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Jürgen Klopp sucht neuen DFB-Torwart: Nummer 1 steht "für den Moment" fest, WM-Fahrer ist raus

Aktualisiert:

von ran.de

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Klopp richtet Appell an die Nation: "Ich möchte uns die Fahne zurückholen"

Videoclip • 03:35 Min


Die Entscheidung im deutschen Tor ist gefallen. Hinter Marc-Andre ter Stegen baut Bundestrainer Jürgen Klopp auf die Zukunft.

Jürgen Klopp hat die wichtigste Frage im deutschen Tor am Donnerstag offiziell beantwortet. Marc-Andre ter Stegen ist die neue Nummer eins der Nationalmannschaft. WM-Fahrer Oliver Baumann hingegen hat keine Einladung für die kommenden vier Länderspiele erhalten.

Ter Stegen (34/Ajax Amsterdam) kehrt damit 15 Monate nach seinem 44. und bislang letzten Länderspiel ins DFB-Trikot zurück - und dies in der Nations League gegen die Niederlande in Amsterdam (24. September) gleich mit einem "Heimspiel".

Nach Manuel Neuers erneutem Rücktritt musste Klopp aber auch die Besetzung hinter seinem geplanten Stammtorhüter klären. Dabei ging es auch um die Frage, welche jüngeren Kandidaten er frühzeitig an eine größere Rolle heranführen möchte.

Neben ter Stegen berief er auch Finn Dahmen (für alle vier Spiele) und Alexander Nübel (Niederlande und Griechenland I) sowie Jonas Urbig (FC Bayern) und Noah Atubolu (SC Freiburg), die nur gegen Serbien und im Griechenland-Auswärtsspiel dabei sein werden, in den Kader.

ran stellt die DFB-Keeper vor.

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Marc-Andre ter Stegen: Klopps neue Nummer eins

Marc-Andre ter Stegen erhält nach schwierigen Monaten die nächste Chance im Nationalteam. Der 34-Jährige hatte die Weltmeisterschaft verletzungsbedingt verpasst. Seit seiner Leihe vom FC Barcelona zu Ajax Amsterdam sammelt er wieder regelmäßig Spielpraxis.

Den Austausch mit Klopp hatte ter Stegen bereits Anfang September bestätigt. "Es war ein wirklich tolles Gespräch", sagte er bei "Sky". Zugleich betonte er, zunächst gesund bleiben und seine Leistungen im Verein zeigen zu wollen.

Ter Stegen wird allerdings "für den Moment" die Nummer eins. Das verkündete Klopp bei der Nominierung des ersten Kaders seiner Amtszeit. "Er ist fit und bringt die notwendige Erfahrung mit", sagte Klopp zur Begründung. "Es wird aber immer von der Leistung abhängig sein. Wir haben keinerlei Torhüterproblem."

Noah Atubolu: Mit Elfmeterrekord zur Nationalmannschaft

Noah Atubolu hatte kurz vor der Kadernominierung ein weiteres sportliches Argument geliefert. Beim 3:1 von Eintracht Frankfurt beim 1. FSV Mainz 05 parierte er seinen sechsten Bundesliga-Elfmeter in Folge.

Damit baute der 24-Jährige seinen eigenen Ligarekord aus. Nach dem Wechsel vom Sport-Club Freiburg nach Frankfurt steht er regelmäßig zwischen den Pfosten.

Atubolu verbindet Bundesliga-Praxis mit Entwicklungspotenzial. Seine Elfmeterstärke ist dabei ein zusätzliches Argument. Auch deshalb gehört er zum Klopp-Kader.

Der Frankfurter Torwart patzte gegen die Augsburger schwer.

Bild: Jan Huebner


Jonas Urbig: Kompany sieht ihn als Nummer eins

Jonas Urbig war bei der Weltmeisterschaft als Trainingstorhüter dabei und kennt das Umfeld der Nationalmannschaft bereits.

Beim FC Bayern München steht weiterhin Manuel Neuer vor dem 23-Jährigen. Zuletzt durfte Urbig allerdings beim Bundesliga-Auswärtsspiel in Elversberg beginnen. Auch im DFB-Pokal beim VfL Osnabrück hatte er gespielt. Die Einladung und der behutsame Aufbau hinter einem erfahrenen Stammtorhüter passen gut zusammen.

Urbig wird nach Ansicht seines Vereinstrainers Vincent Kompany in absehbarer Zukunft Stammtorhüter der deutschen Nationalmannschaft werden. "Wenn einer glaubt, dass er nicht irgendwann die Nummer eins wird, der macht einen großen Fehler. Der Junge wird irgendwann die Nummer eins sein, aber das wird Jürgen Klopp entscheiden, ob das in einem oder fünf Jahren ist", sagte der Trainer des FC Bayern nach der Nominierung der beiden DFB-Kader durch den neuen Bundestrainer.

Es spiele keine Rolle, dass Urbig derzeit im Verein nur die Nummer zwei sei, erläuterte Kompany. "Man muss auch bei der Nationalmannschaft für die Zukunft planen", sagte er. Die Berufung des 23-Jährigen nannte er daher "eine vernünftige, stabile Entscheidung. Ich würde es genauso machen. Man muss als Land sein eigenes Talent auch ein bisschen schützen und weiterentwickeln."

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Manuel Neuers Vertreter durfte kurz vor der ersten Klopp-Nominierung gegen den SV Elversberg im Tor stehen

Bild: Jan Huebner


Finn Dahmen: Weiter auf gutem Niveau

Finn Dahmen setzte zuletzt seinen starken Saisonstart fort. Nach dem 3:0 gegen Schalke und dem 4:1 bei Eintracht Frankfurt kassierte er beim 2:2 gegen Bayer Leverkusen zwar zwei Gegentore, war dabei allerdings machtlos.

Dabei zeigte Dahmen einmal mehr eine Glanzparade, als er einen Ball von Leverkusens Fernandez stark abwehrte und so den Augsburger Bundesliga-Startrekord von sieben Punkten aus drei Spielen festhielt.

Dahmen hat sich so in den DFB-Kader gespielt. Dabei wird er über die komplette Zeit seine Chance bekommen, sich zu zeigen, wie Klopp am Donnerstag ankündigte.

Der Torhüter überzeugte gegen Schalke vor den Augen von Jürgen Klopp

Bild: Lucca Fundel


Alexander Nübel: Rekord für den Nationalspieler

Jahrelang galt Alexander Nübel als Neuer-Erbe bei den Bayern. Dazu kam es aber nie. Erst wurde der Keeper so lange per Leihe beim VfB Stuttgart geparkt, bis ihm Urbig in München den Rang abgelaufen hatte. Nun ist er zu Besiktas Istanbul gewechselt.

Es schien fraglich, ob er sich unter einem Bundestrainer Klopp in der türkischen Süper Lig besser ins Schaufenster spielen kann als die Konkurrenten. Doch Nübel sorgte am Bosporus schnell mit Leistung für Schlagzeilen: Der 29-Jährige kassierte in den ersten sechs Pflichtspielen kein einziges Tor und stellte damit eine europäische Bestmarke von Alexander Manninger beim FC Arsenal ein.

Erst im siebten Spiel für Besiktas musste er beim 0:1 gegen Alanyaspor das erste Gegentor hinnehmen. Nach der WM-Nominierung schien eine längere DFB-Durststrecke möglich. Doch bei Klopp kann er jetzt beweisen, dass er in den Kader gehört.

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Oliver Baumann: Nach WM-Enttäuschung die nächste Absage - weitere Torhüter im Blickfeld

Oliver Baumann ist der prominente Verlierer der neuen Torwartordnung. Klopp hat auf den 36-Jährigen von der TSG Hoffenheim verzichtet.

Dabei hatte Baumann in der WM-Qualifikation noch als Nummer eins gespielt, während ter Stegen verletzt fehlte. Erst vor der Endrunde holte Julian Nagelsmann Manuel Neuer zurück. Baumann blieb bei der Weltmeisterschaft die Reservistenrolle. Jetzt ist er erst einmal ganz raus

Auch andere Torhüter hatten sich Hoffnungen auf eine Nominierung gemacht oder befanden bzw. befinden sich im Blickfeld. Wie zum Beispiel Loris Karius vom FC Schalke nach zuletzt starken Leistungen. Daneben hatte Diant Ramaj bei seiner erneuten Leihe zum FC Kopenhagen einen starken Start hingelegt. Hält seine aktuelle Form an, könnte er mittelfristig zu einer weiteren Option für das DFB-Tor werden.

Dennis Seimen hat als Leihgabe des VfB Stuttgart an den SC Paderborn eine so starke Zweitliga-Saison hinter sich, dass die Schwaben dem 20-Jährigen nun den Posten als neue Nummer eins zutrauen. Auch in der deutschen U21 durfte Seimen bereits viermal starten. Aktuell fällt der Stuttgarter aber noch mit einer Oberschenkelverletzung aus. Auch er ist ein Kandidat für die mittelfristige Zukunft, ebenso wie Mio Backhaus, der sich mit Seimen zuletzt schon in der U21 ein Duell um den Platz im Tor lieferte.

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