Fußball
Jürgen Klopp sucht DFB-Torwart: Gegen Serbien bekommt ter Stegens Konkurrent eine Chance
Aktualisiert:
von ran.deran Fußball
DFB: So kann Jeltsch Jürgen Klopp helfen
Videoclip • 02:00 Min
Bundestrainer Jürgen Klopp hat Marc-Andre ter Stegen zur Nummer eins erklärt. Doch nach dessen durchwachsenem Auftritt gegen die Niederlande bekommen in der Nations-League nun drei weitere Keeper ihre Chance. Ob sie mit Top-Leistungen vielleicht doch an ter Stegens Stuhl sägen? ran stellt die möglichen Erben vor.
Jürgen Klopp hat sich zunächst festgelegt: Marc-Andre ter Stegen ist die Nummer eins im deutschen Tor. Daran dürfte auch sein nicht ganz fehlerfreier Auftritt beim Nations-League-Spiel gegen die Niederlande nichts ändern. Noch nicht?!
Bei seinem ersten Länderspiel seit 15 Monaten leistete sich der 34-Jährige einige ungewohnte Unsicherheiten. Ter Stegen spielte mehrfach wilde Fehlpässe und flog gleich mehrfach unter Bällen durch. Auf der anderen Seite zeigte der Routinier, der seit Sommer per Leihe für Ajax Amsterdam aufläuft, aber auch fünf herausragende Paraden und verhinderte damit mehrfach einen Gegentreffer (ran-Note: 3).
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Andreas Köpke hält viel von Alexander Nübel
Eine erste Gelegenheit, sich hinter ter Stegen zu zeigen, bekam Alexander Nübel im zweiten Nations-League-Spiel gegen Griechenland. Klopp wechselte wie angekündigt im Tor und gab dem Besiktas-Keeper seine Chance.
Beim 0:1 konnte sich Nübel allerdings kaum auszeichnen. Beim entscheidenden Gegentreffer war der 29-Jährige machtlos, einen Fehler leistete er sich nicht.
Andreas Köpke hält von ter Stegens Hauptkonkurrent viel. "Mit Alex Nübel sind in Istanbul im Moment alle glücklich. Bei ihm ist Konstanz das Thema - wenn er die reinbekommt, ist er für mich immer noch ein Kandidat", sagte er.
Pause für ter Stegen und Nübel: Es gibt ein Debüt im Tor
Bei den kommenden beiden Nations-League-Spielen gegen Serbien (Donnerstag, 1. Oktober, ab 20:45 Uhr im kostenlosen Livestream bei Joyn) und in Griechenland (Sonntag, 4. Oktober, ab 20:45 im Liveticker) bekommen nun die nächsten Kandidaten ihre Chance.
Für den zweiten Länderspielblock hat Klopp mit Jonas Urbig, Noah Atubolu und Finn Dahmen gleich drei Torhüter nominiert, die bislang kein A-Länderspiel absolviert haben. Damit steht schon vor dem Spiel am Donnerstag fest: Es wird ein Debüt im deutschen Tor geben.
Als Nummer zwei der Bayern hinter Manuel Neuer hat dabei Urbig sicher die besten Karten - zumal er am Mittwochabend (18.00 Uhr) neben Bundestrainer Klopp die Abschluss-Pressekonferenz in München bestreiten wird. Das galt in der Vergangenheit bei wenigen Ausnahmen meist als Indiz für einen Startelfeinsatz.
Torwart-Legende Sepp Maier warnt jedoch davor, den 23-Jährigen zu früh hochzujubeln.
Maier warnt vor verfrühtem Urbig-Hype
"Der Hype um Urbig ist mir zu viel", so der 82-Jährige in der "Abendzeitung". "Nicht, weil ich den Jungen nicht gut finde - im Gegenteil. Er hat riesiges Talent. Aber mir geht das alles viel zu schnell."
Ein paar gute Spiele machen keinen Keeper zur Nummer eins im DFB-Tor, ist Maier überzeugt. "Lasst ihn doch erst einmal beim FC Bayern die Nummer eins werden."
Urbig müsse Erfahrungen sammeln, Fehler machen und in der Champions League zeigen, dass er auch nach einem schlechten Spiel wieder auf höchstem Niveau spiele. "Nationaltorwart wird man nicht aufgrund einer Prognose", so Maier.
Auch wenn Klopp keine Torwartdiskussion ausgerufen hat - warum sollte nicht einer der drei Neulinge die Gunst der Stunde nutzen und sich als ernsthafte Alternative empfehlen?
ran stellt die weiteren DFB-Keeper noch einmal im Überblick vor.
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Noah Atubolu (Eintracht Frankfurt): Mit Elfmeterrekord zum DFB-Team
Noah Atubolu hatte kurz vor der Kadernominierung ein weiteres sportliches Argument geliefert. Beim 3:1 von Eintracht Frankfurt beim 1. FSV Mainz 05 parierte er seinen sechsten Bundesliga-Elfmeter in Folge.
Damit baute der 24-Jährige seinen eigenen Ligarekord aus. Nach dem Wechsel vom Sport-Club Freiburg nach Frankfurt steht er regelmäßig zwischen den Pfosten.
Atubolu verbindet Bundesliga-Praxis mit Entwicklungspotenzial. Seine Elfmeterstärke ist dabei ein zusätzliches Argument. Auch deshalb gehört er zum Klopp-Kader.
Jonas Urbig (FC Bayern München): Kompany sieht ihn als deutsche Nummer eins
Jonas Urbig war bei der Weltmeisterschaft als Trainingstorhüter dabei und kennt das Umfeld der Nationalmannschaft bereits.
Beim FC Bayern München steht weiterhin Manuel Neuer vor dem 23-Jährigen. Zuletzt durfte Urbig allerdings beim Bundesliga-Auswärtsspiel in Elversberg beginnen. Auch im DFB-Pokal beim VfL Osnabrück hatte er gespielt. Die Einladung und der behutsame Aufbau hinter einem erfahrenen Stammtorhüter passen gut zusammen.
Urbig wird nach Ansicht seines Vereinstrainers Vincent Kompany in absehbarer Zukunft Stammtorhüter der deutschen Nationalmannschaft werden. "Wenn einer glaubt, dass er nicht irgendwann die Nummer eins wird, der macht einen großen Fehler. Der Junge wird irgendwann die Nummer eins sein, aber das wird Jürgen Klopp entscheiden, ob das in einem oder fünf Jahren ist", sagte der Trainer des FC Bayern nach der Nominierung der beiden DFB-Kader durch den neuen Bundestrainer.
Es spiele keine Rolle, dass Urbig derzeit im Verein nur die Nummer zwei sei, erläuterte Kompany. "Man muss auch bei der Nationalmannschaft für die Zukunft planen", sagte er. Die Berufung des 23-Jährigen nannte er daher "eine vernünftige, stabile Entscheidung. Ich würde es genauso machen. Man muss als Land sein eigenes Talent auch ein bisschen schützen und weiterentwickeln."
Manuel Neuers Vertreter durfte kurz vor der ersten Klopp-Nominierung gegen die SV Elversberg im Tor stehen
Bild: Jan Huebner
Finn Dahmen (FC Augsburg): Weiter auf gutem Niveau in der Bundesliga
Finn Dahmen setzte zuletzt seinen starken Saisonstart fort. Nach dem 3:0 gegen Schalke 04 und dem 4:1 bei Eintracht Frankfurt kassierte er beim 2:2 gegen Bayer Leverkusen zwar zwei Gegentore, war dabei allerdings machtlos.
Dabei zeigte Dahmen einmal mehr eine Glanzparade, als er einen Ball von Leverkusens Fernandez stark abwehrte und so den Augsburger Bundesliga-Startrekord von sieben Punkten aus drei Spielen festhielt.
Dahmen hat sich so in den DFB-Kader gespielt. Dabei wird er über die komplette Zeit seine Chance bekommen, sich zu zeigen, wie Klopp ankündigte.
Der Torhüter überzeugte gegen Schalke vor den Augen von Jürgen Klopp
Bild: Lucca Fundel
Alexander Nübel (Besiktas Istanbul): Rekord für den Ex-Stuttgarter
Jahrelang galt Alexander Nübel als Neuer-Erbe bei den Bayern. Dazu kam es aber nie. Erst wurde der Keeper so lange per Leihe beim VfB Stuttgart geparkt, bis ihm Urbig in München den Rang abgelaufen hatte. Nun ist er zu Besiktas Istanbul gewechselt.
Es schien fraglich, ob er sich unter einem Bundestrainer Klopp in der türkischen Süper Lig besser ins Schaufenster spielen kann als die Konkurrenten. Doch Nübel sorgte am Bosporus schnell mit Leistung für Schlagzeilen: Der 29-Jährige kassierte in den ersten sechs Pflichtspielen kein einziges Tor und stellte damit eine europäische Bestmarke von Alexander Manninger beim FC Arsenal ein.
Erst im siebten Spiel für Besiktas musste er beim 0:1 gegen Alanyaspor das erste Gegentor hinnehmen. Nach der WM-Nominierung schien eine längere DFB-Durststrecke möglich. Doch bei Klopp kann er jetzt beweisen, dass er in den Kader gehört.
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Oliver Baumann (TSG Hoffenheim): Nach WM-Enttäuschung die nächste Absage - weitere Torhüter im Blickfeld
Oliver Baumann ist der prominente Verlierer der neuen Torwartordnung. Klopp verzichtet auf den 36-Jährigen von der TSG Hoffenheim.
Dabei hatte Baumann in der WM-Qualifikation noch als Nummer eins gespielt, während ter Stegen verletzt fehlte. Erst vor der Endrunde holte Julian Nagelsmann Manuel Neuer zurück. Baumann blieb bei der Weltmeisterschaft die Reservistenrolle. Jetzt ist er erst einmal ganz raus.
Auch andere Torhüter hatten sich Hoffnungen auf eine Nominierung gemacht oder befanden bzw. befinden sich im Blickfeld. Wie zum Beispiel Loris Karius vom FC Schalke 04 nach zuletzt starken Leistungen. Daneben hatte Diant Ramaj bei seiner erneuten Leihe zum FC Kopenhagen einen starken Start hingelegt. Hält seine aktuelle Form an, könnte er mittelfristig zu einer weiteren Option für das DFB-Tor werden.
Dennis Seimen hat als Leihgabe des VfB Stuttgart an den SC Paderborn eine so starke Zweitliga-Saison hinter sich, dass die Schwaben dem 20-Jährigen nun den Posten als neue Nummer eins zutrauen. Auch in der deutschen U21 durfte Seimen bereits viermal starten. Aktuell fällt der Stuttgarter aber noch mit einer Oberschenkelverletzung aus. Auch er ist ein Kandidat für die mittelfristige Zukunft, ebenso wie Mio Backhaus vom SC Freiburg, der sich mit Seimen zuletzt schon in der U21 ein Duell um den Platz im Tor lieferte.
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