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WM 2026: DFB-Zug ohne Bremsen! Was nach Abpfiff geschah
Veröffentlicht:
von Tobias Hlusiakran Fußball
WM 2026: Undav-Party und Schiri-Frust! Die Fan-Reaktionen im Netz
Videoclip • 03:07 Min
Der Last-Minute-Sieg über die Elfenbeinküste könnte für die deutsche Nationalmannschaft zum "Polen-Moment" werden. Nach Abpfiff entlud sich die Anspannung.
Aus Toronto berichtet Tobias Hlusiak
Als der Schlusspfiff ertönte, kannte Julian Nagelsmann nur eine Richtung. Der Bundestrainer war der Zweite bei Deniz Undav.
Kurz nachdem Leon Goretzka den Matchwinner geherzt hatte, schloss ihn der Bundestrainer in die Arme. Sekunden später war Nadiem Amiri dran.
Eine halbe Stunde zuvor hatte der 38-Jährige beide beim Stand von 0:1 eingewechselt. Ein empfindlicher Rückschlag drohte. Nagelsmanns Joker drehten das Spiel. Undavs zweites Tor zum Sieg in der Nachspielzeit sorgte für Ekstase.
Es war ein Moment, der in seiner Erleichterungswucht an das Siegtor von Oliver Neuville bei der Heim-WM 2006 erinnerte. Auch damals der Schlusspunkt in einem zähen zweiten Gruppenspiel.
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Amiri bedankt sich bei deutschen Fans
"Es war emotional", sagte Nagelsmann. "Das fühlt sich sehr gut an", bilanzierte sein Kapitän Joshua Kimmich. Antonio Rüdiger vermutete, dass "ein solcher Sieg einen Push geben" kann.
In Sachen Teamgeist in jedem Fall. Schon unmittelbar nach Schlusspfiff hatte die deutsche Party in Toronto begonnen.
Die Mannschaft dreht zu den Klängen des Tote-Hosen-Klassikers "Tage wie diese" eine Ehrenrunde. "Von den 40.000 Zuschauern waren drei Viertel aus Deutschland. Einfach sensationell", strahlte Nadiem Amiri, der verriet, "25 Tickets für meine Familie" besorgt haben zu müssen.
"Die Fans wissen glaube ich gar nicht, wie wichtig diese Unterstützung für uns ist", sagte der Mainzer, der Undavs Ausgleichstor aufgelegt hatte, noch.
Gedanken an verletzten Schlotterbeck
Zweiter Track auf der Sieger-Playlist war wie schon sechs Tage zuvor "Der Zug hat keine Bremsen". Der Partysong animierte in der kanadischen Abendsonne sogar Manuel Neuer zum Tanzen.
"Nach Siegen ist alles leichter und witziger", sagte Siegtorschütze Undav, verschwieg aber, dass er den Erfolg gar nicht so ausgelassen wie erwartet gefeiert hatte.
"In der Kabine saß Deniz ganz ruhig da, war am Handy und hat eigentlich nichts gemacht", lachte Mannschaftskollege Jamie Leweling.
Vielleicht war der Matchwinner da auch schon in Gedanken bei Nico Schlotterbeck. Der Innenverteidiger hatte sich in der ersten Halbzeit am Sprunggelenk verletzt. "Es sieht gar nicht gut aus", verriet der Bundestrainer.
Nagelsmann will sich nicht von Euphorie anstecken lassen
Die Mannschaft flog noch am Abend des Spieltags zurück ins WM-Quartier nach Winston-Salem. Dort soll am Sonntag ein MRT Klarheit darüber bringen, wie es mit dem Dortmunder weitergeht.
Gut möglich, dass er mindestens im nun für den DFB sportlich bedeutungslosen Gruppenfinale gegen Ecuador fehlt.
Ein Spiel, das im Finalstadion von East Rutherford eine weitere DFB-Party begründen könnte, auch wenn sich Nagelsmann von derlei Euphorie nicht anstecken lassen will.
"Vor drei Wochen lag noch alles in Schutt und Asche", sagte er und erinnerte an seine Vorgabe: "Einfach die Aufgaben abarbeiten, die vor uns liegen."
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