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WM 2026: Kein Said El Mala statt Lennart Karl? Die Entscheidung ist vollkommen richtig - ein Kommentar
Aktualisiert:
von Kai Esserran Fußball
Fußball WM: So reagiert das Netz auf die Nachnominierung von Assan Ouedraogo
Videoclip • 01:32 Min
Julian Nagelsmann hat nicht nur beim initialen Kader auf Said El Mala verzichtet, sondern auch bei der Nachnominierung für den verletzten Lennart Karl. Damit zieht er Kritik auf sich, der Verzicht ist aber mehr als nachvollziehbar. Ein Kommentar.
Als die Meldung kam, dass Lennart Karl sich im Abschlusstraining vor der Generalprobe des DFB-Teams gegen die USA verletzt habe, wurden einige Ohren in und um Köln spitz.
Jetzt müsste doch die Zeit für Außenstürmer Said El Mala vom 1. FC Köln sein, auf den Julian Nagelsmann bei der Nominierung noch verzichtete - oder?
Nein, auch diesmal überging der Bundestrainer völlig unverständlicherweise den Shootingstar des Effzeh. Ironie beiseite: Dass er Assan Ouedraogo mitnimmt, ist völlig nachvollziehbar - und sicherlich keine "falsche" Entscheidung.
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Said El Mala: Was ist aus "langsam junge Talente aufbauen" geworden?
Zuallererst einmal: Es wäre sicher auch nicht "falsch" gewesen, El Mala mitzunehmen. Der Kölner hat eine unheimliche Spritzigkeit und Dribbelstärke.
Aber, und das vergessen viele: Der Aufstieg des Youngsters ist steil, fast schon zu steil. Vor etwas mehr als einem Jahr kickte er noch gegen - bei allem Respekt - drittklassige Verteidiger, nun soll er den Unterschied für das DFB-Team gegen die Weltspitze ausmachen? Das ist eine Menge verlangt für so junge und unerfahrene Schultern.
Ständig wird verlangt, dass man junge Spieler nicht "verheizen" soll, dennoch hat man das Gefühl, manche würden am liebsten mit Fackeln und Mistgabeln vor dem DFB-Quartier in Frankfurt aufmarschieren, um gegen diese Entscheidung zu protestieren.
Ja, auch Karl ist jung, noch ein bisschen jünger sogar. Aber es ist schon ein kleiner Unterschied, ob man bei einem Top-3-Klub dieses Planeten wie dem FC Bayern auf regelmäßige Scorer kommt oder bei einem Abstiegskandidaten aus der Bundesliga, der trotz der schwachen Saison der letzten drei Klubs lange um den Klassenverbleib zittern musste.
1. FC Köln vs. DFB-Team: Die taktische Tiefe macht den Unterschied
Das ist auch der Grund, wieso El Mala bei der ersten Nominierung zu Hause gelassen wurde. Der Bundestrainer erklärte die großen taktischen Unterschiede zum Effzeh, die zweifellos gegeben sind. Deutschland will den Ball haben, Deutschland lebt vom Kombinationsspiel.
Die Spiele, in denen der Effzeh in der Bundesliga das Spiel machen musste, kann man an einer Hand abzählen. Zudem ist El Mala wohl taktisch einfach nicht so weit, als dass er die komplexen Anforderungen von Nagelsmann auf Anhieb verinnerlichen und umsetzen könnte.
Auch hier der Unterschied zwischen Vincent Kompany, der Karl regelmäßig an die Hand nahm, und Lukas Kwasniok, der sich nach jedem zweiten Spiel der Kölner rechtfertigte, dass El Mala nicht spielte. Dass Kwasniok aktuell keinen Job mehr hat, ist kein Kausalzusammenhang. Aber eine Fußnote wert.
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Ouedraogo vs. El Mala: Die Vielseitigkeit macht den Unterschied
Übrigens auch im Hinblick auf Ole Werner, der bei RB Leipzig hohe taktische Anforderungen an seine Spieler - und damit auch Ouedraogo - hatte.
Für ihn gibt nicht nur den Ausschlag, dass Leipzig zumindest dem DFB-Team ähnlichen Fußball spielen will, sondern auch seine Polyvalenz. Er kann auf einer Halbposition im Mittelfeld, im Zehner-Raum oder auf den Flügeln spielen. El Mala ist am besten aufgehoben, wenn er nahe der Seitenauslinie agiert. Das passt nicht zur gewollten Rochade der vier Angreifer von Nagelsmann, man muss es so deutlich sagen.
Da helfen auch die 18 Scorerpunkte, die im Übrigen für einen jungen Spieler herausragend sind, wenig. Übrigens: Bis zum 11. Spieltag, als sich Ouedraogo schwer am Knie verletzte, hatte der Ex-Schalker nur einen Scorerpunkt weniger als der Kölner.
Die Zeit von Said El Mala wird kommen, dafür hat er zu viel Talent. Aber die Zeit ist mutmaßlich erst in zwei Jahren beim EM-Turnier in Großbritannien.
Dann kann er Nagelsmann zeigen, dass es womöglich doch ein Fehler war.
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