Fußball
Herzschlag-Drama in Schottland: Heart of Midlothian und Celtic Glasgow liefern sich Titel-Showdown
Veröffentlicht:
von Kai Esserran Fußball
Celtic Glasgow: Unglaubliches Meister-Drama im Video
Videoclip • 06:09 Min
Der spannendste Titelkampf Europas findet in dieser Saison wohl in Schottland statt. Heart of Midlothian kann eine jahrzehntelange Dominanz durchbrechen. Das Drama gipfelt in VAR-Absurditäten und dem Showdown am letzten Spieltag.
Seit der Saison 1984/85 hat kein Klub außerhalb des "Old Firm" die schottische Meisterschaft gewonnen. Damals war es der FC Aberdeen unter Alex Ferguson – seither haben Celtic Glasgow und die Glasgow Rangers alle 40 Titel unter sich aufgeteilt.
66 Jahre lang wartet Heart of Midlothian aus Edinburgh auf jenen Meistertitel. Am kommenden Samstag (ab 13:30 Uhr im Liveticker) könnte die lange Durststrecke enden - vorausgesetzt, die Hearts können beim direkten Duell bei Celtic bestehen. Einen Punkt liegen sie vor dem großen Rivalen.
Was allerdings wie ein vorentschiedenes Rennen aussah, wurde durch einen umstrittenen VAR-Elfmeter in der Nachspielzeit des vorletzten Spieltags noch einmal aufgebrochen.
Sollte dem Klub aus Edinburgh am Samstag der Titelgewinn gelingen, wäre es nicht nur die erste Hearts-Meisterschaft seit einer Generation. Es wäre auch das Ende einer der längsten Dominanzphasen im europäischen Vereinsfußball.
Die nächsten Livestreams auf Joyn
Bald verfügbarHeute, 15:45 Uhr • Eishockey
WM: Finnland-Deutschland im Livestream
195 Min
Bald verfügbarHeute, 15:45 Uhr • Eishockey
WM: Finnland-Deutschland im Livestream
195 Min
Meisterschaft in Schottland: VAR-Drama beim Celtic-Spiel
Die Mannschaft von Trainer Derek McInnes führt die Liga seit September an und hat in dieser Saison kein einziges Heimspiel verloren. Zweimal bezwang das Team aus Edinburgh seinen Erzrivalen Celtic – 3:1 am 26. Oktober und 2:1 am 7. Dezember im Celtic Park. Die Ausgangslage schien komfortabel.
Dann aber kam der vorletzte Spieltag. Die Hearts erledigten ihre Hausaufgaben ohne Mühe: Ein 3:0 gegen Falkirk brachte 80 Punkte und eine makellose Heimbilanz, die erste Saison ohne Heimniederlage seit 1986.
Gleichzeitig reichte es bei Celtic im Auswärtsspiel gegen Motherwell bis zur Nachspielzeit nur zu einem 2:2.
Die Hearts hätten die Meisterschaft fast schon feiern können, Celtic hätte bei diesem Ergebnis am letzten Spieltag drei Punkte sowie einen Rückstand von sechs Treffern in der Tordifferenz aufholen müssen.
Doch dann die 98. Spielminute: VAR-Assistent Andrew Dallas forderte Referee John Beaton auf, sich eine mögliche Handspielszene von Motherwells Sam Nicholson am Monitor anzusehen. Zum Entsetzen aller Beteiligten wurde tatsächlich auf Handspiel entschieden. Kelechi Iheanacho traf vom Punkt zum 3:2, es war der letzte Ballkontakt des Spiels nach 99 Minuten Spielzeit.
Mehr Fußball-Videos
Nachspielzeit-Krimi in Motherwell: Auch Hearts schäumen vor Wut
Hearts-Coach McInnes nannte die Entscheidung im Nachgang schlicht "widerlich".
Motherwells Trainer Jens Berthel Askou war nicht weniger deutlich: "Ich dachte, ich hätte in meiner Karriere schon alles gesehen, aber offensichtlich nicht. Es ist schockierend, eine Schande für den Sport."
Und Celtic-Coach Martin O'Neill? Der sah es naturgemäß anders und richtete den Blick sofort auf den letzten Spieltag: "Wir müssen gewinnen, die Hearts nicht. Das ist eine Herausforderung."
Am Samstag empfängt Celtic das Team aus Edinburgh im Celtic Park zum absoluten Titel-Showdown. Celtic braucht einen Sieg, um den Titel zu verteidigen, den Gästen reicht ein Unentschieden.
Alexander Schwolow mittendrin: Der ruhige Rekordmann
Inmitten der aufgeheizten Stimmung rund um das Saisonfinale wirkt einer besonders gefasst: Alexander Schwolow, Torhüter der Hearts.
Der 33-jährige Wiesbadener ist die Geschichte hinter der Geschichte dieser Saison. Über 200 Bundesliga-Einsätze für den SC Freiburg, Hertha BSC, Schalke 04 und Union Berlin stehen in seiner Vita. Mit den "Eisernen" spielte er sogar in der Champions League.
Im vergangenen Sommer wechselte er ablösefrei nach Edinburgh, als die Verletzungsnot groß war.
Seine ersten vier Spiele? Alle mit weißer Weste, das gelang einem Hearts-Keeper zuvor noch nie. Beinahe typisch für ihn: Als er von der Rekordserie erfuhr, gab er sich unbeeindruckt. "Ich wusste gar nichts davon. Ich versuche einfach, im nächsten Spiel wieder sauber zu halten." Es ist diese Demut, gepaart mit individueller Klasse, die den Klub aktuell vor den Dominatoren aus Glasgow in der Tabelle platziert.
Was ihm in Edinburgh besonders aufgefallen ist, hat er selbst beschrieben: "Die Fans haben uns auch dann unterstützt, wenn wir nicht unser bestes Spiel gemacht haben. Sie haben nie aufgehört zu glauben, das spürt man als Spieler auf dem Platz wirklich."
Trainer McInnes schwärmt von seinem Keeper: "Alexander ist ein qualitativ hochwertiger Torhüter." Die Wertschätzung, die es in Deutschland nur selten gab, erfährt der 33-Jährige nun in Schottland.
Heart of Midlothian: Die Chance, sich unsterblich zu machen
Die Ausgangslage ist klar – und Hauptübungsleiter McInnes will seinen Spielern genau das mit auf den Weg geben: "Du bekommst vielleicht nur einmal eine solche Chance", machte er keinen Hehl aus dem Druck vor dem Showdown.
"Gib alles und schau, wohin es dich führt." Was wie eine Phrase aus einem Videospiel für Kinder klingt, könnte allerdings nicht zutreffender sein.
Denn für einen Klub, der zuletzt 1960 Meister war und seitdem fünfmal als Vizemeister leer ausging, ist das beim besten Willen keine Übertreibung.
Mehr Fußball-News

WM
WM 2026: Die Eröffnungsfeier im Free-TV und im kostenlosen Livestream auf Joyn - alle Informationen

Bundesliga
Bundesliga live: 34. Spieltag im TV, Stream und Liveticker

WM
WM: USA erlässt Teilnehmern Visumskaution

Bundesliga
Relegation, Aufstieg und Abstieg: Funkel macht den großen ran-Check

WM
WM 2026 im Free-TV: ARD und ZDF haben die TV-Rechte - viele Spiele sind trotzdem nicht frei zu sehen

WM
WM 2026: Bayern-Stars führen Frankreich-Kader an




