- Anzeige -

Fußball

WM 2026: Manuel Neuer ist im DFB-Team Julian Nagelsmanns Psycho-Waffe

Aktualisiert:

von Carolin Blüchel

:newstime

Das DFB-Team vor dem ersten WM-Spiel

Videoclip • 01:28 Min • Ab 12


Zwei Jahre nach seinem Rücktritt ist Manuel Neuer wieder Deutschlands Nummer eins. Das Comeback erregt die Gemüter. Doch zwei Faktoren, die in keiner Statistik auftauchen, sprechen klar für den Bayern-Keeper, der ganz nebenbei Geschichte schreiben kann.

Die "Wade der Nation" hält. Und damit ist auch die wichtigste Entscheidung vor Deutschlands WM-Auftakt gegen Curacao (ab 19 Uhr live auf Joyn) gefallen.

Manuel Neuer steht im Tor, Bundestrainer Julian Nagelsmann räumte auf der Abschlusspressekonferenz alle Zweifel aus.

Exakt 709 Tage nach seinem 124. Länderspiel feiert Neuer sein Comeback als Nummer eins der Nationalmannschaft. Eine Rückholaktion, die nicht überall auf Begeisterung stieß.

Denn von vielen wurde die Degradierung von Oliver Baumann ins zweite Glied als ungerecht empfunden. Hinzukommt, dass Neuer wegen seiner Wadenprobleme kein einziges Vorbereitungsspiel absolvieren konnte.

Und trotzdem geht für Nagelsmann nach Ansicht praktisch aller Experten kein Weg am Bayern-Keeper vorbei.

Obwohl niemand garantieren kann, dass sein Körper ein komplettes Turnier durchhält.

Obwohl Neuer mit 40 Jahren naturgemäß nicht mehr auf dem Zenit seiner Leistungsfähigkeit sein kann.

Obwohl sich in der vergangenen Saison neben Weltklasse-Aktionen auch immer häufiger Fehler einschlichen.

Hummels: Für den Titel braucht es einen "Ausnahme-Manu"

"Er ist der beste Torwart aller Zeiten. Er hat aber auch einige Spiele gehabt, die nicht so gut aussahen", sagte Ex-Nationalspieler Mats Hummels bei "MagentaTV":

"Es hat sich abgewechselt mit den Weltklassepartien in Madrid und gegen Paris. Ich traue ihm zu, dass er das ständig abliefert. Es kann aber auch eine der anderen Partien reinrutschen."

- Anzeige -
- Anzeige -

Die WM live auf Joyn

Neuer sitzt in den Köpfen der gegnerischen Stürmer

Neuers Rückkehr hat erstaunlich wenig mit Statistiken oder gehaltenen Bällen zu tun. Sondern mit Psychologie. Zwei Gründe.

Der erste steht auf der anderen Seite des Platzes. Exemplarisch zu erkennen beim Halbfinale-Hinspiel des FC Bayern in der Champions League gegen Paris St. Germain, als Weltfußballer Ousmane Dembele böllig allein vor dem Bayern-Keeper weit verzog.

Natürlich passiert das nicht jedes Mal, wie man im selben Spiel beobachten konnte. Aber jeder Stürmer in dieser Situation erinnert sich daran, wer da vor ihm steht – und sei es nur den Bruchteil einer Sekunden:

Die gehaltenen Eins-gegen-eins-Duelle. Die Reflexe. Die Paraden. Die Szenen, in denen Neuer längst geschlagen schien und den Ball trotzdem noch irgendwie verteidigen konnte. Von Oliver Baumann kann man das, bei allem gebührenden Respekt, nicht behaupten.

Mertesacker fühlte sich mit Neuer "drei Klassen besser"

Der zweite Grund steht direkt vor Neuer: die Abwehr.

"Ich habe mich drei Klassen besser gefühlt als Innenverteidiger, weil Manuel Neuer hinter mir stand", schilderte Per Mertesacker, ebenfalls 2014er Weltmeister:

"Das ist ein Faustpfand, das Deutschland jetzt nochmal nutzen muss. Das ist die letzte Chance."

Der Neuer-Effekt "in a nutshell": Jeder Abwehrspieler macht Fehler. Die Frage ist nur, was danach passiert. Wer hinter sich Manuel Neuer weiß, spielt anders. Vielleicht mutiger. Mit mehr Selbstvertrauen. Mit dem Gefühl, dass ein Fehler noch nicht automatisch auf der Anzeigetafel landet.

Das ist nicht statistisch messbar, kann aber spielentscheidend sein.

Neuer kennt die Torwart-Diskussion

Kritiker bemängeln, dass sich die Mannschaft nicht auf Neuer einstellen konnte. Gleichzeitig gibt es wohl kaum einen Spieler in diesem Kader, der nicht genau weiß, was Manuel Neuer auf dem Platz ausmacht.

Übrigens: Neu sind die Torwart-Diskussionen im DFB-Team nicht. Schon vor der Heim-EM 2024 stritten sich die Experten darüber, ob nach Neuers überstandenem Beinbruch nicht doch lieber Marc-Andre ter Stegen die bessere Lösung sei.

Nagelsmann entschied sich damals wie heute für Neuer. Und danach lag es nicht an ihm, dass Deutschland im Viertelfinale gegen Spanien ausschied.

- Anzeige -
- Anzeige -

Neuer kann Geschichte schreiben

Nun bekommt der Bayern-Torhüter die nächste Bewährungschance. Nach zwei Jahren Nationalmannschaftspause. Bei seiner fünften Weltmeisterschaft. Damit zieht er mit Italiens Torhüter-Legende Gianluigi Buffon gleich.

Doch damit nicht genug. Hält die Wade, wird Neuer (bislang 19 WM-Spiele) allein mit der Vorrunde an Rekord-Keeper Hugo Lloris aus Frankreich (20 WM-Spiele/4 Turniere) vorbeiziehen.

Den psychologischen Effekt auf die Gegner dürfte das noch verstärken.

Mehr WM-News