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NFL: Green Bay Packers fordern Verbot des Tush Push der Philadelphia Eagles! Peinlicher geht es nicht - Kommentar
Aktualisiert:
von Chris LugertNFL
NFL: Back to back? Hurts ackert schon für den nächsten Ring
Videoclip • 01:09 Min
Die Green Bay Packers fordern offiziell ein Verbot des "Tush Push". Diese Forderung ist schwach, denn wer verbietet es ihnen, den Spielzug nachzumachen? Ein Kommentar.
Von Chris Lugert
Der Erfolg eines anderen kann vorrangig zwei Reaktionen bei jenen auslösen, die ihn nicht haben.
Man erkennt die Leistung an und versteht es als Antrieb, um selbst besser zu werden. Oder man ist eingeschnappt und fordert irgendwelche Verbote, um den anderen einzubremsen. So wie offenbar die Green Bay Packers.
Denn wie aus einer von der NFL veröffentlichten Liste mit Vorschlägen für Regeländerungen für die Saison 2025 hervorgeht, haben die Packers offiziell einen Antrag eingereicht, den "Tush Push", der vor allem von den Philadelphia Eagles eingeführt wurde, zu verbieten.
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Der "Tush Push" ist ein Spielzug, der vor allem dann zur Anwendung kommt, wenn ein Yard oder weniger bis zum First Down - oder zum Touchdown - zu überbrücken ist. Er ähnelt dem Quarterback Sneak.
Doch in diesem speziellen Fall erhält der Quarterback Hilfe von Mitspielern, die sich hinter ihm aufstellen und ihn nach vorne drücken (pushen), was auch der Offensive Line zusätzlich Hilfe gibt gegen die gegnerische Defensive Line.
Die Eagles haben diesen Spielzug perfektioniert und zu ihrem Markenzeichen gemacht. Sie haben ihn aber nicht patentiert. Jedes Team kann ihn selbst benutzen, genug Anschauungsmaterial ist vorhanden. Es gibt keine versteckten Geheimnisse.
Eagles sind beim "Tush Push" einfach besser
Doch kein anderes Team schafft es, den "Tush Push" auch nur annähernd so effektiv einzusetzen wie die Eagles. Was an der enormen Athletik und Kraft der Spieler liegt und auch an der perfektionierten Abstimmung.
Unter anderem versuchten es die Buffalo Bills im AFC Championship Game bei den Kansas City Chiefs kurz nach Beginn des vierten Viertels bei jenem kritischen Spielzug, als die Schiedsrichter den Bills das First Down beim vierten Versuch nicht gaben.
NFL: Touchdowns und Interceptions der 32 Starting Quarterbacks - Aaron Rodgers ganz vorn

Touchdowns und Interceptions der 32 Starting Quarterbacks
Es sind zwei der wohl wichtigsten Statistiken, an denen NFL-Quarterbacks gemessen werden. Ein Offense-Drive kann nicht besser enden als mit einem Touchdown, und kaum schlechter enden als mit einer Interception. Doch wie effizient sind die Passgeber der NFL? ran zeigt das TD/Int-Ratio der 32 Starting-Quarterbacks. (Stand: 23. Februar 2025)UPI Photo

TD/Int-Ratio: Worum geht es?
Beim TD/Int-Ratio handelt es sich um das Verhältnis zwischen Passing Touchdowns und Interceptions. Einfach gesagt: Wie viele Touchdowns wirft jeder Quarterback pro Interception, die ihm unterläuft. (Anmerkung: Bei Teams mit einer unklaren QB-Situation sind die Spieler aufgelistet, die 2024 für das jeweilige Team die meisten Partien als Starter bestritten haben.)2025 Getty Images

Anthony Richardson (Indianapolis Colts)
Spiele: 15
Touchdowns: 11
Interceptions: 13
TD/Int-Ratio: 0,85IMAGO/ZUMA Press Wire

Will Levis (Tennessee Titans)
Spiele: 21
Touchdowns: 21
Interceptions: 16
TD/Int-Ratio: 1,31Imagn Images

Bryce Young (Carolina Panthers)
Spiele: 30
Touchdowns: 26
Interceptions: 19
TD/Int-Ratio: 1,372025 Getty Images

Jameis Winston (Cleveland Browns)*
Spiele: 105
Touchdowns: 154
Interceptions: 111
TD/Int-Ratio: 1,39
*Starter bis 20242024 Getty Images

Sam Darnold (Minnesota Vikings)*
Spiele: 83
Touchdowns: 98
Interceptions: 68
TD/Int-Ratio: 1,44
*Starter bis 20242025 Getty Images

Geno Smith (Seattle Seahawks)
Spiele: 94
Touchdowns: 105
Interceptions: 72
TD/Int-Ratio: 1,462024 Getty Images

Daniel Jones (New York Giants)*
Spiele: 70
Touchdowns: 70
Interceptions: 47
TD/Int-Ratio: 1,49
*Starter bis in die Saison 20242024 Getty Images

Drake Maye (New England Patriots)
Spiele: 13
Touchdowns: 15
Interceptions: 10
TD/Int-Ratio: 1,5ZUMA Press Wire

Trevor Lawrence (Jacksonville Jaguars)
Spiele: 60
Touchdowns: 69
Interceptions: 46
TD/Int-Ratio: 1,52024 Getty Images

Baker Mayfield (Tampa Bay Buccaneers)
Spiele: 106
Touchdowns: 171
Interceptions: 90
TD/Int-Ratio: 1,92025 Getty Images

Gardner Minshew II (Las Vegas Raiders)*
Spiele: 59
Touchdowns: 68
Interceptions: 34
TD/Int-Ratio: 2,0
*Starter bis 2024Imagn Images

Kyler Murray (Arizona Cardinals)
Spiele: 82
Touchdowns: 115
Interceptions: 57
TD/Int-Ratio: 2,02Imagn Images

Matt Stafford (Los Angeles Rams)
Spiele: 222
Touchdowns: 377
Interceptions: 188
TD/Int-Ratio: 2,022025 Getty Images

Jalen Hurts (Philadelphia Eagles)
Spiele: 77
Touchdowns: 85
Interceptions: 39
TD/Int-Ratio: 2,18Getty

Tua Tagovailoa (Miami Dolphins)
Spiele: 64
Touchdowns: 100
Interceptions: 44
TD/Int-Ratio: 2,27ZUMA Press Wire

Derek Carr (New Orleans Saints)
Spiele: 169
Touchdowns: 257
Interceptions: 112
TD/Int-Ratio: 2,29Getty Images

Kirk Cousins (Atlanta Falcons)*
Spiele: 288
Touchdowns: 288
Interceptions: 126
TD/Int-Ratio: 2,29
*Starter bis in die Saison 20242025 Getty Images

Josh Allen (Buffalo Bills)
Spiele: 111
Touchdowns: 195
Interceptions: 84
TD/Int-Ratio: 2,32Icon Sportswire

Jared Goff (Detroit Lions)
Spiele: 134
Touchdowns: 222
Interceptions: 94
TD/Int-Ratio: 2,362025 Getty Images

Brock Purdy (San Francisco 49ers)
Spiele: 40
Touchdowns: 64
Interceptions: 27
TD/Int-Ratio: 2,37imago

Jordan Love (Green Bay Packers)
Spiele: 42
Touchdowns: 60
Interceptions: 25
TD/Int-Ratio: 2,42025 Getty Images

Bo Nix (Denver Broncos)
Spiele: 17
Touchdowns: 29
Interceptions: 12
TD/Int-Ratio: 2,42imago

C.J. Stroud (Houston Texans)
Spiele: 32
Touchdowns: 43
Interceptions: 17
TD/Int-Ratio: 2,53ZUMA Press Wire

Dak Prescott (Dallas Cowboys)
Spiele: 122
Touchdowns: 213
Interceptions: 82
TD/Int-Ratio: 2,62024 Getty Images

Jayden Daniels (Washington Commanders)
Spiele: 17
Touchdowns: 25
Interceptions: 9
TD/Int-Ratio: 2,78UPI Photo

Justin Herbert (Los Angeles Chargers)
Spiele: 79
Touchdowns: 137
Interceptions: 45
TD/Int-Ratio: 3,04Imagn Images

Joe Burrow (Cincinnati Bengals)
Spiele: 69
Touchdowns: 140
Interceptions: 46
TD/Int-Ratio: 3,042025 Getty Images

Russell Wilson (Pittsburgh Steelers)*
Spiele: 199
Touchdowns: 350
Interceptions: 111
TD/Int-Ratio: 3,15
*Starter bis in die Saison 20242025 Getty Images

Patrick Mahomes (Kansas City Chiefs)
Spiele: 245
Touchdowns: 245
Interceptions: 74
TD/Int-Ratio: 3,312025 Getty Images

Caleb Williams (Chicago Bears)
Spiele: 17
Touchdowns: 20
Interceptions: 6
TD/Int-Ratio: 3,332025 Getty Images

Lamar Jackson (Baltimore Ravens)
Spiele: 103
Touchdowns: 166
Interceptions: 49
TD/Int-Ratio: 3,392025 Getty Images

Aaron Rodgers (New York Jets)*
Spiele: 248
Touchdowns: 503
Interceptions: 116
TD/Int-Ratio: 4,34
*Starter bis in die Saison 2024
Auch interessant: NFL: Aaron Rodgers soll sich den New York Giants angeboten haben2025 Getty Images
Nun kann man darüber diskutieren, ob die Referees in dieser Situation die richtige oder falsche Entscheidung getroffen haben. Doch darum geht es gar nicht. Bei den Eagles wäre die Frage sehr wahrscheinlich gar nicht aufgekommen.
Denn sie hätten in diesem Moment wohl problemlos und klar erkennbar das First Down geschafft, weil sie es fast immer tun, wenn der "Tush Push" zum Einsatz kommt - wie übrigens auch im Super Bowl gegen jene Chiefs.
Jetzt dieses Verbot zu fordern, ist schwach und fast schon peinlich. Warum sollen die Eagles bestraft werden, weil sie einen Spielzug besser können als andere? Was hat das mit Wettkampf und Leistungsgedanke zu tun?
Ja, der "Tush Push" ist nicht sonderlich attraktiv. Und eine Liga, die sich vermarkten und neue Zuschauer erreichen will, braucht dafür keine Spielzüge, die derart uninspiriert wirken. Aber der Quarterback Sneak ist auch nicht viel anders.
Es ist nicht so, dass der "Tush Push" plötzlich die neue Identität des American Football wäre. Es ist nur eine kreative Idee, um wenig Raum möglichst erfolgversprechend zu überbrücken. Und er kommt vielleicht zwei-, dreimal pro Spiel vor.
Packers-Präsident entlarvt sich selbst
Es ist an den Teams, entweder Möglichkeiten zu finden, den "Tush Push" selbst besser auszuführen oder defensiv Möglichkeiten zu finden, ihn zu stoppen. So funktioniert Wettkampf, man treibt sich immer weiter zu neuen Ideen.
Einfach etwas zu verbieten, weil man es selbst nicht kann, widerspricht allem, wofür Sportler auf dem Platz stehen. Insofern sollte sich Mark Murphy, Präsident der Packers, vielleicht mal hinterfragen.
Nach Super-Bowl-Triumph: Diese Eagles-Profis wollen nicht zu Trump

Diese Eagles-Profis pfeifen auf Besuch im Weißen Haus
Es ist längst eine Tradition: Die Champions aus NFL, NBA, NHL und MLB statten einige Wochen nach ihrem Titelgewinn dem aktuellen US-Präsidenten im Weißen Haus einen Besuch ab. Seit dort Donald Trump residiert, machen viele Profis jedoch einen Bogen um das geschichtsträchtige Gebäude. Da bilden auch die Philadelphia Eagles keine Ausnahme. ran.de zeigt, welche Spieler des Super-Bowl-Siegers dem Republikaner keine Aufwartung machen werden.
Auch interessant: NFL - Philadelphia Eagles verzichten auf Trump-Besuch2017 Getty Images

Chris Long (Defensive End)
Der Routinier, der sein Jahresgehalt komplett spendet, hatte bereits im vergangenen Jahr nach dem Titelgewinn mit den New England Patriots den Trip ins Weiße Haus sausen lassen. Bereits eine Woche vor dem Super Bowl LII sagte Long auf die Frage nach einem möglichen Besuch in Washington: "Nein, ich werde nicht ins Weiße Haus gehen. Wollt ihr mich veralbern?" Im US-Wahlkampf hatte der D-Liner die Libertarian Party mit ihrem Spitzenkandidaten Gary E. Johnson unterstützt.2018 Getty Images

Malcolm Jenkins (Safety)
Der Star aus der Secondary lässt keine Zweifel an seiner Kritik: "Nein, ich plane nicht, dort hinzugehen." Jenkins ist von Trumps Politik enttäuscht, sagte bei "CNN": "Ich erwarte einen Wandel in unserem Strafjustizsystem. Ich möchte wirtschaftliche und pädagogische Forschritte für Farbige und Geringverdiener sehen."2018 Getty Images

Torrey Smith (Wide Receiver)
Der Passempfänger zweifelt an seinem Staatsoberhaupt. "Auch wir lesen Zeitung", sagte Smith bereits Ende Januar auf einer Pressekonferenz: "Wir erleben, wie Trump twittert und reden in der Kabine darüber, wie auch andere es an ihrem Arbeitsplatz machen." Auch Footballer würden sich um das Wohl von anderen Menschen scheren und wollten sich weiterbilden.2018 Getty Images
Er echauffierte sich über den "Tush Push" und behauptete, dieser habe "nichts mit Können zu tun". Schon dabei forderte er ein Verbot. Wann sagte Murphy das? Richtig, nach der Playoff-Niederlage gegen die Eagles.
Noch weinerlicher kann man sich gar nicht präsentieren. Und entlarvend ist es obendrein. Dass es eben die Packers sind, die den offiziellen Verbotsantrag gestellt haben, passt ins Bild eines schlechten Verlierers.
So oder so sollten sich die Owner bei der Abstimmung schlicht die Frage stellen, welche Werte ihnen wichtig sind und welche Botschaft sie aussenden wollen. Im Streben nach Fortschritt und Verbesserung gibt es immer Vorreiter und Nachzügler.
Und die Eagles sind in diesem Fall einfach Vorreiter. Das verdient Anerkennung, keine Verbote.
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