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NBA - Tristan da Silva feiert Mini-Durchbruch bei den Magic: Das Verbindungsstück

Veröffentlicht:

von Ole Frerks

ran NBA Basketball

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Videoclip • 01:15 Min


Tristan da Silva erlebte – genau wie die Orlando Magic – während dieser Spielzeit einige schwierige Phasen. In den vergangenen Wochen zeigte der Münchner jedoch dramatisch verbesserte Leistungen. Auch seinetwegen scheint Orlando die Kurve gekriegt zu haben …

Der lauteste Moment ist nicht immer der aussagekräftigste. Tristan da Silva liefert – oder erlebt – dafür gerade ein gutes Beispiel: Wer nach "Highlights" des Forwards aus den letzten Wochen fahndet, wird nun vor allem einen Moment finden … in dem Alex Caruso von den OKC Thunder da Silva illegalerweise mit seinem Schuh blockt.

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Witzig, aber eher nicht repräsentativ – die Szene zeigt eigentlich nur (wieder einmal), dass die OKC-Defense wirklich zu allem bereit ist. Sie lässt nicht erahnen, dass sich da Silva gerade im besten Stretch seiner jungen Karriere befindet – und dass er über die letzten Wochen durchaus auch Highlights produzierte, die wichtiger waren, selbst ohne diesen viralen Charakter.

Der vorentscheidende Block gegen Bilal Coulibaly im NBA-Spiel gegen die Wizards etwa. Ein neuer Karriere-Bestwert beim Scoring (26 Punkte), direkt nach dem vorherigen Saisonbestwert (23) am Vortag. "Er spielt momentan unglaublich", bekundete Desmond Bane vergangene Woche.

Tatsächlich hat da Silva einen recht großen Anteil daran, dass die Magic pünktlich zu den Playoffs womöglich doch noch ihren Rhythmus finden, wieder mittendrin sind im Rennen um die vernünftigen Playoff-Positionen.

Orlando Magic: Die Identität ist zurück

Die Niederlagen gegen die zwei heißesten Teams der Liga bei einem undankbaren Back-to-Back (in Atlanta, dann zu Hause gegen OKC) ändern noch nichts daran, dass Orlando zuletzt selbst zu diesen heißen Teams zählte und erstmals in dieser Saison eine signifikante Siegesserie hinlegen konnte (sieben am Stück).

Der Aufwärtstrend begann schon etwas eher: Seit dem 5. Februar stehen die Magic bei einer 13-6-Bilanz und einem starken Net-Rating von +6,4. Bedenkt man, dass Franz Wagner in dieser Phase nur in zwei Spielen (kurz) mitwirkte, lässt sich festhalten, dass Orlando gerade seine beste Phase seit Jahren ohne den Berliner hinlegt. Wobei viele Faktoren eine Rolle spielen.

Der wichtigste: Orlando hat seinen Fokus auf die Defense wiedergefunden. Die große Stärke der letzten Jahre ist wieder da, in diesem Zeitraum stellen die Magic die viertbeste Defense der NBA. Hinzu kommt eine mittelmäßige Offense – was ein Fortschritt ist. Über die vergangenen Jahre waren insbesondere die Minuten ohne Franz Wagner offensiv regelmäßig katastrophal, und auch in der laufenden Spielzeit war der Angriff bis zu diesem Stichtag wieder ein Sorgenkind (Platz 22). Seither ist das Rating um rund 3 Punkte pro 100 Ballbesitzen gestiegen.

Da Silva, der seit Mitte Februar in zwölf von 14 Spielen starten durfte, hat seinen Anteil an dieser positiven Entwicklung des Teams – an beiden Enden.

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Defensiv: Wertvoll im NBA-Teamverbund

Der Münchner ist zwar nicht der kräftigste Forward, dafür aber lang, mobil und smart, was ihn defensiv für viele verschiedene Aufgaben eignet. Er kann am Mann einen gewissen Druck ausüben, ist zudem vor allem im Teamverbund wertvoll und abseits des Balles eine ständige Gefahr für Steals und den gelegentlichen Block.

Speziell seine Steal-Rate hat sich im Vergleich zum vergangenen Jahr deutlich erhöht. Unterm Strich ist sein Einfluss auf die Defensive anders als in seinem Rookie-Jahr klar positiv: Die Magic-Defense erlaubt in seinen Minuten 3,4 Punkte pro 100 Ballbesitze weniger als ohne ihn, im Halbfeld beträgt der Unterschied sogar 5,7 Punkte.

"Die Coaches haben mich seit meiner Ankunft hier herausgefordert. Ich kam zu den Magic und das war einer der Bereiche meines Spiels, der ein Fragezeichen war", sagte da Silva selbst nach seinem Block gegen die Wizards. Elitär mag er defensiv nicht sein, ein Fragezeichen ist er jedoch definitiv auch nicht mehr.

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Hin und her

Offensiv tut sich derweil gerade noch mehr. Über Phasen der Saison hatte da Silva seinen Rhythmus fast komplett verloren, im Dezember etwa kam er über zehn Spiele auf 5,7 Punkte und 25% von der Dreierlinie – und auch im Februar waren seine Zahlen zunächst richtig schwach (7,2 Punkte, 36% FG). Er schwankte massiv, vielleicht auch deshalb, weil seine Einsatzzeiten und seine Rolle sich ebenso immer wieder veränderten.

"Es ist nicht leicht, ein Starter zu sein, dann wieder auf die Bank zu müssen, dann wieder zu starten, dann wieder von der Bank zu kommen", sagt Magic-Coach Jamahl Mosley über da Silva. "Das sagt etwas darüber aus, was für ein Profi er ist, welche Arbeitseinstellung er mitbringt. Es ist wirklich nicht leicht, das zu tun." Zuletzt ließ da Silva es jedoch so aussehen.

Seit der All-Star-Pause scheint etwas geklickt zu haben: 12,9 Punkte erzielt er seither im Schnitt, trifft 42,3% seiner Dreier – bei einem sehr ordentlichen Volumen (5,2 Dreier pro Spiel). Im März sind es bis dato sogar 14,2 Punkte bei 50/40/90-Quoten, trotz der schwächeren Spiele gegen Atlanta und OKC könnte es sein bisher bester NBA-Monat werden.

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Ein neues Selbstverständnis?

Was dabei vor allem auffällt: da Silva scheint seine Zögerlichkeit abgelegt zu haben, handelt mit einem anderen Selbstverständnis als noch in manchen anderen Saisonphasen. Was sich vor allem in seinem Wurf niederschlägt, aber auch die anderen Facetten seines Offensivspiels sind derzeit regelmäßig zu sehen.

Da Silva ist ein intuitiver Off-Ball-Spieler, ein williger Cutter. Er kann Ballhandling übernehmen, gerade aus der Bewegung gute Pässe spielen. Oft setzen die Magic ihn als Spacer in den Ecken ein, von wo aus er über die Saison starke 45% trifft. Auch mit Plays, in denen er beispielsweise für Paolo Banchero screent, haben die Magic derzeit aber häufiger Erfolg.

Der viel kritisierte einstige Nr.1-Pick zeigte sich zuletzt überhaupt dramatisch verbessert – auch, weil die Magic ihm durch verbessertes Spacing direktere Driving Lanes zum Korb eröffneten. Da Silva trägt einiges dazu bei.

Die zuletzt genutzte Starting Five mit ihm, Banchero, Bane, Jalen Suggs und Wendell Carter Jr. legt ein monströses Net-Rating von +16,3 auf, das Plus an Shooting kaschiert den Fakt, dass mit Franz Wagner der vielleicht beste Spieler des Teams fehlt. "Er verbindet alles bei uns, an beiden Enden des Courts", sagt Bane auch deshalb über da Silva.

Es geht bergauf

Trotz der Aufs und Abs in seinen Leistungen ist unterm Strich generell eine große Steigerung im Vergleich zu Jahr eins festzustellen. Sein Impact auf das Team ist klar positiv, derzeit ist er der Spieler mit der viertbesten On/Off-Differenz im Team (+3,7).

Da Silva ist ein deutlich effizienterer Scorer geworden, hat sich vor allem beim Dreier, aber auch bei den Abschlüssen am Ring gesteigert. Wobei er dort immer noch viel Spielraum hat: Für einen Wing seiner Größe schließt da Silva selten direkt in Korbnähe ab, Freiwürfe zieht er fast gar nicht (0,9 pro Spiel), was insofern schade ist, weil er sie fast immer trifft (88,1%).

Noch immer ist da Silva als Finisher ein Finesse-Spieler, der Kontakt eher vermeidet als aktiv sucht; etwas mehr Bulligkeit würde ihm guttun, sein Spiel um eine weitere essenzielle Facette bereichern. Sie könnte es auch stabiler machen, etwas weniger anfällig für Schwankungen.

Basketball: Schuh zur Stelle

Diese sind zum jetzigen Zeitpunkt ohne Zweifel noch Teil des Gesamtpakets – und noch steht und fällt die offensive Produktion oft damit, ob der Dreier nun gerade fällt oder nicht. Die gute Nachricht ist, dass er zuletzt eben fiel. In einer Phase, in der die Magic da Silva unbedingt brauchten, hat er abgeliefert.

"Diese Fähigkeit, einfach reinzukommen und deinen Part zu spielen, welcher auch immer das gerade ist, die hat er. Und das ist genau das, was wir jeden Tag von unseren Jungs brauchen", lobt Mosley. Es wird sich zeigen, ob da Silva – und die Magic – über die nächsten Wochen an diese gute Phase anknüpfen können, oder wieder abkühlen.

Die März-Version da Silvas ist in jedem Fall ein Spieler, der eine signifikante Rolle bei den Magic spielen muss, selbst wenn diese irgendwann mal wieder komplett sein sollten. Diese Erkenntnis sollte hängen bleiben. Mehr noch als der Fakt, dass er mittendrin von einem Schuh geblockt wurde.

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