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NBA-Playoffs - Blowout in Spiel zwei: Warum Orlando gegen Detroit trotzdem eine Chance hat
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von Ole Frerksran Mehr Sport
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In Spiel 2 der Erstrundenserie zwischen den Detroit Pistons und den Orlando Magic wurde Detroit seinem Favoritenstatus gerecht. Trotzdem zeigte auch dieses Spiel, welche Probleme Orlando beim besten Team der Eastern Conference verursachen kann. Ein Upset erscheint für das Team von Franz Wagner weiterhin möglich.
Für eine Halbzeit sah es so aus, als könnten die Magic auch Game 2 entführen; zwar war Detroit diesmal stärker, verteidigte mit einer noch höheren Dringlichkeit, offensiv tat sich das beste Ost-Team der Regular Season aber weiterhin schwer. Zur Halbzeit (46:46) hätten die Magic sogar geführt, hätten sie ihre Freiwürfe etwas besser (14/21) getroffen.
Dann jedoch folgten die ersten Minuten in dieser Serie, in denen sie nach einem 1-8-Matchup aussah. Die Antwort, das "echte" Detroit, wenn man so will. "Das ist, wer wir sind. Wer wir die ganze Saison über waren", urteilte Isaiah Stewart. Das dritte Viertel begann mit einem 30:3-Lauf, der das Spiel entschied und Schwindel nicht nur beim Zuschauer verursachte, sondern auch bei den Magic.
Es waren nicht bloß die Würfe, die in diesen Minuten nicht fielen. Es war die Unfähigkeit, den Ball auf den Boden zu setzen, ihn sauber zu einem Teamkollegen zu spielen. Allein sechs Ballverluste produzierten die Magic im dritten Durchgang, gefühlt waren es 20. Es war ein echter Schwinger der zweitbesten Defense der Regular Season.
Dieses Viertel sollte dennoch nicht viel daran ändern, dass sich Orlando nach zwei Spielen dieser Serie eigentlich ziemlich gut fühlen kann.
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Pistons vs. Magic: Kein normales Matchup
Auch wenn es für zwölf Minuten nicht danach aussah, bleibt nach zwei Spielen vor allem eine Erkenntnis hängen. Es ist kein normales Matchup zwischen dem besten und dem achtbesten Team der Conference. Dafür sind sich beide Teams zu ähnlich, sowohl in ihren Stärken als auch ihren Schwächen, sowie ihrem allgemeinen Talentlevel.
Beide Teams sind groß, athletisch und physisch, leben primär von ihrer Defense. Welche die Pistons in der Saison wesentlich konstanter zeigten, in beiden Spielzeiten zuvor jedoch hatten jeweils die Magic die zweitbeste Defense der Liga. Beide Teams sind stolz auf ihre Härte, weshalb die Spiele bisweilen an Hahnen- oder Gladiatorenkämpfe erinnerten.
Beide Teams sind außerdem offensiv limitiert, insbesondere von Downtown, auch wenn beide jeweils mal kurzzeitig heiß laufen können. In Spiel eins traf Orlando 8/32 von draußen und war damit sogar besser als die Pistons (6/26). In Spiel zwei kamen beide Teams auf je zehn Dreier, das klingt auch nicht gerade nach "Basketball 2026".
Weshalb die jeweiligen Defensiven und auch das Possession Game einen umso größeren Stellenwert einnehmen; beide Teams sind gut darin, dem jeweils anderen viel von den Dingen zu nehmen, die normalerweise gut funktionieren.
Ein großes Pistons-Problem bleibt
Das galt in Spiel zwei erneut für die Pistons: Cade Cunningham zeigte wieder ein brillantes Spiel (27 Punkte und elf Assists, wenn auch sieben Turnover) und hatte diesmal mehr Unterstützung, erneut fiel es Detroit aber schwer, das normalerweise so potente Pick'n'Roll-Game mit ihm und Center Jalen Duren (diesmal elf Punkte) aufzuziehen.
Duren versuchte in Spiel zwei sichtlich, sich mehr zu involvieren als im ersten Spiel, und kam unterm Strich auch etwas besser zurecht – seine normale physische Dominanz hat er gegen Orlando jedoch nicht, zumal Magic-Coach Jamahl Mosley fast all seinen Frontcourt-Spielern zutraut, auf den Center zu switchen.
Umso abhängiger sind die Pistons davon, dass ein Tobias Harris seine Jumper trifft, dass ein Duncan Robinson seine Chancen von Downtown nutzt (diesmal 3/8), ein Ausar Thompson am offensiven Brett aktiv ist und zweite Chancen kreiert, dass außerdem genug Turnover forciert werden, um in Transition auch mal leichte Punkte zu kreieren.
Viele dieser Faktoren waren in Spiel zwei da: Detroit holte 17 Offensiv-Rebounds, dominierte insgesamt an den Brettern (57:42). Die Pistons forcierten 19 gegnerische Ballverluste, gleichzeitig leisteten sie sich selbst ebenfalls 23 und legten schwerlich eine "gute" Offensiv-Leistung hin. Im Gegenteil.
Mit Ausnahme dieses einen Viertels, in dem der Dreier fiel und Detroit immer wieder in Transition flog, tut sich die Pistons-Offense in dieser Serie extrem schwer. Das Offensiv-Rating in der Serie beträgt "Cleaning the Glass" zufolge 101 Punkte. Das wären schlappe 15 Punkte pro 100 Ballbesitzen unter dem Liga-Durchschnitt der Regular Season.
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NBA-Playoffs: Was Detroit den Magic nimmt
Das galt nicht minder allerdings auch für die Magic, deren Offensiv-Rating nach zwei Spielen bei exakt 100 liegt. In Spiel zwei erreichte die Pistons-Defense ein neues Level: Bei fast jedem Drive wurde nicht nur der erste Kontakt absorbiert, sondern es rauschte mindestens ein weiterer Verteidiger heran, um eine Hand dazwischenzukriegen oder den Abschluss am Ring zu contesten.
Natürlich wissen die Pistons darum, dass auch Orlando kaum Shooter hat, entsprechend eng machten sie die Driving Lanes für Paolo Banchero oder Franz Wagner. Wenn dann doch mal jemand durchkam, war die Hilfe da – elf Blocks verzeichneten die Pistons in dieser Partie, allein sieben davon im ersten Viertel.
Diese Aggressivität hat zwar ihren Preis in Form von Freiwürfen (diesmal bekamen die Magic 32, über die gesamte Saison erlaubte Detroit die höchste gegnerische Freiwurfrate der NBA), dieser ist jedoch eingepreist, solange die Einschüchterung und die Integrität der Defense dadurch bestehen bleibt.
"Das ist Pistons-Basketball und wir wissen, wie das aussieht", sagte Coach J.B. Bickerstaff. "Wir hatten in Game 1 ein schlechtes Spiel zu einem schlechten Zeitpunkt. Aber ich kenne unsere Jungs und wir hatten Vertrauen, dass wir heute zurückkommen würden, dass wir irgendwann die beste Version von uns sehen würden."
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Orlando Magic: Wenn dann auch noch nichts fällt …
In Spiel eins gelang es der Magic-Offense besser, durch ihr vielleicht bestes Ball- und Player-Movement-Spiel der Saison dem Druck dieser Defense zu entgehen, überwiegend gute Looks herauszuspielen, gerade für Wendell Carter Jr. unter dem Korb.
In Spiel zwei machten die Pistons dies nahezu unmöglich, rotierten perfekt, hatten in Thompson zudem einen Chaos-Agenten, der ähnlich wie Jalen Suggs im ersten Spiel wie von Sinnen agierte und Plays wie am Fließband kaputtmachte. In Korbnähe ging diesmal fast nichts, lausige 8/20 trafen die Magic in Game 2 am Ring.
"Sie haben uns einige Male am Ring getroffen", musste Banchero eingestehen. "Sie haben die Intensität in der Defense gebracht." Gerade Carter war nach 8/9 Field Goals im ersten Spiel diesmal mit 1/6 gar kein Faktor und foulte in nur 24 Einsatzminuten aus.
Gleichzeitig verwies Banchero zu Recht auch auf das fehlende Shotmaking seines Teams. In Game 1 hatte Orlando "ESPN"-Tracking zufolge starke 21/45 bei "contested", also eng verteidigten Würfen getroffen, in Game 2 waren es 6/34 – das ist in deren Datenbank die schlechteste Quote (18 Prozent) in einem Playoff-Spiel seit Erhebung der Daten (13/14).
Orlando Magic: Ein gutes Zeichen bei Banchero
Die Magic können auch deshalb eine Portion Hoffnung mit nach Hause nehmen – so mies kann es kaum noch einmal laufen. Zudem wirkte es nach dem Run zum Ende hin so, als würde der zuvor komplett unsichtbare Wagner (vier Punkte bei 1/4 FG in Halbzeit eins) etwas häufiger Lücken finden.
Wagner sucht seit seinem Comeback weiterhin den Rhythmus, wirkt nicht immer körperlich auf der Höhe, was in diesem physischen Duell umso mehr zum Tragen kommt. Gleichzeitig hatte auch er schon gute Phasen, gerade im vierten Viertel von Game 1. Über seine Playoff-Karriere war er bis dato zudem zuhause VIEL besser als auswärts – vielleicht kommt der Wechsel nach Orlando ihm besonders entgegen.
Banchero machte über die ersten beiden Spiele generell Hoffnung, scheint die Aufgabe verstanden und akzeptiert zu haben. Es gab bisher wenige der oft frustrierenden Dribblings auf der Stelle, der schwierigen Jumper, vielmehr versucht der einstige Nr. 1-Pick, Druck auf den Ring auszuüben und gute Entscheidungen zu treffen.
Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt entschieden, dennoch dürfte es ein gutes Zeichen gewesen sein, dass Banchero im vierten Viertel – nachdem ihn Stewart zuvor zweimal geblockt hatte – im dritten Versuch erfolgreich einen Poster-Dunk über Detroits besten Shotblocker versenkte.
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"Wir lassen uns nicht einschüchtern", sagte Mosley. "Das ist nicht, wer wir sind. Vor allem in einer Serie wie dieser, gegen so einen Gegner, wir lassen uns nicht einschüchtern. Sie haben uns alles gegeben, was sie hatten, die Aggression, die Physis. Wir wussten, dass das kommen würde. Wir nehmen das an. Wir müssen in Orlando nur dafür sorgen, dass wir es übertreffen."
Ausgang offen
Das mag leichter gesagt sein als getan, tatsächlich wirken die Magic in diesem Duell bisher aber nicht eingeschüchtert, nicht wirklich unterlegen. Die meiste Zeit zumindest. Der Run im dritten Viertel zeigte, zu was die Pistons imstande sind, und wie schnell sich die Dinge in der NBA manchmal ändern können.
Die Magic erleben indes gerade ihre eigene Version davon. Vor nicht einmal einer Woche sah noch vieles danach aus, als würde nicht nur ihre Saison, sondern diese Version des Teams vor dem Ende stehen, als würde Mosley bald entlassen und der eine oder andere Leistungsträger womöglich getradet.
Natürlich kann das auch alles immer noch passieren – aber für den Moment leben die Magic, sind mittendrin in dieser Serie. Daran können auch zwölf Minuten (noch) nichts ändern, in denen es nicht danach aussah.
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