Radsport
Brügge-Rundfahrt: Klimaaktivist blockiert Straße und sorgt für Sturz im Peloton
Aktualisiert:
von Chris LugertChris Du das hin?
"Ist ja easy": Schafft Chris Tall eine halbe Etappe der "Tour de France"?
Videoclip • 09:50 Min • Ab 12
Bei der Brügge-Rundfahrt blockiert ein bekannter Klimaaktivist die Straße. Im Hauptfeld kommt es deshalb zu Stürzen.
Ein bekannter belgischer Klimaaktivist hat bei der Brügge-Rundfahrt für Chaos gesorgt. Etwa 30 Kilometer vor dem Ziel tauchte der für seine Aktionen berüchtigte Wouter Mouton mitten auf der Strecke auf einem Kopfsteinpflaster-Abschnitt auf und blockierte die Straße.
Veranstalter Golazo zufolge hatte Mouton sogar vor, sich auf der Straße festzukleben, konnte aber daran gehindert werden. Dennoch hatte seine Aktion unschöne Folgen. Dem Peloton vorausfahrende Motorräder hielten an, um den Aktivisten von der Straße zu bringen.
Das abrupte Abbremsen sorgte im Feld für mehrere Stürze, unter anderem von Vorjahressieger Juan Sebastian Molano. Er kollidierte mit einem der Motorräder.
"Molano selbst verstand zunächst nicht, was geschah. Plötzlich hielt ein Motorrad an. Wir begriffen erst später, warum", schilderte Fabio Baldato, Teammanager von Molanos Rennstall UAE, die Szenen. "Die Polizei kam nach dem Rennen, um unsere Aussagen aufzunehmen. Molano stürzte hart und hat Rückenschmerzen, auch Julius Johansen stürzte. Hoffentlich ist es nichts Ernstes."
Brügge-Rundfahrt: Klimaaktivist droht juristisches Nachspiel
Kritik an der Aktion gab es auch vom Veranstalter. "Indem er sich mitten auf die Straße vor das herannahende Peloton setzte, brachte er die Fahrer in große Gefahr", sagte Christophe Impens von Golazo. "Dass der Schaden durch den Sturz offenbar gering ausfiel, ist ein Glücksfall, ändert aber nichts an der unüberlegten Aktion, die in einem Rennen nichts zu suchen hat", stellte er klar.
Mouton wurde von der Polizei festgenommen und zwölf Stunden in Gewahrsam gehalten. Der Veranstalter sowie einige Teams erstatteten Anzeige, das Videomaterial wird nun ausgewertet und könnte an die Staatsanwaltschaft übergeben werden.
Mouton trug bei seiner Aktion ein T-Shirt mit der Aufschrift: "Kinder sterben durch die Klimakrise in 3, 2, 1 ..." Bereits in der Vergangenheit sorgte er mit mehreren Handlungen für Aufsehen. In Den Haag klebte er einst seinen Kopf an das Gemälde "Das Mädchen mit dem Perlenohrring" von Johannes Vermeer.
Zudem kettete er sich unter anderem bereits während des belgischen Fußball-Pokalfinales an einen Torpfosten und besprühte die britische Botschaft in Brüssel mit roter Farbe.
