picture-alliance/dpa/SID/Oksana Dzadan


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2. Nicolo Tresoldi (U21; FC Brügge)

Selbe Position, gleiches Problem: Auch Nicolo Tresoldi hat sich noch nicht entschieden, für welche A-Nationalmannschaft er auflaufen will. Der in Cagliari geborene Stürmer hat auch die Möglichkeit, für Italien zu spielen.

Bislang war er ausschließlich für deutsche U-Auswahlmannschaften aufgelaufen. So richtig empfohlen hat er sich aber erst in der vergangenen Saison, als er für den FC Brügge und die deutsche U21 Tore am Fließband erzielte.

Auch in dieser Spielzeit überzeugt der 22-Jährige mit Toren. Allein vier Treffer hat er in den letzten beiden EM-Qualifikationsspielen gegen Lettland und Malta erzielt. Darüber hinaus macht er einen deutlichen reiferen Eindruck als der zwei Jahre jüngere Brunner.

1. Kai Havertz (A-Nationalmannschaft; FC Arsenal)

Die größten Chancen, sich bei Jürgen Klopp als Sturmspitze zu etablieren, hat Kai Havertz. Daran ändert zumindest vorerst auch seine Verletzung nichts, die er sich im Auftaktspiel zur Nations League gegen die Niederlande zugezogen hat.

Er ist momentan nicht nur der erfahrenste, sondern auch vielfältigste Stürmer im deutschen Aufgebot. Kopfballstark, beidfüßig und mit einer besonderen Intelligenz im und um den gegnerischen Strafraum ausgestattet, verkörpert der gebürtige Aachener im DFB-Team am besten den modernen Stürmertypen.

Sollte der Profi des FC Arsenal bis zu den Länderspielen im November wieder fit werden, ist er für Klopp aller Voraussicht nach auf wieder die erste Wahl im Sturmzentrum.

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