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WM 2026: Warum ist das DFB-Team gescheitert? Bericht über kuriose Neuer-Rolle

Aktualisiert:

von ran.de

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WM 2026: Netz lacht über Tuchel-Taktik: "BVB-Gen nach England gebracht"

Videoclip • 03:56 Min


Das blamable WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft liegt nun schon knapp zwei Wochen zurück. Jetzt kommen weitere Details aus dem Inneren der Mannschaft ans Licht.

Viele Nebengeräusche begleiteten das DFB-Team bei der WM 2026. Am Ende schied Deutschland blamabel im Elfmeterschießen gegen Paraguay aus - bereits im Sechzehntelfinale.

Ein Bericht vom "Spiegel" enthüllt nun einige Details, räumt allerdings auch mit Gerüchten rund um das Team und um die Gegebenheiten in den USA auf.

Dabei stützen sich die Reporter auf Informationen von "Menschen aus dem Kreis der Mannschaft", die nicht namentlich genannt werden wollen.

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Generation Kimmich und Goretzka konnte nicht überzeugen

"Sie strahlten nach innen nicht mehr diese Selbstüberzeugung aus", sagt zum Beispiel ein Insider. Damit meint er die als Führungsspieler eingeplanten Akteure wie Joshua Kimmich, Leon Goretzka, Jonathan Tah oder Leroy Sane aus den Jahrgängen 1995/1996.

Die meisten von ihnen haben bereits mehrere enttäuschende Großturniere hinter sich und konnten anders als Bastian Schweinsteiger und Co. keinen Geist entfachen, der wie in Brasilien 2014 für die letzte Überzeugung sorgte.

Sinnbildlich dafür steht wohl, dass Kimmich als letzter Spieler erst anderthalb Tage nach dem Ausscheiden das Teamhotel in Winston-Salem verlassen habe, weil er nicht einfach in den Urlaub fahren konnte.

Es heißt, dass er im Austausch mit dem DFB-Staff gestanden habe, ob noch Dinge zu erledigen wären. Dabei soll er sich auch mehrmals für das Ausscheiden entschuldigt haben.

Das sind alles liebe Jungs. Aber an ihnen wird gezerrt, Dokus, Kollektionen, Social Media, all das

DFB-Insider

"Wusiala" konnte die EM-Leistungen von 2024 im DFB-Trikot nicht bestätigen

Dem gegenüber stehen die jüngeren, jedoch inzwischen auch nicht mehr als Talente zu betitelnden Florian Wirtz und Jamal Musiala.

Auch sie konnten dem Druck nicht standhalten und lieferten in der Offensive eher blasse Auftritte im DFB-Dress.

Beide kommen aus schwierigen Phasen. Musiala aus einer langen und schwerwiegenden Verletzung. Er hatte vor dem Turnier wenig Spielrythmus und Selbstvertrauen.

Bei Florian Wirtz fehlte nach einer durchwachsenen Debüt-Saison in Liverpool ein wenig die Überzeugung. Des Weiteren wurde er auf dem Flügel eingesetzt, anstelle des Zentrums, in welchem er vor allem zu Leverkusener Zeiten noch ganz Deutschland verzaubert hatte.

Ein DFB-Insider lässt tief blicken: "Das sind alles liebe Jungs. Aber an ihnen wird gezerrt, Dokus, Kollektionen, Social Media, all das" habe dafür gesorgt, dass sie dem Druck nicht standhalten konnten.

Einzelne Spieler konnten sich nicht mit ihrer Rolle identifizieren

Weitere Faktoren sollen laut dem Bericht auch die Rollen von zum Beispiel David Raum, Nick Woltemade und Manuel Neuer gewesen sein.

Raum gilt als wichtiger "Typ" für die Stimmung, hatte aber seinen Stammplatz direkt vor dem Turnier verloren.

Woltemade, in der Qualifikation noch fester Bestandteil der Startelf, war nach einem schweren Debütjahr in der Premier League kaum berücksichtigt worden. Der Profi von Newcastle United musste dem Bericht zufolge sogar mehr um sein WM-Ticket bangen als bislang gedacht. So soll die Überlegung bestanden haben, statt ihm den beim FC Brügge durchgestarteten Nicolo Tresoldi zu nominieren.

Und Welttorhüter Neuer, der mit seiner Nominierung den eigentlich gesetzten Oliver Baumann verdrängt hatte, war erst spät fit und soll auch dann in der Kabine keine leitende Rolle eingenommen haben.

Neuer selbst zeigte sich kurz nach dem Ausscheiden öffentlich sehr enttäuscht: "Es war mir immer eine Ehre! Das frühe Ausscheiden bei der WM ist extrem ernüchternd. Wir sind klar hinter den Erwartungen zurückgeblieben und hätten in diesem Turnier weiterkommen müssen. Dieses Ende tut sehr weh."

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Trainer Nagelsmann wurde wohl der Druck zu groß

Hinzu kommt die Rolle von Bundestrainer Julian Nagelsmann. Sein Rücktritt nach der WM, den er direkt nach dem Spiel noch ausgeschlossen hatte, lässt tief blicken.

Ein DFB-Funktionär erklärt das Ende wie folgt: "Sein interner Umgang, seine Eloquenz und Vorbereitung waren Weltklasse. Nach außen sah das ganz anders aus. Vielleicht hat ihn die Wucht des Amtes erdrückt, vielleicht kam es zu früh."

Das richtungsweisende "kicker"-Interview im März, in dem er bereits Spielzeitgarantien aussprach und sich weit vor dem Turnier bereits auf Namen festlegte, sowie die Neuer-Nominierung und weitere kritische Themen moderierte der junge Bundestrainer nicht immer souverän ab.

Mit 38 Jahren war Nagelsmann allerdings auch der jüngste Trainer an der Seitenlinie in den USA, Mexiko und Kanada.

Sein interner Umgang, seine Eloquenz und Vorbereitung waren Weltklasse. Nach außen sah das ganz anders aus. Vielleicht hat ihn die Wucht des Amtes erdrückt, vielleicht kam es zu früh.

DFB-Funktionär

Teamquartier als Schlüssel zum Erfolg?

Anders als oft beschrieben sei das Teamcamp intern nicht als Grund für den Turnierverlauf angesehen worden. Bewertet wird ein Quartier allerdings immer nach dem Turnier.

So gab es auch im Campo Bahia 2014, welches als wichtiger Faktor für den Gewinn des Titels galt, eine nicht funktionierende Küche und Regenlöcher. Zudem wurde es erst während des Turniers fertiggestellt. Alles andere als optimal. Aber der Erfolg gab den DFB-Entscheidern letztlich recht.

Manuel Neuer gab bei "Magenta TV" mittlerweile diesen Einblick zum öffentlich gefeierten Camp: "Es will ja keiner hören, aber bei mir im Zimmer hat es zum Beispiel reingeregnet."

Auch andere Spieler, die 2014 dabei waren, berichten von ähnlichen Zuständen.

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Es will ja keiner hören, aber bei mir im Zimmer hat es zum Beispiel reingeregnet.

Manuel Neuer bei MagentaTV

Trotz Erfahrung: Neuer hat keinen Unterschied gemacht

Die Stimmung im "langweiligen" Camp in Winston-Salem heiterten die Spieler durch Kartenspiele, Pokern oder Versteckspielen auf. Der ruhige Ort sei bewusst gewählt worden.

Als es vor dem Paraguay-Spiel zu Unwettern kam und sich die Mannschaft im Kraftraum aufhalten musste, soll auf Initiative von Tah das Rollenspiel "Werwolf" gespielt worden sein. Dabei müssen die Spieler in Großgruppen herausfinden, wer Werwolf und wer Dorfbewohner ist.

Auch dies diesmal in den Fokus gerückten Familienbesuche hat es seit der EM 2012 beim DFB immer wieder gegeben. Damit kann man diese auch von der Liste der Ablenkungen streichen. An freien oder Regenerationstagen nach den Spielen sei das normal.

All das verhinderte die Blamage im Turnier und das folgerichtige Aus des Bundestrainers trotzdem nicht.

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