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2. Bundesliga: Pro und Contra im Aufstiegsrennen: Worauf sich die Bundesliga freuen kann – oder auch nicht
Veröffentlicht:
von Martin Jahnsran Fußball Bundesliga
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In der 2. Bundesliga gehen am letzten Spieltag drei Teams mit realistischen Aufstiegschancen ins Rennen. Doch wer steigt am Ende neben Schalke 04 auf? ran schaut auf die Pros und Contras – und darauf, warum die SV Elversberg, Hannover 96 und der SC Paderborn die Bundesliga bereichern würden - oder eben nicht.
SV Elversberg (2. Platz, 59 Punkte, +22 Tore)
34. Spieltag: Heimspiel gegen Preußen Münster
Pro: Stehauf-Männchen nach bitteren Rückschlägen
In der vergangenen Saison scheiterte die SV Elversberg erst in der Relegation am 1. FC Heidenheim. Nur die wenigsten hatten erwartet, dass die Saarländer nach dem Abgang zahlreicher Leistungsträger und des langjährigen Erfolgstrainers Horst Steffen erneut ganz oben mitmischen würden.
Schließlich war es Steffen, der den Klub aus der Regionalliga bis in die 2. Bundesliga geführt hatte.
Doch Elversberg machte einfach weiter wie zuvor: Auch unter Vincent Wagner, für den Elversberg die erste Station als Profitrainer ist, blieb die Mannschaft ihrer erfrischend offensiven DNA treu. Kein anderer Zweitligist erzielte mehr Tore als die SVE mit ihren 61 Treffern.
Ein Aufstieg im zweiten Anlauf trotz des Umbruchs wäre eine wahnsinnige Comeback-Geschichte. Und: Er würde das Saarland nach 33 Jahren wieder auf der Bundesliga-Landkarte auftauchen lassen. Zuletzt war aus dem Bundesland der 1. FC Saarbrücken in der Saison 1992/93 erstklassig.
Contra: Wenig Wucht, kleine Bühne
Seit 2013 arbeitet Elversberg an der schrittweisen Modernisierung seines Stadions. Doch noch immer spielt die SVE in einer Baustelle, die in dieser Saison nur maximal 10.000 Zuschauer fasst – die kleinste Kapazität der Liga. Auch im Falle eines Aufstiegs wäre so schnell kein Ende in Sicht: Frühestens im Frühjahr 2027, wahrscheinlicher im Frühsommer soll der Umbau abgeschlossen sein. Kapazität danach: 15.000 Zuschauer.
Viel emotionale Wucht würde Elversberg also nicht in die Bundesliga mitbringen. Auch neue Rivalitäten oder gar Derbys gäbe es mit dem Verein in der Bundesliga nicht.
So bemerkenswert der Elversberger Aufschwung der vergangenen Jahre ist, löst der Verein bei vielen vor allem eine Reaktion aus: Schulterzucken.
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Hannover 96 (3. Platz, 59 Punkte, +16 Tore)
34. Spieltag: Heimspiel gegen 1. FC Nürnberg
Pro: Der Hoffnungsträger für Traditionalisten
Über 1.000 Bundesliga-Spiele hat 96 in seiner Vereinsgeschichte schon bestritten. In der ewigen Bundesliga-Tabelle sind die Niedersachsen auf Rang 16.
Dazu käme mit der Heinz von Heiden Arena ein WM-Stadion zurück auf den Reiseplan der Bundesliga-Fans. Mit seinen in dieser Saison über 42.000 Zuschauern pro Spiel wäre Hannover selbst im Oberhaus auf Rang neun der Zuschauertabelle.
Einen Vorgeschmack könnte es schon in einem möglichen Relegations-Derby gegen den VfL Wolfsburg geben.
Contra: Großer Name, aber kein fertiges Erstligateam
In diesem Aufstiegstrio mag Hannover 96 den größten Namen haben, doch der Punktestand lügt nicht: Sportlich steht das Team auf einem Niveau mit Elversberg und Paderborn.
Der Abstand zur Bundesliga ist im Kaderwert real. Das Portal "transfermarkt.de" bewertet Hannovers Kaderwert auf 45 Millionen Euro. Zum Vergleich: Bundesliga-Leichtgewicht Heidenheim steht hier bei 64 Millionen Euro.
Die Finanzen im Aufstiegsfall sollen auch der Grund für das Aus von Sportvorstand Jörg Schmadtke nach gerade einmal drei Monaten im März gewesen sein. Schmadtke habe laut "Bild" den geplanten Personal-Etat im Falle eines Bundesliga-Aufstiegs von 28 Millionen Euro als zu niedrig bezeichnet – und musste gehen.
Angesichts von zehn auslaufenden Verträgen wäre ein Aufstieg für den wieder einmal unruhig navigierenden Klub ein massiver struktureller Stresstest.
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SC Paderborn (4. Platz, 59 Punkte, +12 Tore)
34. Spieltag: Auswärtsspiel bei Darmstadt 98
Pro: Ein Aufstieg mit Konzept
Der SC Paderborn hat im Haifischbecken 2. Bundesliga ein Kunststück hinbekommen: Ohne sich zu überheben, haben sich die Ostwestfalen mit einem klaren Konzept zum Aufstiegsaspiranten gemausert. Im Januar legte der Verein positive Gewinnzahlen vor. Finanziell steht der Klub auf gesunden Beinen.
Dazu verfolgen die Ostwestfalen ein klares sportliches Konzept: den "Paderborner Weg". Mit 24,7 Jahren hat man den zweitjüngsten Kader der Liga. Vor der Saison verpflichtete der Klub mit Trainer Ralf Kettemann einen eher Unbekannten, dessen Idee von Spielstärke und Weiterentwicklung junger Spieler zum Klub passt.
Statt auf große Namen setzt Paderborn auf das richtige Profil. Der Aufstieg wäre der Lohn für kontinuierlich gutes Arbeiten.
Contra: Gegen die Großen keine Chance – selbst in Liga 2
Mit vier sieglosen Spielen in Serie geht der SC Paderborn in den letzten Spieltag – und hat immer noch Aufstiegschancen.
Noch erstaunlicher ist das beim Blick auf die sechs direkten Duelle der Ostwestfalen gegen Schalke, Elversberg und Hannover: Fünf Niederlagen und ein Remis stehen gegen die Kontrahenten im Aufstiegsrennen zu Buche. Selbst für die Großen in der 2. Bundesliga reicht es sportlich nicht.
Finstere Aussichten für den Aufstiegsfall. Denn dann ginge es aus Paderborner Sicht nur noch gegen Große - und es könnte sich Geschichte wiederholen: Zweimal spielte Paderborn bisher in der Bundesliga, beide Male ging es sang- und klanglos als Tabellenletzter wieder abwärts.
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