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3. Liga: Vierkampf der Traditionsvereine – alles zum Showdown um den Aufstieg

Veröffentlicht:

von Martin Jahns

ran Fußball

Nach Traumtor: Kind eskaliert auf Tribüne komplett

Videoclip • 01:14 Min


Am letzten Spieltag der 3. Liga kommt es zum Fernduell von vier einstigen Bundesligisten um den Aufstieg. Egal, wer das Rennen macht: Die 2. Liga kann sich neben dem schon feststehenden Aufsteiger VfL Osnabrück auf mindestens ein weiteres Traditionsteam freuen. ran stellt die vier Traditionsteams und ihre Ausgangslage vor.

Der VfL Osnabrück steht bereits seit längerem als Aufsteiger und Tabellenführer fest.

Dahinter kämpfen allerdings mit Energie Cottbus (69 Punkte), dem MSV Duisburg (67 Punkte), Rot-Weiss Essen (67 Punkte) und Hansa Rostock (64 Punkte) vier Vereine um den zweiten direkten Aufstiegsplatz sowie Relegationsrang drei (alle Relegationsspiele Live auf Sat.1 und im kostenlosen Livestream Joyn).

Für zwei der vier Teams ist derweil am kommenden Samstagnachmittag der Traum vom Aufstieg geplatzt.

ran stellt die vier Traditionsvereine vor, die von der Rückkehr in die 2. Bundesliga träumen - mit der aktuellen Ausgangslage, Leistungsträgern und einem Blick in ihre große Vergangenheit.

Energie Cottbus (2. Platz, 69 Punkte, +20 Tore)

Vergangene Saison hat das Team von Trainer Claus-Dieter Wollitz den Aufstieg in den letzten Spielen noch vergeben. Diesmal haben die Brandenburger alle Trümpfe vor dem 38. Spieltag in der Hand. Mit einem Sieg beim SSV Jahn Regensburg, für den es um nichts mehr geht, wäre der Aufstieg sicher.

Garanten für die starke Cottbusser Saison sind zwei Offensiv-Stars: Goalgetter Erik Enelhardt erzielte bereits 22 Tore für die Lausitzer. Nebenmann Tolcay Cigerci ist mit 17 Toren und 13 Assists bester Energie-Scorer.

Bei der Stadionauslastung sind die Cottbusser mit 57 Prozent und im Schnitt knapp 13.000 Fans pro Spiel allerdings Schlusslicht der vier Traditions-Teams.

Der Aufstieg wäre für Cottbus etwas besonderes, da es schon lange keinen Zweitligafußball mehr in der Lausitz gab. Zuletzt spielte der Verein 2013/14 in der 2. Liga. Danach ging es bis in die Regionalliga hinab. Erstklassig war Energie zuletzt 2008/2009.

Insgesamt war Cottbus sechs Jahre lang Bundesligist, mit Charakterköpfen wie Trainer Eduard Geyer oder dem legendären Tomislav Piplica im Tor. In der ewigen Bundesliga-Tabelle belegt das Team Platz 35.

Einen großen Titel hat Energie bislang nicht gewonnen. 1997 stand Cottbus im DFB-Pokalfinale, verlor aber gegen den VfB Stuttgart.

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Die nächsten Livestreams

MSV Duisburg (3. Platz, 67 Punkte, +17 Tore)

Den Betriebsunfall des Regionalliga-Abstiegs 2024 haben die Duisburger in der vergangenen Saison mit dem direkten Wiederaufstieg unter Trainer Dietmar Hirsch repariert. Und nun winkt sogar der Durchmarsch in Liga 2.

Allerdings haben die "Zebras" mit dem 0:0 gegen den bereits feststehenden Absteiger Erzgebirge Aue am vorletzten Spieltag eine bessere Ausgangslage leichtfertig aus der Hand gegeben.

In der heimischen Schauinsland-Reisen-Arena könnten die Meidericher gegen den Tabellenneunten Viktoria Köln mit einem Sieg aufgrund der fünf Tore besseren Tordifferenz gegenüber Verfolger Essen mindestens Relegationsplatz 3 sichern.

Bei einer Cottbusser Niederlage wäre Duisburg mit einem Dreier direkter Aufsteiger. Bei einem Energie-Remis müsste der MSV mit vier Toren Unterschied gewinnen, um vorbeizuziehen. Bei einer MSV-Niederlage wäre hingegen sogar der Absturz auf Rang fünf möglich.

Pikant: Duisburgs offensiver Hoffnungsträger Lex-Tyger Lobinger kickte in der Hinrunde noch für Viktoria Köln. Mit acht Toren ist er in diesem Kalenderjahr Duisburgs bester Torschütze.

Mit einem Schnitt von knapp 23.000 Zuschauern steht Duisburg auf Rang 3 in der Liga. Gut möglich, dass der MSV den Schnitt bei vollem Haus am letzten Spieltag noch weiter anhebt.

Duisburg war zuletzt 2018/19 zweitklassig, in der Bundesliga kickte das Team aus dem Ruhrpott zuletzt 2007/2008. In der ewigen Bundesliga-Tabelle stehen die Duisburger als 17. noch vor Teams wie dem SC Freiburg, Mainz 05 oder RB Leipzig.

Die Duisburger waren Gründungsmitglied und erster Vizemeister der Bundesliga. Spieler wie Bernard Dietz, Michael Tönnies oder in den 1990ern Bachirou Salou mischten die Bundesliga einst auf. Für den ganz großen Titel reichte es aber nie. Viermal stand der MSV im Pokalfinale, zuletzt 2011, verlor aber alle Endspiele.

Rot-Weiss Essen (4. Platz, 67 Punkte, +11 Tore)

Mit drei Pleiten am Stück, darunter dem desaströsen 1:6 gegen den VfB Stuttgart II, hat Rot-Weiss Essen in den vergangenen Wochen Platz zwei und eine Top-Ausgangslage im Aufstiegsrennen verspielt. Immerhin: Dank des 1:0 gegen den SC Verl am vorletzten Spieltag sind die Essener noch im Rennen.

Am letzten Spieltag muss das Team von Coach Uwe Koschinat auswärts beim bereits feststehenden Absteiger SSV Ulm ran. Allerdings müssen die Essener entweder auf einen eigenen Kantersieg oder Ausrutscher der Konkurrenz hoffen: Zum Relegationsplatz fehlen den Rot-Weißen fünf Tore.

Doch wer soll die schießen? Top-Torjäger Marek Janssen (14 Saisontore) lief in den vergangenen Wochen seiner Form hinterher. Gegen Verl saß er das komplette Spiel über auf der Bank. Immerhin: Der zuletzt verletzte Kapitän und Routinier Klaus Gjasula könnte in Ulm zurückkehren.

Mit über 17.000 Zuschauern im Schnitt stehen die Essener in der Zuschauertabelle der 3. Liga auf Rang vier.

Ein Aufstieg wäre das Ende einer langen Durststrecke: Zuletzt spielte RWE 2006/2007 in der 2. Bundesliga, danach dümpelte der Klub jahrelang in der Regionalliga, eine Saison sogar in der fünftklassigen NRW-Liga.

In der Bundesliga kickten die Essener zuletzt vor fast einem halben Jahrhundert in der Saison 1976/77. In der ewigen Bundesliga-Tabelle stehen die Jungs von der Hafenstraße mit Rang 34 einen Platz vor dem jetzigen Konkurrenten Cottbus.

Seine größte Zeit hatte Rot-Weiss Essen aber vor der Bundesliga-Ära in den 1950er Jahren mit der Deutschen Meisterschaft 1955 und dem DFB-Pokalsieg 1953 mit Klublegende und Weltmeister Helmut "Boss" Rahn.

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Hansa Rostock (5. Platz, 64 Punkte, +24 Tore)

Nur noch Außenseiter-Chancen hat mit Hansa Rostock ein Traditions-Klub aus dem Nordosten. Dafür müssen am letzten Spieltag allerdings sowohl Duisburg als auch Essen ihre Spiele verlieren und Hansa sein Auswärtsspiel beim 1. FC Saarbrücken gewinnen.

Bei Punktgleichheit würde dann die klar bessere Tordifferenz die Rostocker erstmals überhaupt in dieser Saison auf Tabellenplatz drei und damit in die Relegation bringen. Rang zwei ist für die "Kogge" unerreichbar.

Spitze sind die Rostocker dagegen in der Zuschauertabelle der Saison: Im Schnitt knapp 25.000 Zuschauer bei den Heimspielen bedeuten Platz 1 in der Liga vor Alemannia Aachen.

Sportlicher Hoffnungsträger für Trainer Daniel Brinkmann ist der dänische 1,95-Meter-Hüne Emil Holten im Sturm. Im August spielte der noch für Fredrikstad in der Europapokalqualifikation gegen Crystal Palace, dann ging er als Leihspieler nach Rostock und erzielte allein in der Rückrunde elf Tore.

Von den vier Teams im Aufstiegsrennen haben die Rostocker die jüngsten Erinnerungen an die 2. Bundesliga: Erst 2024 stieg Hansa aus der Zweitklassigkeit in die 3. Liga ab. 2007/2008 spielten die Mecklenburger letztmals in der 1. Bundesliga.

In den 1990ern und frühen 2000ern etablierte sich Rostock mit Spielern wie Stefan Beinlich, Steffen Baumgart, Oliver Neuville oder Sergej Barbarez im Oberhaus. In der ewigen Bundesliga-Tabelle sind die Rostocker mit Rang 29 das zweitbeste Team aus den Neuen Bundesländern hinter RB Leipzig (26.), aber vor Union Berlin (30.).

Seine einzigen größeren Titel gewann Hansa in den finalen Zügen des DDR-Fußballs als letzter Meister und Pokalsieger in der Saison 1990/91.

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