Saisonstart regt zum Träumen an
NBA: Magic Touch - Wie Franz Wagner und Orlando ihre größte Schwäche zur Stärke machen
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von Ole FrerksMIAMI, FLORIDA - OCTOBER 23: Franz Wagner #22 of the Orlando Magic reacts against the Miami Heat during the second half at Kaseya Center on October 23, 2024 in Miami, Florida. NOTE TO USER: User expressly acknowledges and agrees that, by downloading and or using this photograph, User is consenting to the terms and conditions of the Getty Images License Agreement. (Photo by Carmen Mandato/Getty Images)
Bild: Getty Images
Kann Franz Wagner in dieser Saison ein All-Star werden – und mit den Magic etwas schaffen, was die Franchise seit über einer Dekade vergeblich versucht?
Von Ole Frerks
Eine der goldenen Regeln zum Start jeder Saison ist es, nicht auf kleine Stichproben zu überreagieren. Diese Regel besagt auch: Vorsicht bei den Magic, bei denen die Daten seit vielen Jahren sagen, dass ihre Offense nicht gut ist (Festhalten: Das letzte überdurchschnittliche Offensiv-Rating hatte Orlando in der Saison 2012/2013!).
Montag, 4. November, 1:00 Uhr: Orlando Magic at Dallas Mavericks live auf ProSieben MAXX, Joyn, ran.de und in der ran-App
Auch in der vergangenen Spielzeit, ihrer besten seit vielen Jahren, belegten sie beim Rating nur den 22. Platz und stellten die schlechteste Offense aller Teams, welche die Playoffs erreichten. Das ist die große Stichprobe – ein paar gute Spiele zum Saisonstart müssen also noch nicht bedeuten, dass nun alles anders ist.
In den ersten drei Saisonspielen erzielten die Magic 117,9 Punkte pro 100 Ballbesitzen, das reichte für den vierten Platz ligaweit und wäre ihr bestes Abschneiden seit 2007/08. Wenn es denn dabei bliebe, was, wie gesagt, nüchtern betrachtet nicht sonderlich wahrscheinlich ist.
Zur Wahrheit gehört nämlich auch, dass in den beiden folgenden Spielen nur noch 107,9 Punkte pro 100 Ballbesitze für Wagner und Co. notiert wurden.
Das Wichtigste in Kürze
Aber was, wenn doch? Wenn es den Magic tatsächlich gelingen sollte, ihrer brettharten Defense aus dem Vorjahr eine Offense hinzuzufügen, die, wir wollen nicht übertreiben, zumindest überdurchschnittlich ist? Und: Wenn Franz Wagner seinen Wurf nicht nur wiedergefunden, sondern klar verbessert hat?
Franz Wagner: Der beinahe beste Shooting Stretch
Der Berliner startete die Saison in überragender Form, ehe er beim Spiel gegen Indiana krankheitsbedingt frühzeitig rausmusste, welches dann von Paolo Banchero mit 50 Punkten dominiert wurde. Über die ersten drei Saisonspiele war Wagner der Topscorer, legte 25 Punkte im Schnitt auf und traf 10/22 Versuchen von Downtown, gut für rund 45 %.
Das ist insofern erwähnenswert, als es nicht bloß ein guter Stretch war, sondern Wagners bester seit Januar 2023, als er einmal zwölf Dreier bei 24 Versuchen über drei Spiele versenkte, in einer Zeit, als sein Wurf noch nicht als Sorgenkind galt, als noch niemand wusste, dass er in seinem dritten NBA-Jahr auf einmal nur 28 % von draußen und 2/16 über seine letzten drei Playoff-Spiele treffen würde.
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Wagners Wurf wurde seither arg kritisch beäugt, wie beim Zapruder-Film achteten Beobachter auch während der Spiele mit der Nationalmannschaft auf seine Form und die Resultate. Zum Saisonstart sieht es so aus: Die Bewegung ist nicht die schnellste, aber flüssiger als noch vor einigen Monaten – das Vertrauen scheint zurück, sowohl beim Catch-and-Shoot als auch beim Pullup-Dreier.
Ist der Dreier wirklich zurück?
Auch hier ist eine gewisse Vorsicht natürlich angebracht – allerdings mit einem Zusatz, denn: Die Stichprobe, die Wagner als soliden bis guten Schützen ausweist, ist deutlich größer als die aus der Vorsaison … seine Alba-, seine College- und seine vorigen NBA-Jahre haben eigentlich immer nahegelegt, dass irgendwann der Schritt zum richtig guten Schützen möglich sein würde.
Optimistisch betrachtet, könnte dies der logische nächste Schritt seiner Evolution sein. Der Wurf war (ist?) die größte Hürde – der Faktor, der (zu) viele Beobachter von seiner sonst guten dritten Saison abgelenkt hat. Wagner verbesserte sein Spiel in nahezu allen Belangen, als Rim-Finisher, als Playmaker und auch als Verteidiger, die Wurfquote von draußen überstrahlte jedoch viel und führte dazu, dass die Saison für ihn als "Down Year" gesehen wurde.
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Mi. ab 1:05 Uhr: New York Knicks at Boston Celtics live auf ProSieben, Joyn, ran.de
(Quelle: spotrac.com, Stand: 18.10.2024)Getty Images

Charlotte Hornets: LaMelo Ball
Jahresgehalt: 43,03 Millionen US-Dollarimago images/Icon SMI

Orlando Magic: Franz Wagner
Jahresgehalt: 44,85 Millionen US-Dollar2024 Getty Images

Detroit Pistons: Cade Cunningham
Jahresgehalt: 44,85 Millionen US-DollarIcon Sportswire

San Antonio Spurs: Devin Vassell
Jahresgehalt: 27 Millionen US-DollarGetty Images

Toronto Raptors: Scottie Barnes
Jahresgehalt: 44,85 Millionen US-DollarZUMA Press

Utah Jazz: Lauri Markkanen
Jahresgehalt: 48,97 Millionen US-DollarZUMA Press

New York Knicks: Karl-Anthony Towns
Jahresgehalt: 55,11 Millionen US-DollarGetty Images

Washington Wizards: Jordan Poole
Jahresgehalt: 32 Millionen US-DollarGetty

Portland Trail Blazers: Deandre Ayton
Jahresgehalt: 33,23 Millionen US-DollarGetty

Sacramento Kings: Domantas Sabonis
Jahresgehalt: 46,5 Millionen US-DollarZUMA Wire

Oklahoma City Thunder: Shai Gilgeous-Alexander
Jahresgehalt: 35,86 Millionen US-DollarGetty

Memphis Grizzlies: Ja Morant
Jahresgehalt: 39,45 Millionen US-DollarGetty

Cleveland Cavaliers: Donovan Mitchell
Jahresgehalt: 50,11 Millionen US-DollarUPI Photo

Boston Celtics: Jayson Tatum
Jahresgehalt: 62,79 Millionen US-DollarUPI Photo

Indiana Pacers: Tyrese Haliburton
Jahresgehalt: 48,92 Millionen US-DollarZUMA Press

Brooklyn Nets: Ben Simmons
Jahresgehalt: 35,45 Millionen US-DollarGetty

Dallas Mavericks: Luca Doncic
Jahresgehalt: 43,03 Millionen US-DollarGetty

Atlanta Hawks: Trae Young
Jahresgehalt: 43,03 Millionen US-DollarGetty

Chicago Bulls: Zach LaVine
Jahresgehalt: 43,03 Millionen US-DollarGetty

Houston Rockets: Fred VanVleet
Jahresgehalt: 42,85 Millionen US-DollarGetty

Minnesota Timberwolves: Anthony Edwards
Jahresgehalt: 48,92 Millionen US-DollarIcon Sportswire

Miami Heat: Bam Adebayo
Jahresgehalt: 55,12 Millionen US-DollarXinhua

Milwaukee Bucks: Giannis Antetokounmpo
Jahresgehalt: 58,46 Millionen US-DollarGetty

Los Angeles Clippers: Kawhi Leonard
Jahresgehalt: 49,84 Millionen US-DollarGetty Images

Phoenix Suns: Devin Booker
Jahresgehalt: 55,11 Millionen US-Dollargetty

Philadelphia 76ers: Joel Embiid
Jahresgehalt: 64,3 Millionen US-DollarGetty

New Orleans Pelicans: Zion Williamson
Jahresgehalt: 39,45 Millionen US-DollarXinhua

Los Angeles Lakers: Anthony Davis
Jahresgehalt: 58,46 Millionen US-DolGetty Images

Denver Nuggets: Nikola Jokic
Jahresgehalt: 55,22 Millionen US-DollarGetty

Golden State Warriors: Stephen Curry
Jahresgehalt: 62,59 Millionen US-DollarGetty
Dass sich gewundert wurde, als die Magic ihm einen Maximalvertrag (5 Jahre, bis zu 269 Millionen Dollar) vorlegten, obwohl ihn insbesondere die Advanced Stats liebten und in vielen Fällen ihn (und nicht Banchero) als den besten und wichtigsten Spieler der Magic ansahen.
Wichtig ist diese Debatte vermutlich nicht, solange beide im selben Team spielen. Fakt ist, dass Banchero vergangene Saison derjenige war, der die Magic im All-Star Game vertreten durfte, und Wagner eben nicht. Wenn beide so weitermachen wie zum Saisonstart, wird sich das in diesem Jahr jedoch erübrigen, und beide sollten in San Francisco mit dabei sein.
Orlando: Mehr Dreier als (Top-)Priorität?
Falls Wagners Wurf tatsächlich zurück ist, hätte das grundsätzlich eine enorme Bedeutung für die Magic-Offense und ihre Balance. Nicht nur wegen Wagner war das Spacing vergangene Saison eine große Schwachstelle (Orlando traf die wenigsten Dreier aller Teams), was in der Offseason vor allem durch die Verpflichtung von Kentavious Caldwell-Pope adressiert wurde.
Interessanterweise trifft der Ex-Nugget bisher gar nichts (16,7 % über fünf Spiele), dafür ist der Rest des Teams on fire. Orlando hat aktuell die sechsthöchste Dreier-Rate der Liga, insbesondere Jalen Suggs (42,5 % bei 8,0 Versuchen pro Spiel), Wagner und Banchero (34,4 % bei 6,4 Versuchen) zeigen ein höheres Volumen und bisher alle deutlich verbesserte Quoten von draußen.
Die Veränderung aus Team-Perspektive ist heftig: Über fünf Spiele versuchten die Magic bisher einmal 49, einmal 48, einmal 46 und einmal 41 Dreier (und einmal 30) – ihr Höchstwert im Vorjahr hatte 46 betragen, nur fünfmal nahmen sie über die Saison 41 Dreier oder mehr in einem Spiel. Es ist offensichtlich eine Priorität des Coaching-Stabs, das Volumen hochzuschrauben.
Es wird sich zeigen müssen, inwieweit diese Werte haltbar sind, aber jede Verbesserung wird der Magic-Offense gut tun; eine hohe Freiwurf- und Rim-Frequenz haben sie ohnehin schon, jeder zusätzliche getroffene Dreier schafft weiteren Platz für die wuchtigen Drives von Banchero und Wagner. Bessere Dreierquoten sind der logische Weg, um ein gutes Offensiv-Team zu werden.
Was können diese Magic erreichen?
Nicht, dass dies die einzige Baustelle wäre. Orlando ist noch immer ein Team mit verhältnismäßig wenig Playmaking, auch wenn die Forwards beide gute Passer sind. Das Team ist Turnover-anfällig, hat immer mal wieder offensive Hänger, in denen zu viel isoliert wird und sich das Team zu sehr von schwierigen Würfen abhängig macht, wie etwa im dritten Viertel gegen Indiana oder in der ersten Halbzeit gegen Memphis gesehen.
In diesen Phasen wird man das Gefühl nicht los, dass ein klassischer(er) Point Guard dem Team nicht schaden würde. Vielleicht erübrigt sich aber auch das mit der Zeit; wenn Banchero, Wagner und Suggs tatsächlich werfen können, bieten sie in jedem Fall ein tolles Two-Way-Fundament und sind mit nahezu allen Spielertypen um sie herum kompatibel.
Die Defense der Magic brachte sie schon vergangene Saison zu 47 Siegen und nah an den Heimvorteil in Runde eins – wenn sie diese Qualität beibehalten (mehr Minuten für den ebenfalls verbesserten Anthony Black werden dabei nicht schaden!) und offensiv einen Zahn zulegen, könnte dieses Jahr schon mehr drin sein, potenziell sogar in den Playoffs.
Es könnte, wie gesagt. Die Saison hat noch nicht genug Eindrücke ermöglicht, um sich wegen irgendetwas schon sicher zu sein. Der Start der Magic war jedoch zumindest schon einmal gut genug, um die Fantasie anzuregen. Fast schon magisch.
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