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Motorsport

Formel 1: Kein netter Junge mehr - Kimi Antonelli hat jetzt das Verstappen-Gen - ein Kommentar

Veröffentlicht:

von Oliver Jensen

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Formel 1: "Er ist die Zukunft!" Antonelli rasiert in Montreal

Videoclip • 01:17 Min


Kimi Antonelli hat in Kanada vielleicht ein paar Sympathiepunkte verloren, dafür aber das Verstappen-Gen in sich entdeckt. Mit dieser Herangehensweise ist er auf dem besten Wege zum WM-Titel. Ein Kommentar.

Er kam als netter Junge in die Formel 1, gab sich stets freundlich, teilweise sogar etwas schüchtern. Kimi Antonelli schien in seinem ersten Jahr fast noch zu jung für die Königsklasse des Motorsports zu sein. Sein Vater war stets an seiner Seite, teilweise kam auch seine kleine Schwester mit an die Rennstrecke.

Es schien so, als bräuchte dieser junge Kerl seine Familie, um sich in der harten Welt der Formel 1 überhaupt zurechtzufinden.

Fahrverhalten wie Verstappen

Nun befindet sich Antonelli in seiner zweiten Saison. Der 19-Jährige kommt in den Interviews noch immer sympathisch rüber, hat auch seinen Vater meist noch an seiner Seite. Und dennoch scheint es so, als wäre Antonelli mittlerweile ein völlig anderer Mensch geworden.

Antonelli ist nicht mehr der nette Junge, sondern ein echter WM-Fahrer vom Typus eines Max Verstappen: aggressiv in den Zweikämpfen, kompromisslos im Verhalten!

Das zeigt sich nicht nur daran, dass er beim Großen Preis von Kanada sein viertes Rennen in Folge gewann und die WM-Wertung mit 43 Punkten vor Teamkollege George Russell anführt. Entscheidend ist vielmehr, wie er fährt und wie er sich verhält.

Bereits das Sprintrennen am Samstag war dank der beiden Mercedes-Piloten ein Spektakel. Antonelli versuchte, jede Gelegenheit zu nutzen, um an seinem Vordermann Russell vorbeizukommen. Er gab sich nicht damit zufrieden, einen Platz hinter dem Teamkollegen ins Ziel zu kommen und dadurch lediglich einen Punkt auf Russell zu verlieren.

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Antonelli hasst es, ein Auto vor sich zu haben

Analytisch betrachtet wäre das vermutlich klüger gewesen, denn aufgrund seiner riskanten Manöver landete er im Sprint auf Rang 3. Doch ein echter Racer hasst es eben, ein anderes Auto vor sich zu haben. Er ging teilweise zu optimistisch in die Rad-an-Rad-Duelle und schimpfte am Teamfunk über seinen Teamkollegen Russell – ob nun berechtigt oder nicht. Auch das erinnert an Verstappen.

Antonelli musste mehrfach von Toto Wolff gemaßregelt werden, bis er Ruhe gab.

Im Hauptrennen ging das Spektakel weiter. Antonelli schoss zwar teilweise über das Ziel hinaus, trieb aber vor allem auch seinen teaminternen Konkurrenten zu Fehlern. Womöglich hätten sich die beiden Mercedes-Piloten früher oder später abgeschossen, wäre Russell nicht mit einem technischen Defekt ausgeschieden.

Giftiger Blick in Richtung Russell

Bei den Interviews gab er sich wieder diplomatisch. Doch alleine sein giftiger Blick nach dem Sprintrennen in Richtung Russell ließ erahnen, dass die Zeiten der Harmonie bei Mercedes vorbei sind.

Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis die Rivalität ähnlich offen ausgetragen wird wie 2016 zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton.

So oder so aber ist Antonelli mit seiner neuen Einstellung auf dem besten Weg Richtung WM-Titel. Und hat alle Chancen, in Verstappens Fußstapfen zu treten.

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