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NFL Preseason: Milton sticht Howell aus, Watson wird trotz Debakel Starter - Gewinner und Verlierer des 2. Spieltags
Veröffentlicht:
von Mike StiefelhagenNFL
NFL: QB1 - und dann das! Deshaun Watson mit Horror-Training
Videoclip • 01:34 Min
Joe Milton III setzt im Backup-Duell der Dallas Cowboys ein deutliches Zeichen. Deshaun Watson liefert dagegen unmittelbar vor seiner Ernennung zum Browns-Starter einen Auftritt zum Vergessen. Die Gewinner und Verlierer des zweiten Spieltags.
Die zweite Woche der NFL Preseason ist eine entscheidende Phase der Vorbereitung. Etablierte Profis erhalten ihre Generalprobe, während Spieler aus der zweiten und dritten Reihe ihre letzte große Gelegenheit vor den Kaderkürzungen bekommen.
Entsprechend unterschiedlich waren die Voraussetzungen in den 16 Partien. Einige Teams schonten fast alle Stammspieler, andere schickten ihre erste Formation zumindest für einzelne Drives auf das Feld.
Für die Auswahl zählen deshalb nicht nur Yards und Touchdowns. Ebenso wichtig sind die Qualität der Gegner, die Einsatzzeit und die möglichen Folgen für Kaderplätze oder offene Duelle auf dem Depth Chart.
Fünf Spieler haben ihre Ausgangslage erheblich verbessert. Fünf andere müssen nach dem zweiten Preseason-Spieltag um ihre Rolle bangen.
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Gewinner: Joe Milton III (Dallas Cowboys)
Im Rennen um den Platz hinter Dak Prescott, hat sich Joe Milton III deutlich von Sam Howell abgesetzt. Der Quarterback führte die Dallas Cowboys zu einem souveränen 34:13-Erfolg bei den Arizona Cardinals.
Milton brachte neun seiner 13 Pässe für 179 Yards und zwei Touchdowns an. Hinzu kam ein weiterer Score per Quarterback Sneak. Sein Passer Rating von 151,4 lag nur knapp unter dem maximal möglichen Wert.
Zunächst bediente er Running Back Malik Davis über acht Yards in der Endzone. Später folgten ein 53-Yard-Touchdown auf Jonathan Mingo und eine 70-Yard-Verbindung mit Camden Brown, die Miltons eigenen kurzen Lauf in die Endzone vorbereitete.
Howell kam anschließend auf 65 Passing Yards und warf in der Red Zone eine Interception. Eine offizielle Entscheidung haben die Cowboys noch nicht verkündet, doch vor dem letzten Vorbereitungsspiel führt an Milton als Prescott-Vertreter kaum noch ein Weg vorbei.
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Gewinner: Geno Smith (New York Jets)
Geno Smith benötigte nur einen Drive, um bei seiner Rückkehr zu den New York Jets zu überzeugen. Der 35-Jährige legte beim 17:0 gegen die Pittsburgh Steelers einen fehlerfreien Auftritt hin.
Alle sieben Passversuche fanden ihr Ziel, insgesamt sammelte Smith 65 Yards. Dabei verteilte er den Ball auf sechs verschiedene Anspielstationen und führte die Jets über zehn Spielzüge und 69 Yards in die Endzone.
Den Touchdown erzielte er mit einem 13-Yard-Pass auf Jelani Woods. Smith wich zwei herannahenden Verteidigern aus, bewegte sich nach links und hielt den Spielzug lange genug am Leben, damit sich der Tight End lösen konnte.
Für Smith war es der erste Einsatz im Jets-Trikot seit beinahe zehn Jahren. Nach einer problematischen Saison 2025 in Las Vegas und kleineren Knöchelproblemen während der Vorbereitung, war dieser eine kontrollierte Drive ein wichtiges Signal.
Gewinner: Behren Morton (New England Patriots)
Behren Morton übernahm beim 24:21 der New England Patriots gegen die Philadelphia Eagles gleich zwei Aufgaben. Der Siebtrunden-Rookie überzeugte sowohl als Quarterback als auch als kurzfristiger Ersatz für Punter Bryce Baringer.
Als Passgeber brachte Morton 13 von 17 Versuchen für 129 Yards an. 57 Sekunden vor dem Ende fand er Nick DeGennaro über 37 Yards in der Endzone und vollendete damit einen 73-Yard-Drive zum Sieg.
Nachdem sich Baringer nicht wohlgefühlt hatte, stellte sich Morton außerdem dreimal als Punter auf. Seine Schläge flogen 48, 43 und 42 Yards weit - im Schnitt 44,3 Yards.
Drake Maye ist als Starter gesetzt und Tommy DeVito besitzt als Ersatzmann wesentlich mehr NFL-Erfahrung. Morton hat jedoch gezeigt, dass er nicht nur als Entwicklungsprojekt interessant ist, sondern einem Team auf ungewöhnliche Weise sofort helfen kann.
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Gewinner: De’Zhaun Stribling (San Francisco 49ers)
De’Zhaun Stribling entwickelt sich zu einem der auffälligsten Spieler der gesamten Preseason. Beim 41:17 der San Francisco 49ers gegen die Los Angeles Chargers bestätigte der Wide Receiver seinen starken Einstand.
Stribling fing vier seiner fünf Targets für 46 Yards und benötigte dafür lediglich 14 offensive Snaps. Besonders sehenswert war eine 21-Yard-Reception von Mac Jones, bei der sich der Rookie trotz enger Deckung behauptete.
Bereits im ersten Vorbereitungsspiel gegen die Tennessee Titans hatte der an Position 33 gedraftete Receiver sieben Pässe für 63 Yards gefangen. Nach zwei Auftritten steht er damit bei elf Receptions für 109 Yards bei nur 13 Targets.
Stribling spielt längst nicht mehr nur um einen Platz im Kader. In einem von Verletzungen beeinträchtigten Receiver-Raum der 49ers hat er sich für regelmäßige Einsätze in Kyle Shanahans Offense empfohlen.
Gewinner: John Metchie III (Carolina Panthers)
John Metchie III hat seinen Aufwärtstrend aus dem Training gegen die Jacksonville Jaguars bestätigt. Beim 34:17 der Carolina Panthers war er mit sechs Receptions für 77 Yards der produktivste Passempfänger seiner Mannschaft.
Vier seiner sechs gefangenen Pässe brachten ein neues First Down, sein längster Raumgewinn betrug 25 Yards. Metchie wurde sowohl über die Mitte als auch an der Seitenlinie erfolgreich eingesetzt.
Der Wide Receiver hatte sich bereits vor der Partie vermehrt Wiederholungen mit der ersten Offense erarbeitet. Durch den verletzungsbedingten Ausfall von Xavier Legette, erhielt er eine weitere Gelegenheit, sich für eine größere Rolle zu empfehlen.
Metchie produzierte keine spektakuläre Einzelszene, sondern überzeugte durch Konstanz. Genau diese Verlässlichkeit könnte ihm einen festen Platz in Formationen mit drei Wide Receivern sichern.
Verlierer: Deshaun Watson (Cleveland Browns)
Deshaun Watson erlebte ein bemerkenswert widersprüchliches Wochenende. Beim 7:31 der Cleveland Browns gegen die Buffalo Bills enttäuschte er auf ganzer Linie, zwei Tage später ernannte ihn Head Coach Todd Monken trotzdem zum Starter.
Watson brachte lediglich fünf seiner zwölf Pässe an und warf eine Interception. Seine vier Drives endeten ohne Punkte und produzierten insgesamt nur vier neue First Downs.
Die Browns setzten während seiner Einsatzzeit zahlreiche Reservisten ein. Watson traf allerdings ebenfalls überwiegend auf Buffalos zweite und dritte Reihe, verfehlte offene Anspielstationen und platzierte seinen letzten Pass bei einem ausgespielten vierten Versuch hinter dem Receiver.
Monken begründete seine Entscheidung anschließend mit Watsons gesamter Arbeit seit Beginn der Offseason. Der Quarterback hat damit das wichtigste Duell gewonnen. Seine Leistung am zweiten Preseason-Spieltag bleibt dennoch die eines klaren Verlierers.
Verlierer: Fernando Mendoza (Las Vegas Raiders)
Für Fernando Mendoza verlief der erste längere NFL-Einsatz äußerst lehrreich. Der Nummer-eins-Pick absolvierte beim 22:20 der Las Vegas Raiders gegen die Houston Texans die komplette erste Hälfte.
Mendoza komplettierte acht von 15 Pässen für 86 Yards. Er blieb ohne Touchdown, warf eine Interception und beendete seinen Arbeitstag mit einem Passer Rating von 42,6.
Sein folgenschwerster Fehler war ein zu spät und ungenau gespielter Pass in den Flat. Texans-Linebacker Wade Woodaz fing den Ball ab und trug ihn über 80 Yards zum Touchdown zurück.
Entlastend kommt hinzu, dass Mendoza bei 37,5 Prozent seiner Dropbacks unter Druck stand, fünfmal getroffen und einmal für elf Yards Raumverlust gesackt wurde. Gerade unter diesen Bedingungen zeigten sich jedoch Defizite bei Entscheidungsfindung, Timing und Ballplatzierung.
Verlierer: Broderick Jones (Pittsburgh Steelers)
Broderick Jones erhielt gegen die Jets besonders viel Einsatzzeit. Und nutzte sie nicht. Der Offensive Tackle stand beim 0:17 bis zum Ende auf dem Feld und offenbarte erneut erhebliche Probleme im Pass Blocking.
Schon bei seinen ersten drei Pass-Blocking-Snaps ließ Jones zwei Pressures und einen Sack zu. Jets-Rookie David Bailey setzte sich gegen ihn durch und brachte Quarterback Will Howard bei einem dritten Versuch für elf Yards Raumverlust zu Boden.
Die Statistik zählte über die gesamte Partie fünf zugelassene Pressures und zwei Sacks. Damit kommt Jones nach zwei Preseason-Spielen bei 102 Snaps bereits auf sieben Pressures und drei erlaubte Sacks.
Von einem ehemaligen Erstrundenpick wird erwartet, dass er eine Offensive Line stabilisiert. Jones spielt bislang jedoch wie deren größte Schwachstelle und hat den Steelers kurz vor der Regular Season ein ernsthaftes Problem beschert.
Verlierer: Anthony Richardson (Indianapolis Colts)
Anthony Richardson konnte beim 6:34 der Indianapolis Colts gegen die Atlanta Falcons keinen Druck auf Konkurrent Riley Leonard ausüben. Im Duell um den Backup-Posten hinter Daniel Jones enttäuschten zwar beide Quarterbacks, Richardson erwischte jedoch die schwächere Hälfte.
Von neun Passversuchen brachte der frühere Nummer-vier-Pick nur drei für 24 Yards an. Am Boden kamen bei drei Läufen weitere 15 Yards hinzu, zweimal wurde Richardson gesackt.
Seine ersten beiden Drives endeten jeweils nach drei Spielzügen. Über die ersten drei Serien mit Richardson erzielte Indianapolis lediglich fünf Netto-Yards, weil der Quarterback mehrfach zu lange zögerte oder sein Ziel verfehlte.
Im ersten Vorbereitungsspiel hatte Richardson noch elf von 14 Pässen für 145 Yards angebracht und zusätzlich 53 Rushing Yards gesammelt. Statt diese Leistung zu bestätigen, hat er das Rennen mit Leonard wieder vollkommen geöffnet.
Verlierer: Tyrone Tracy Jr. (New York Giants)
Die New York Giants dominierten die Miami Dolphins mit 26:3. Für Running Back Tyrone Tracy Jr. wurde der Abend trotzdem zu einem Rückschlag.
Tracy erlief mit sechs Versuchen 26 Yards, verlor vor der Halbzeit jedoch einen Fumble. In einem engen Konkurrenzkampf wiegt ein Ballverlust schwerer als ein ordentlicher Durchschnitt von 4,3 Yards pro Lauf.
Hinzu kamen Probleme in der Pass Protection: Bei nur drei entsprechenden Einsätzen ließ Tracy einen Pressure zu. Devin Singletary nutzte seine Chancen dagegen zu 40 Yards und einem Touchdown bei acht Läufen.
Tracy besitzt mehr Explosivität als viele seiner Konkurrenten. Wenn die Giants ihm bei Ballsicherheit und Schutz des Quarterbacks nicht vertrauen, könnte ihm diese Qualität im Kampf um seine Position auf dem Depth Chart allerdings nicht reichen.
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