Fußball
2. Bundesliga - Fortuna Düsseldorf am Ende: Absturz in die 3. Liga - und die Bedeutungslosigkeit?
Aktualisiert:
von Christoph Gailer2. Bundesliga
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Vor zwei Jahren stand Fortuna Düsseldorf schon mit einem Bein in der Bundesliga, nun geht es für die Rheinländer runter in die 3. Liga - der chaotische Niedergang eines Traditionsklubs.
Ziemlich genau auf den Tag zwei Jahre nach dem Fast-Aufstieg in die Bundesliga droht Fortuna Düsseldorf in der fußballerischen Bedeutungslosigkeit zu verschwinden.
Die Rheinländer sind am 34. Spieltag der Saison 2025/26 trotz guter Ausgangslage nach einer indiskutablen 0:3-Pleite beim direkten Konkurrenten SpVgg Greuther Fürth aus der 2. Bundesliga abgestiegen - in 90 Minuten durchgereicht von Platz 15 auf Platz 17.
"Maximale Enttäuschung. Das ist ein Riesenschlag", sagte Fortuna-Coach Alexander Ende nach Spielschluss bei "Sky". Dieser Abstieg ist nun der vorläufige Tiefpunkt einer chaotischen Talfahrt.
Fortuna-Kapitän Kastenmeier ratlos: "Da habe ich keine Worte für"
"Ich habe keine Ahnung, wirklich. Wir haben eine sehr, sehr gute Ausgangsposition gehabt. Es lag alles in unserer Hand. Wir haben alles vermissen lassen, was es heute gebraucht hat. Es gibt keine Erklärung dafür, es gibt keine Entschuldigung dafür", fasste ein in Tränen aufgelöster Fortuna-Kapitän Florian Kastenmeier bei "Sky" zusammen.
Später zählte der Schlussmann das Team noch mal deutlich an. "Es war alles vorbereitet, der Matchplan war aufgesetzt. Das so zu verkacken - da habe ich keine Worte für", sagte der 28-Jährige der "Bild".
Zahlreiche Fans in den sozialen Medien fanden hingegen mehr als deutliche Worte. "Man hat förmlich um den Abstieg gebettelt!", hieß es in einem Post auf Facebook.
"Haben wir uns richtig verdient mit der Saison. Einzig positiv sind die kommenden Duelle gegen Duisburg und Essen. Traurige Saison", lautete ein weiterer Instagram-Post nach dem Abstiegs-Drama der Fortuna.
Uchinos Fehlschuss in der Relegation als Beginn des Niedergangs
Jene Fans, die nun mit Frust reagierten, durften im Mai 2024 infolge des vermeintlich klaren Hinspiel-Erfolges in der Relegation in Bochum (3:0) schon so gut wie Bundesliga-Luft schnuppern.
Das Rückspiel erschütterte die Fortuna dann jedoch bis ins Mark. Nach 70 Minute hatte Bochum das 0:3 aus dem Hinspiel aufgeholt und setzte sich im Elfmeterschießen durch. Unvergessen ist der Fehlschuss von Düsseldorfs Takashi Uchino, der anschließend bittere Tränen vergoss.
Auch in der Saison darauf verpassten die Rheinländer als Sechster ein weiteres Mal den Aufstieg in die Bundesliga. Deshalb galt vor der Spielzeit 2025/26 das vom damaligen Trainer Daniel Thioune ausgerufene Motto "All-in" im Bezug auf die angestrebte Bundesliga-Rückkehr.
Abstieg statt Aufstieg: Chaotische Düsseldorf-Saison endet mit dem Super-GAU
Um einen Kader für das Aufstiegsrennen zu bauen, investierte der damalige Sportchef Klaus Allofs kolportierte sechs Millionen Euro, viele Volltreffer konnte der frühere Bremer Meistermacher aber nicht für sich verbuchen. Diese verunglückte Kaderplanung legte den Grundstein für die Talfahrt mit dem ersten "Opfer" Thioune.
Der Coach, der zwei Mal in Folge mit den Düsseldorfern knapp am Aufstieg scheiterte, musste im Oktober 2025 gehen, nachdem der Saisonstart misslang - doch es sollte fortan nur noch schlimmer werden. Unter Nachfolger Markus Anfang stürzte der Traditionsklub immer tiefer in der Tabelle ab, ehe die Fortuna im April Alexander Ende als erhofften Retter verpflichtete.
Doch auch der ehemalige Münster-Trainer brachte die Mannschaft nicht mehr auf Kurs, Ende steht damit möglicherweise trotz Vertrages bis 2028 auch schon wieder vor dem Aus. Ebenfalls wenig bewirken konnte der Mitte Dezember installierte Allofs-Nachfolger Sven Mislintat. Die Winter-Neuzugänge neuen starken Mannes der Fortuna blieben größtenteils wirkungslos.
Offensivschwäche als größtes Problem der Fortuna
Im Januar holte Mislintat etwa Stürmer Marin Ljubicic von Union Berlin, um Cedric Itten zu entlasten, dem quasi Alleinunterhalter im Fortuna-Angriff. Doch Ljubicic wurde zum Flop, erzielte in seinen zehn Partien kein einziges Tor.
Insgesamt war die Offensive die große Problemzone des nunmehrigen Zweitliga-Absteigers. Mit nur 33 Toren stellt die Fortuna die schwächste Offensive der 2. Bundesliga in der Saison 2025/26. Zudem waren die Düsseldorfer viel zu abhängig von 15-Tore-Mann Itten, der ausgerechnet im Abstiegs-Endspiel in Fürth wegen einer Gelbsperre fehlte.
Weiterer Baustein für den Abstieg war die eklatante Auswärtsschwäche. Zusammen mit Bielefeld und Münster holte die Fortuna mit 13 Punkten ligaweit die wenigsten in der Fremde und war obendrein zuhause weit davon entfernt, eine Macht zu sein. Mit 24 Punkten in der MERKUR SPIEL-ARENA steht Düsseldorf in der Heimtabelle nur auf Rang 12. Dabei wurde die Mannschaft zuhause von durchschnittlich 42.355 Fans unterstützt.
Abstieg mit weitreichenden Konsequenzen - bleibt Kastenmeier für den Neuaufbau?
Die Fortuna-Talfahrt, die nun in der 3. Liga endete, hat für den Klub noch weitere Konsequenzen. Zum einen muss die U23 trotz sportlichem Klassenerhalt nun aus der Regionalliga West in die Oberliga absteigen.
Weitaus tragischer ist die Perspektive jedoch laut "Bild" für einen Großteil der Mitarbeiter der Geschäftsstelle. Dem Bericht der Boulevard-Zeitung nach verlieren 60 Prozent der Mitarbeiter der Fortuna-Geschäftsstelle infolge des Abstiegs und aufgrund von Kosteneinsparungen ihre Jobs. In die nun abgelaufene Saison startete Düsseldorf laut "Reviersport" noch mit dem siebthöchsten Etat der Liga, hier sind nach dem Abstieg deutliche Einschnitte zu erwarten.
Wie geht es nun weiter in Düsseldorf? Völlig unklar ist, welche Spieler überhaupt einen Vertrag für die 3. Liga in der Tasche haben. Derweil ließ Kastenmeier anklingen, durchaus in Betracht zu ziehen, beim Neuaufbau in der Saison 2026/27 in Liga drei mithelfen zu wollen - allerdings nicht ohne Bedingungen.
"Es müssen sich gewisse Sachen, grundlegende Dinge, personelle Sachen verändern, und dann bin ich auf jeden Fall bereit, dass Fortuna mein erster Ansprechpartner ist und Gespräche geführt werden", sagte der Keeper der "Bild". Der im Sommer ablösefreie Kastenmeier wurde zuletzt mit einem möglichen Wechsel nach Bremen in Verbindung gebracht.
Dort würde er wieder auf Thioune treffen - der letzte Trainer, unter dem bei der Fortuna einst noch alles einigermaßen in Ordnung war.
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