WM 2026
DFB-Team: Nicht nur Undav! Diese Bankdrücker könnten noch eine wichtige Rolle einnehmen
Veröffentlicht:
von Justin Kraftran Fußball
WM 2026: Rotation gegen Ecuador: Nagelsmann antwortet deutlich
Videoclip • 01:59 Min
Das DFB-Team profitierte beim Einzug in die K.o.-Phase von Jokertoren. Welche Spieler aus der zweiten Reihe könnten dort entscheidend werden?
Acht Spieler kamen bei der WM 2026 bisher nicht für Deutschland zum Einsatz. Sieben weitere haben weniger als 70 Minuten gesammelt. Und dann gibt es noch die bisherige Stammelf.
Das DFB-Team hat sich mit zwei Siegen den vorzeitigen Gruppensieg gesichert und befindet sich nun in der komfortablen Situation, das letzte Spiel gegen Ecuador (ab 22 Uhr im kostenlosen Livestream auf Joyn) taktisch zu nutzen. Julian Nagelsmann kann rotieren, er kann sich natürlich auch für Rhythmus und Beständigkeit entscheiden.
Doch mit Blick auf die K.o.-Phase muss er abwägen: Stammspieler wie Jamal Musiala, Florian Wirtz und Aleksandar Pavlovic könnten womöglich auch gegen Ecuador starten, weil der Bundestrainer ihnen damit die Möglichkeit geben würde, noch besser in Form zu kommen.
Andere bekommen vielleicht eine Pause, damit die Ersatzspieler bei Laune gehalten werden können. Und wieder andere könnten noch in den Fokus rücken, obwohl sie bisher so gut wie gar keine Rolle gespielt haben. Aber wer könnte das sein? ran macht den Check.
Rüdiger und Co.: Sehr gute Chancen auf mehr Minuten für das DFB-Team
Natürlich ist Antonio Rüdiger hier als Erstes zu nennen. Der Innenverteidiger von Real Madrid wird den verletzten Nico Schlotterbeck ersetzen. Darüber hinaus haben auch die beiden Joker Deniz Undav und Nadiem Amiri Chancen, zumindest erst mal gegen Ecuador das Minutenkonto anzuheben.
Überzeugen sie dort erneut, bringen sie den Bundestrainer vielleicht zum Umdenken. Gerade Undav spürt einen großen Rückhalt unter den Fans. Dass eine solche Dynamik schnell mal entstehen kann, zeigte sich beispielsweise bei der WM 2014, als viele in Deutschland gefordert hatten, Philipp Lahm wieder rechts hinten einzusetzen.
Inwiefern sich Joachim Löw damals von außen beeinflussen ließ, sei mal dahingestellt. Verletzungen und der Genesungsprozess seiner eigentlichen Doppelsechs aus Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira trugen sicher dazu bei. Trotzdem schien diese Entscheidung die Euphorie im eigenen Land noch mal anzuheben.
Warum also nicht Undav? Nagelsmann wird in den kommenden Tagen entscheiden müssen, ob er den Stuttgarter eher von Anfang an braucht oder weiterhin als Top-Option von der Bank.
David Raum, der seinen Stammplatz an Nathaniel Brown verloren hat, darf zumindest gegen Ecuador anstelle des angeschlagenen Frankfurters starten. Da Brown seine Sache bislang zur Zufriedenheit des Bundestrainers gemacht hat, dürfte der Leipziger ihn kaum aus der Stammelf verdrängen. Allerdings muss sich auch erst zeigen, wie schnell der Deutsch-Amerikaner seine Adduktorenbeschwerden überwindet.
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Gute Chancen auf mehr Einsätze: Verdrängt Leweling noch Sane?
Jamie Leweling war der dritte Joker, den Nagelsmann recht früh gegen die Elfenbeinküste einwechselte. Auch er wird sehr wahrscheinlich gegen Ecuador eine weitere Chance erhalten. Die muss er aber besser nutzen als im zweiten Gruppenspiel. Dort fiel er deutlich ab und stellte kein wirkliches Upgrade zu Leroy Sane dar.
Kann er gegen Ecuador aber überzeugen, wäre es eine logische Entscheidung, ihn auch im Sechzehntelfinale aufzustellen. Denn Sane fiel bisher auch nicht durch überragende Leistungen auf.
Und dann ist da auch noch Leon Goretzka. Bisher hat der 31-Jährige nur 22 Minuten gesammelt. In der K.o.-Phase könnten seine Dynamik und seine Physis gegen den Ball aber mehr gefragt sein. Nagelsmann ist bekannt dafür, seine Ausrichtung an den Gegner anzupassen. Bei der EM 2024 brachte er überraschend Emre Can gegen Spanien, um die Defensive zu stärken.
Wirklich aufgegangen ist der Kniff nicht, aber vielleicht hat der Bundestrainer in diesem Jahr mit einem Goretzka-Kniff mehr Glück. Ein potenzielles Achtelfinale gegen Frankreich könnte der Anlass sein, das eigene taktische Konzept mindestens leicht anzupassen.
Exakt hier wittert auch Waldemar Anton seine Chance. Immerhin sieben Minuten bekam er schon bei dieser WM. Dass Nagelsmann auch Rüdiger gegen Curação einiges an Spielzeit gab, obwohl Schlotterbeck da noch fit war, deutet vielleicht auf einen möglichen Plan hin. Will das Trainerteam der Traumoffensive von Frankreich im Falle eines Duells eine Dreierkette entgegenstellen? Anton wäre jetzt ein Kandidat dafür.
Wann zieht Nagelsmann den Beier-Joker? Diese Außenseiter haben Chancen
Unter den weiteren Spielern sieht es jetzt erstmal so aus, als gäbe es keinen weiteren Kandidaten mehr für viel Einsatzzeit. Aber zwei gibt es da doch noch. Mit Blick auf Duelle, in denen Deutschland weniger Ballbesitz haben wird, ist Maximilian Beier eine echte Option.
Der Dortmunder spielte bisher keine einzige Minute. Aber mit seinem Tempo, seiner Aggressivität und seinem Riecher für die richtigen Räume kann er zwei Probleme adressieren, die das DFB-Team bisher hatte: Da wäre auf der einen Seite das Pressing, das mitunter etwas zu unsauber wirkte. Beier ist ein oft unterschätzter Pressingspieler, könnte hier fast Müller-esque einen wichtigen Unterschied machen.
Andererseits ist er ein sehr guter Umschaltspieler. Wenn die Deutschen gegen Frankreich etwas tiefer verteidigen müssen, hätten sie mit ihm einen "Läufer", der die Tiefe nutzen kann.
Der zweite Spieler ist Nick Woltemade. Sein sehr technisches Profil könnte in der K.o.-Phase beispielsweise wichtig sein, um einen Gegner in dessen Hälfte zu binden und dort Bälle festzumachen. Allerdings hat der ehemalige Stuttgarter bisher keine einzige Minute gesammelt und seine Form war in dieser Saison überschaubar.
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Stiller Begleiter: Eher keine Chance auf nennenswerte Einsätze für Deutschland
Eher keine Chance haben derweil die restlichen Spieler. Zumindest nicht, wenn alle fit bleiben. Angelo Stiller wäre ein natürlicher Ersatz für Aleksandar Pavlovic, Oliver Baumann ist die klare Nummer zwei hinter Manuel Neuer und Malick Thiaw lauert auf sich ergebende Chancen in der Innenverteidigung.
Bleiben jetzt alle Spieler fit, werden sie aber wohl kaum zum Einsatz kommen. Ein etwas verkopftes, aber zumindest interessantes Gedankenspiel bietet sich rund um Pascal Groß an. Wenn Nagelsmann doch noch Zweifel daran bekommen sollte, dass Joshua Kimmich rechts hinten am besten aufgehoben ist, wäre Groß ein Spieler, der die Rolle des Bayern-Stars nahezu komplett genauso spielen kann – wenn auch mit etwas weniger Qualität.
Nagelsmann hat durchaus Optionen. Aber vielleicht ist eine Erkenntnis aus der Europameisterschaft 2024 für ihn auch, dass er nicht allzu viel umbauen sollte. Schließlich liefen die ersten beiden Gruppenspiele trotz einiger Probleme sehr gut.
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