Eishockey Weltmeisterschaft
Eishockey: Trennung von Harold Kreis ist richtig, vor der Heim-WM braucht das DEB-Team einen Neustart
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von Oliver Jensenran Eishockey WM live
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Die Trennung von Bundestrainer Harold Kreis ist die richtige Entscheidung, um nach vielen Enttäuschungen vor der Heim-WM einen Neustart aufzurufen. Doch Kreis ist nicht der einzige Schuldige. Auf verschiedenen Ebenen wurden Fehler gemacht - ein Kommentar.
Eine Weltmeisterschaft im eigenen Land bietet eine gute Gelegenheit, um Euphorie zu entfachen und den Sport in den Fokus zu rücken. Doch ein Jahr vor der Eishockey-WM in Deutschland (2027 live auf ProSieben und Joyn) ist das Gegenteil der Fall. Es herrscht der pure Frust.
Die Weltmeisterschaft 2026 mit dem Aus in der Gruppenphase war eine große Enttäuschung. Auch ein Jahr zuvor wurde das Viertelfinale verpasst. Sogar die Olympischen Winterspiele, als alle NHL-Stars wie Leon Draisaitl und Tim Stützle im Kader standen, war rückblickend eher ein Flop. Im Viertelfinale bekam die DEB-Auswahl mit dem 2:6 gegen die Slowakei ihre Grenzen aufgezeigt.
Nun wurde eine Konsequenz aus der Misere gezogen. Der DEB hat sich vorzeitig von Bundestrainer Harold Kreis getrennt. Eine gute Entscheidung, denn jetzt braucht es einen Neustart!
DEB-Team: Merkwürdige Kader-Entscheidungen und wenig NHL-Stars
Das bedeutet nicht, dass Kreis ein schlechter Trainer ist. Der sensationelle Gewinn der Silbermedaille bei der WM 2023 beweist das Gegenteil. Doch in den vergangenen Monaten bewegte sich vieles in die falsche Richtung. Kreis hat sich mit fragwürdigen Entscheidungen angreifbar gemacht.
Das begann bereits mit der Kader-Nominierung für die WM 2026: Dominik Bokk von den Kölner Haien befand sich in einer herausragenden Form mit 40 Scorer-Punkten in der DEL, wurde aber einen Tag vor Turnierstart aus dem Kader gestrichen, als Lukas Reichel von den Boston Bruins nachkam.
Auch auf den verlässlichen DEL-Scorer Alexander Blank (Augsburg) wurde verzichtet, Alexander Karachun (Schwenningen) ist erst aussortiert und später nachnominiert worden. Dadurch ging Deutschland einiges an Offensiv-Power verloren, zumal bereits die NHL-Stars Draisaitl, Stützle und JJ Peterka fehlten.
Apropos NHL-Spieler: Die sinkende Bereitschaft der Superstars, auch bei einer Weltmeisterschaft die Nationalmannschaft zu unterstützen, ist auffällig. Welche Gründe auch immer dahinterstecken mögen: Es ist offenbar nicht gelungen, ein echtes Gemeinschaftsgefühl zu entfachen.
Dabei wäre das im Hinblick auf die WM 2027 im eigenen Land besonders wichtig. Nur eine Mannschaft, die als Kollektiv funktioniert und harmoniert, kann eine Begeisterung im Land entfachen.
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Auch spielerisch wusste die Nationalmannschaft nicht zu überzeugen. Einfach die Scheibe tief zu spielen und auf das Beste zu hoffen, ist auf hohem internationalen Niveau nicht genug. Nicht ohne Grund merkte Moritz Seider an, die Mannschaft habe "im Moment keine wirkliche Identität, die uns auszeichnet."
Doch Kreis ist längst nicht der einzige Schuldige an der Misere. Die Struktur ist nicht stimmig. Bei der WM hatte die DEB-Auswahl mit dem 22-jährigen Phillip Sinn vom EHC Red Bull München nur einen Spieler im Kader, der jünger als 24 Jahre alt war.
Zudem fehlt es der Mannschaft mit Ausnahme von Seider an Typen, die auch in der Öffentlichkeit Kritik äußern und den sprichwörtlichen Finger in die Wunde legen.
Eishockey-Nationalmannschaft: Neustart mit neuem Bundestrainer ist eine Chance
Auch der DEB selbst muss sich hinterfragen! Warum wurde der Vertrag mit Kreis erst im Dezember vorzeitig bis zum Jahr 2027 verlängert? Wäre es nicht klüger gewesen, nach der enttäuschenden WM 2025 zumindest die Olympischen Winterspiele abzuwarten?
Die Trennung von Bundestrainer Kreis ist schlussendlich die Konsequenz mehrerer Fehler auf verschiedenen Ebenen. Umso wichtiger, nun mit einem neuen Bundestrainer einen Neustart anzugehen und die große Chance einer Heim WM zu nutzen.
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