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NBA-Finals 2026: Die Schlüsselfaktoren in einem ungleichen Duell - Ein Matchup für die Ewigkeit?
Aktualisiert:
von Ole Frerksran NBA Basketball
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Videoclip • 01:29 Min
Wie schon im Jahr 1999 treffen die New York Knicks und die San Antonio Spurs in den Finals aufeinander. Beide Teams eint eine historische Chance, dabei könnten sie unterschiedlicher kaum sein. Welche Faktoren werden diese Serie entscheiden?
Mindestens eine Regel wird in diesen Finals so oder so gebrochen. Holen die Spurs den Titel, geht der Leitsatz nicht mehr auf, dass es vorher Narben geben muss – der Kern dieses Teams stand vorher noch nie in den Playoffs, die drei vielleicht wichtigsten Spieler spielen alle noch auf ihren Rookie-Verträgen. Die Spurs sind nicht "kampferprobt", viel zu früh durchgebrochen.
Die Knicks haben jede Menge Narben, einen großen Vorteil in Sachen Erfahrung. Sie sind trotzdem mehr als ungewöhnlich, werden von einem Spieler angeführt, der eigentlich zu klein ist, um der beste Spieler eines Meister-Teams zu sein. Sagen zumindest viele, Becky Hammon etwa. Nicht, dass sich Jalen Brunson (1,88 m) davon ablenken ließe.
Die Unterschiede hören nicht bei den Stars der Teams auf, von denen einer gefühlt doppelt so groß ist wie der andere. Die Spurs wurden überwiegend zusammengedraftet – bei den Knicks starten ausschließlich Spieler, die per Trade oder Free Agency kamen. Den Spurs sollten die besten Jahre noch bevorstehen, die Knicks sind mittendrin in ihrem Zeitfenster.
Auch nicht unerheblich: Seit dem letzten Finals-Aufeinandertreffen beider Teams haben die Spurs fünf Titel gewonnen – die Knicks sind durch die Wildnis gewandert, der letzte Titel datiert vom Jahr 1973. Die eine Fan-Base ist erfolgsverwöhnt, die andere verzehrt sich, kann es kaum fassen, dass die Chance nun tatsächlich greifbar nah ist.
Welche Faktoren werden am Ende auf dem Parkett die Entscheidung herbeiführen?
NBA-Finals: Eine unüberwindbare Hürde?
Wie wohl bis auf Weiteres alle Serien mit Spurs-Beteiligung wird auch diese in überdimensionaler Hinsicht von Victor Wembanyama geprägt werden, an beiden Enden des Courts. Was simpel gesagt daran liegt, dass er eben so omnipräsent ist, dass sich auch während der Spiele nahezu permanent alle Augenpaare in seine Richtung bewegen.
Wemby ist der beste Verteidiger der Liga, auch in den Playoffs – und es ist nicht knapp. Niemand kann als Help-Verteidiger so konsequent ganze Areale abmelden, sein Einschüchterungsfaktor erlaubt es den Guards, maximalen Druck auf gegnerische Ballhandler auszuüben, wohlwissend, wer da hinter ihnen wartet.
Viele dieser Ballhandler probieren es gar nicht erst, den Franzosen herauszufordern, wenn sie doch mal durchkommen. Tun sie es doch, sind die Resultate erschreckend: Nur 55% treffen die Gegner der Spurs am Ring, 38% sind es aus der Floater-Range – das sind jeweils die schlechtesten Werte der Playoffs.
Steht Wemby auf dem Court, sind außerdem bloß gut ein Viertel der gegnerischen Abschlüsse Rim-Attempts – weshalb es auch nicht verwundert, dass die Playoff-Gegner gegen die Wemby-Defense in der Summe ein Offensiv-Rating von 101,6 auflegten. Das ist ein Wert, über den die schlechteste Offense der Regular Season der Nets (108,8) Tränen gelacht hätte.
Die Knicks sind allerdings besser dafür geeignet als San Antonios bisherige Gegner, um auch dieses unbezwingbare Bollwerk in die Bredouille zu bringen.
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Es ist nicht nur die Tatsache, dass New York bis dato die mit Abstand beste Playoff-Offense produziert hat (126,7) – das WIE ist entscheidend. Die Knicks haben eine Transformation hinter sich gebracht, sind weniger als in früheren Jahren von der Creation und dem Shotmaking Brunsons abhängig, stattdessen deutlich vielschichtiger unterwegs.
Das ist eine Dimension, die Oklahoma City verletzungsbedingt nicht hatte, weshalb sich dort sehr viel auf Shai Gilgeous-Alexander konzentrieren konnte. Die Knicks bieten weniger Spieler auf, von denen Wembanyama aushelfen kann – Josh Hart ist kein konstanter Shooter und wird wahrscheinlich diese "Behandlung" bekommen, also am Perimeter oft nicht verteidigt werden, aber er hat Erfahrung damit und nun schon diverse Playoff-Teams damit bestraft.
Die Knicks können auch auf Five-Out gehen und Landry Shamet statt Hart aufbieten, wie beim Mega-Comeback in Spiel 1 gegen Cleveland geschehen. Dann bleibt für Wemby vielleicht kein Matchup mehr übrig außer Karl-Anthony Towns, der ihn sowohl mit seinem Wurf vom Korb wegziehen als auch mit seiner Physis auf dem Weg dorthin beschäftigen kann.
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(Towns hat überdies das Skillset und den klaren Auftrag dazu, jeden Gegenspieler konsequent zu attackieren, der NICHT Wemby heißt. Ist der Franzose anderswo eingespannt, wird KAT nahezu immer ein Mismatch haben. Wie geht er damit um?)
Wembys Impact am Korb wird so nicht negiert werden, natürlich nicht – es ist nicht damit zu rechnen, dass die Knicks weiter die meisten Ring-Abschlüsse der Playoffs nehmen wie bisher. Mit ihrer Bewegung mit und ohne Ball, ihrer Equal-Opportunity-Offense und ihrem Shooting könnten sie ihn aber mehr in Rotation bringen, als das OKC in der Regel gelang.
Über die Playoffs treffen die Knicks fast 41% ihrer Dreier, über ihre 11-Spiele-Siegesserie sind es sogar noch etwas mehr; behalten sie sich diesen Shooting-Rhythmus bei, erfüllen sie mindestens eine Grundvoraussetzung dafür, offensiv gegen Wembanyama zu funktionieren.
New York Knicks vs. San Antonio Spurs: Wer hat mehr Ballbesitze?
Eine andere könnte am offensiven Brett liegen. Als die Knicks San Antonio im Finale des NBA-Cups besiegten, lag das nicht zuletzt auch an den zehn Offensiv-Rebounds, die Mitchell Robinson in diesem Duell einsammelte.
Der Backup-Center ist zwar angeschlagen, da er sich kurz vor den Finals den kleinen Finger an der rechten Hand gebrochen hat; er ist aber auch nicht der einzige Knick, der in dieser Kategorie eine Rolle spielen kann.
Towns ist selbst stark als Rebounder. Hart könnte, gerade wenn er nicht verteidigt wird, die Freiräume nicht nur für Screens, sondern auch für Crashes Richtung Korb nutzen. Ist Wemby als Helper oder am Perimeter gefordert, tun sich weitere Lücken auf – auf den Positionen 1-4 hat New York so einige Größenvorteile.
Über die Playoffs ist San Antonio nur ein durchschnittliches Rebounding-Team und war bisweilen wirklich anfällig am defensiven Brett, die Knicks rebounden sehr gut. Das könnte auch hier eine Rolle spielen, gerade dann, wenn die Knicks weiter wie bisher Turnover weitestgehend vermeiden und sich auf diese Weise weitere Vorteile beim Possession Game verdienen können.
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NBA 2026: Hält die Defense der Knicks?
Auf der Gegenseite repräsentieren auch die Spurs für die Knicks eine Art von offensiver Herausforderung, wie sie sie im Osten nicht meistern mussten. Die Spurs sind dynamisch, vielschichtig, nicht auf einzelne Aktionen oder Abschlüsse fixiert. Auch sie bieten, mehr als bei den drei Duellen beider Teams in der Regular Season, als noch Harrison Barnes startete, wenig Versteckmöglichkeiten für schwächere Verteidiger.
De’Aaron Fox, Dylan Harper und Stephon Castle haben allesamt die Dynamik, um Towns in Space zu attackieren. Julian Champagnie und Devin Vassell sind abseits des Balles beide so aktiv, dass es für Brunson, wenn er wie bisher von den On-Ball-Matchups ferngehalten wird, trotzdem keine Verschnaufpausen geben wird. Und dann ist da noch … richtig, Wemby!
Vermutlich werden die Knicks die Serie mit KAT als primärem Wemby-Verteidiger beginnen. Das Problem daran ist, dass Towns schon in normalen Duellen extrem foulanfällig ist, und hier erst recht in Gefahr geraten könnte – und dass die Knicks es sich eigentlich nicht leisten können, ihn wegen Foul-Trouble zu verlieren, weil er auch offensiv so ein Schlüsselspieler sein sollte.
Robinson wird, so er fit ist, sicherlich seine Minuten gegen Wemby sehen, und ihm am Brett sowie mit seiner Physis beackern, wie sein früherer Backup Isaiah Hartenstein. Die wohl beste individuelle Option der Knicks gegen Wemby dürfte aber OG Anunoby sein, selbst wenn das zu anderen Komplikationen bei anderen Matchups führen könnte (etwa: wen nimmt dann KAT?).
Anunoby hat die Kraft eines Centers und sehr lange Arme, ist dabei aber gleichzeitig schnell und smart genug, um Wembys Drives zu stören. Er wäre in diesem Szenario wohl nicht in der Lage, wie sonst auch als Helper die Defense zu verankern – vielleicht ist dieses Matchup trotzdem die beste von vielen nicht idealen Optionen, um San Antonios Offense zu stören.
Klar ist, dass New York alles dafür tun sollte, um Wembanyama so weit es geht zum Jumpshooter zu machen, statt ihn in Korbnähe wüten zu lassen.
Ungleiche Wege bei der NBA-Finalrunde
Beide Teams sollten Mittel und Wege finden, um dem jeweils anderen wehzutun. Beide haben im Lauf dieser Postseason schon unter Beweis gestellt, dass sie adaptierfähig sind und bisweilen auch Rollen neu definieren können.
Beide Coaches haben gute Adjustments gefunden, wenn mal etwas nicht funktionierte, wobei das bei den Knicks ab Spiel 4 der ersten Runde ohnehin ja kaum noch passierte.
Noch so ein Faktor, der eine Rolle spielen könnte. New York hat sich durch seine Conference getanzt, von Philly und Cleveland nur bedingt Widerstand gespürt – San Antonio hat ein hochklassiges Blutbad hinter sich.
Die Knicks hatten anderthalb Wochen Pause, sind frisch, es ist aber auch durchaus möglich, dass sie zu Beginn der Serie erst einmal von einer Welle umgerissen werden, sich an das Level anpassen müssen, das die Spurs schon in den Conference Finals erreichen mussten.
Die Spurs wiederum haben gerade erst ein emotionales High hinter sich gebracht. Nun sind sie der Favorit – kann die fehlende Erfahrung hier dann auf einmal doch eine Rolle spielen?
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Fragen über Fragen
Grundsätzlich bietet dieses Matchup ein enormes Potenzial, sowohl auf Team- als auch auf individueller Ebene. Können die Spurs damit durchkommen, Towns mit einem Wing zu verteidigen? Kann Castle Brunson überwiegend im Eins-gegen-Eins checken, oder wird Brunson mit seiner Craftiness aus der Mitteldistanz konstanter als Shai zum "Gegenmittel" für Wemby?
Auf der anderen Seite: Sind die Spurs schon reif genug, um die zwei Knicks-Stars defensiv mehr zu entblößen als die Ost-Teams vor ihnen? Wie viele offensive Superstar-Leistungen hat Wemby noch in sich? Wird Harper in der Lage sein, einen der besten Playoff-Runs eines Rookies der NBA-Geschichte mit einem Titel abzuschließen?
Viel spricht jedenfalls dafür, dass es ein besseres, "gleichwertigeres" Duell sein wird als beim recht lockeren 4-1-Sieg der Spurs vor 27 Jahren. Den Metriken aus der Saison zufolge spricht viel für die Spurs, das direkte Duell jedoch ging an die Knicks, die überdies in den Playoffs einen fast schon magischen Status erreicht haben.
Es wird sich zeigen. Klar ist nur, dass mindestens eine Regel fallen wird. Mögen die Spiele beginnen!
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