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Bundesliga - Markus Babbel exklusiv: Bayern-Neuzugang sind "keine Grenzen gesetzt"

Aktualisiert:

von Kai Esser

ran Fußball

Champions-League-Auslosung: Bayern-Fans fürchten "Haramball"

Videoclip • 02:04 Min


Die Bundesliga-Saison 2026/27 steht vor der Tür. Zum Auftakt hat ran-Experte Markus Babbel seine Einschätzung zum FC Bayern München, zu Borussia Dortmund, zum VfB Stuttgart und zu Schalke 04 gegeben.

Nach dem Supercup ist vor dem 1. Spieltag der Bundesliga. Der amtierende Meister FC Bayern München trifft auf den VfB Stuttgart (Fr., ab 19:50 Uhr live in SAT.1 und auf Joyn).

Während die Bayern erneut als klarer Favorit in die Saison gehen, schielt Borussia Dortmund darauf, den FCB womöglich zu ärgern.

Im exklusiven Interview verrät ran-Experte Markus Babbel, wer den Bayern am ehesten gefährlich werden kann, warum Eintracht Frankfurt eine unruhige Saison bevorsteht und wieso Babbel Fan der SV Elversberg ist.

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Max Eberl? "Sie haben tolle Transfers getätigt"

ran: Herr Babbel, der Supercup und die erste Pokalrunde bilden den Auftakt zur Bundesliga-Saison - wie viel Fußball haben Sie am Wochenende geschaut?

Markus Babbel: Ich habe eine Menge Fußball geschaut, auch die Premier League ist gestartet. Der Pokal ist natürlich auch hochinteressant, da lohnt es sich immer, reinzuschauen.

ran: Aus München kam am Dienstag die News, dass Max Eberls Vertrag verlängert wurde. Wie ist Ihre Reaktion darauf?

Babbel: Das ist die logische Konsequenz aus der tollen Zusammenarbeit zwischen Max Eberl und Vincent Kompany. Sie haben es geschafft, den Verein wieder zu beruhigen, haben tolle Transfers getätigt und spielen tollen Fußball. Es hat ja nicht viel gefehlt, um ins Finale der Champions League zu kommen und gegen das beste Team in Europa ist man dann leider ausgeschieden, das ist wahrlich keine Schande. Es freut mich auch persönlich für ihn, weil ich Max sehr schätze.

ran: Der erste Titel ist mit dem Supercup vergeben, der FC Bayern hat Borussia Dortmund mit 2:1 besiegt. Wie haben Sie das Spiel beobachtet?

Babbel: Ich habe 60 Minuten klar bessere Bayern gesehen, da hatte ich zeitweise ein bisschen Angst. Harry Kane und Michael Olise sind erst seit kurzem im Training und liefern sowas ab, wie sieht das dann erst aus, wenn beide voll im Saft stehen? Hintenraus ging ihnen ein bisschen die Luft aus, auch, weil Dortmund es dann wesentlich besser gemacht hat. In der ersten Halbzeit war es enttäuschend, da haben sie es den Bayern einfach gemacht. Nach der Pause haben sie das Potential gezeigt, das in ihnen steckt. Sie müssen sich trauen, auch gegen eine Mannschaft wie Bayern, fußballerisch dagegenzuhalten, denn das können sie besser als Langholz nach vorne schlagen.

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Markus Babbel über Nathaniel Brown: Ihm sind keine Grenzen gesetzt

ran: Neuzugang Nathaniel Brown hat bei den Bayern auf einmal im offensiven Mittelfeld gespielt und sogar getroffen. Wie sehen Sie diese Maßnahme und seine Entwicklung generell?

Babbel: Ich war sehr überrascht von der Maßnahme, gerade weil sie auf der linken Seite zuletzt Probleme hatten. Es zeigt seine Qualität, dass er so intelligent und aufnahmefähig ist. Ich verfolge ihn schon seit seinem Debüt für die U21 gegen die Ukraine 2023 und dachte mir da schon: "Wow, dieser Junge hat Potential." Seine Dynamik ist stark, man konnte sofort erkennen, was in ihm steckt. Bei Bayern wird er sich jetzt nochmal weiterentwickeln, ihm sind - bei dieser Entwicklung - keine Grenzen gesetzt.

ran: Hatten Sie als Trainer schon einmal einen Spieler, den Sie überraschend positionsfremd aufgestellt haben?

Babbel: Das sind die Lieblingsspieler eines Trainers, die mehrere Positionen nicht nur ausfüllen, sondern gut bekleiden können. Davon gibt es nicht so viele. Ich müsste überlegen, aber da kann ich mich an keinen erinnern. Die Spezialisten waren einfach so gut, dass es da keine Not gab, so etwas zu machen. Zu meiner Zeit war Hasan Salihamidzic so ein Spieler. Den konnte man auf beiden Flügeln vorne und hinten aufstellen und er hat es sehr gut gespielt. Dadurch spart man sich natürlich auch ein bisschen Geld, wenn ein Spieler mehrere Positionen spielen kann.

Bei Bayern wird er sich jetzt nochmal weiterentwickeln, ihm sind - bei dieser Entwicklung - keine Grenzen gesetzt.

Markus Babbel über Nathaniel Brown
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VfB Stuttgart als Deutscher Meister? "Wenn Bayern vielleicht mal schwächelt..."

ran: Am Freitag eröffnen der FC Bayern und der VfB Stuttgart die Bundesliga – Sie kennen den VfB gut, die Schwaben haben sich für die Champions League qualifiziert. Haben sie auch den Kader dafür?

Babbel: Ich finde ja. Ich hoffe, dass die Weiterentwicklung, die von Jahr zu Jahr zu sehen ist, auch so weitergeht. Sie haben in der Vergangenheit gerade international viel Lehrgeld bezahlen müssen, da würde ich mir wünschen, dass sie so dominant auftreten, wie man es in der Bundesliga von ihnen kennt. Eine Cleverness braucht es natürlich auch, die sie in allen Wettbewerben benötigen. Doch auch beim VfB gibt es noch Luft nach oben. Durch Sebastian Hoeneß und Alexander Wehrle ist Stuttgart wieder da, wo sie aus meiner Sicht hingehören: in die Top 4. Und vielleicht können sie neben dem Pokalsieg mal etwas Außergewöhnliches schaffen, wenn Bayern vielleicht mal schwächelt…

ran: Die Generalprobe lief mit einem 4:0 bei Hansa Rostock im Pokal nahezu perfekt. Überragender Mann war Dzenan Pejcinovic mit drei Toren. Ist er jemand, den Bundestrainer Jürgen Klopp für seine erste Nominierung im Auge haben sollte?

Babbel: Ich habe dem VfB Stuttgart zur Verpflichtung gratuliert. Genau wie bei Brown: Ich sehe ihn bei der U21 und sehe einen Torjäger. Er will Tore machen, er hat einen super Abschluss und das gewisse Etwas. Zum Glück war der VfB da so hartnäckig! Alles weitere liegt jetzt an ihm. Ich bin kein Freund davon, irgendjemanden in die Nationalelf zu reden. Er muss das, was er in Rostock gezeigt hat, kontinuierlich auch in der Bundesliga zeigen. Er hat das Potential, Nationalspieler zu werden, aber erstmal gute Leistungen im Verein bringen und der Rest kommt automatisch. Er bringt alles mit und ich würde es ihm gönnen.

Borussia Dortmund hat "einen guten Job gemacht"

ran: Borussia Dortmund ist in Sachen Transfers wieder dazu übergegangen, junge, eher unbekannte Spieler, aus dem Ausland zu verpflichten. Konstantinos Karetsas und Joane Gadou sind da ein Sinnbild. Wie bewerten Sie die Transferperiode des BVB?

Babbel: Sie gehen zurück zu den Wurzeln und das ist der einzig logische Weg für den BVB. Sie können sich die Top-Stars nicht leisten, das ist schlichtweg nicht umsetzbar. Sie müssen es wieder schaffen, hochtalentierte Spieler besser zu machen und das Sprungbrett zu sein. Auch wenn die jeweilige Liga (Belgien und Österreich, Anm. d. Red.) vielleicht nicht so hochwertig ist, sie haben schon Spiele in der ersten Mannschaft gemacht, sie kennen Männerfußball und jetzt gilt es, das nächste Level zu erreichen. Ich finde aber auch den Mix gut, sie haben mit Joey Veerman einen erfahrenen und gestandenen Spieler geholt. Der ist 27 und kommt jetzt erst in seine Prime. Es war aber auch klar: Borussia Dortmund muss sich neu erfinden. Wir wissen alle, dass Julian Brandt und Karim Adeyemi brillant Fußball spielen können, aber irgendwann muss man einen Cut setzen und sagen: "Okay, wir brauchen frisches Blut." Ich denke, dass Dortmund einen guten Job gemacht hat.

ran: Wird Dortmund ärgster Bayern-Verfolger? Können sie ihnen sogar gefährlich werden?

Babbel: Das liegt nur am FC Bayern. Sie haben nur eine Chance, wenn die Bayern schwächeln und das sehe ich im Moment absolut nicht. Sie haben immer noch diese Gier und Galligkeit. Ich habe sogar das Gefühl, dass sie sich nach dem knappen Ausscheiden in der Champions League nochmal enger zusammengeschworen haben. Da geht es nur um "Best of the Rest", da haben sie gute Karten.

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Eintracht Frankfurt? "Da habe ich große Fragezeichen"

ran: Eintracht Frankfurt hat mit Albert Riera einen Fehlgriff gemacht, jetzt ist Adi Hütter zurück. Das 0:7 im Testspiel gegen den FC Brentford war allerdings ein herber Rückschlag. Wie geht man als Trainer mit so einem Ergebnis um?

Babbel: Das ist ein Warnschuss zur rechten Zeit. Es ist nichts passiert, aber daraus kann man eine Menge Erkenntnisse ziehen. Da hat man als Trainer nochmal die Chance der Mannschaft zu sagen, dass man so gegen keinen Gegner auftreten darf, sonst gibt es große Probleme. Und ich glaube, dass die Eintracht große Probleme bekommen kann. Stand heute überzeugt mich die Mannschaft nicht. Ob es für die internationalen Plätze reicht, da habe ich große Fragezeichen. Ich bin gespannt, ob da noch was passiert.

ran: Zum Beispiel Noah Atubolu könnte kommen. Ungewöhnlich, solche Unruhe in Freiburg zu haben, er wurde als designierter Nationalkeeper degradiert. Wie sehen Sie seine Situation und kann der SC Freiburg als Europapokalfinalist an die letzte Saison anknüpfen?

Babbel: Den Job, den die Freiburger machen, das ist schon fast Bayern-Niveau. Natürlich auf einem anderen Level, aber sie machen einen herausragenden Job. Ich traue denen am Ende alles zu. Man darf nur nicht enttäuscht sein, wenn es mal nicht klappt mit Europa. Auch mit Noah Atubolu gehen sie hervorragend um. Er hat sich entschieden, den Verein zu verlassen und darauf haben sie mit Mio Backhaus reagiert, der dort prima hinpasst. Trotzdem gibt es nur Wertschätzung und lobende Worte. Ich könnte mir aber sehr gut vorstellen, dass Atubolu noch zur Eintracht wechselt, das könnte schon passen.

Babbel prophezeit Abstiegskampf: "Schalke braucht ein gutes Gefühl"

ran: Welcher "etablierte" Verein könnte diese Saison unten reinrutschen? Vergangene Saison war es der VfL Wolfsburg.

Babbel: Es wird höchstwahrscheinlich wieder acht, vielleicht neun Mannschaften geben, die um die Europacup-Plätze kämpfen und der Rest wird gegen den Abstieg spielen. Da jetzt einen rauszupicken, fällt mir brutal schwer. Vom Niveau ist das alles sehr ähnlich. Wer schafft es am besten als Mannschaft zu funktionieren? Wer funktioniert am besten, wenn es mal nicht läuft? Wer das hinbekommt, der wird es schaffen, die Klasse zu halten.

ran: Der FC Schalke 04 kommt mit viel Euphorie und einer guten Mischung aus jung und alt. Kann es für S04 vielleicht höher als nur Abstiegskampf gehen?

Babbel: Ich würde es ihnen wünschen. Diese Euphorie kann einem nutzen und sie auch tragen, wenn sie geschlossen auftreten. Bei jedem Auswärtsspiel hat man da 10.000 positiv Verrückte, die einen unterstützen. Der Start wird wichtig werden: Schalke braucht ein gutes Gefühl. Was, wenn es anfangs nicht klappt? Bei Traditionsvereinen geht es schnell, dass man sich selbst untereinander spaltet, wenn es mal nicht läuft. Wenn da Leute ihre Egos nach vorne stellen, Interna nach außen geben und Brandherde säen, dann wird es für die Mannschaft sehr schwer. Da braucht man Spieler, die etwaigen Druck aushalten können, da gibt es keine Ausreden. Schaffen sie das, dann ist vieles möglich, genau so kann es in die andere Richtung gehen.

ran: Zum Schluss: Ist für den SC Paderborn und die SV Elversberg der Klassenerhalt möglich?

Babbel: Ich traue beiden alles zu! Ich bin Fan der SV Elversberg, zum einen gefällt mir ihre Art Fußball zu spielen richtig gut, zum anderen wie der Verein geführt wird. Das hat etwas vom SC Freiburg: Ruhig, sachlich und sie werden nie nervös. Der Vorteil ist, genau wie bei Paderborn: Die Aufmerksamkeit ist schlichtweg nicht so hoch. In Köln, Hamburg oder Mönchengladbach ist man unter einem anderen Brennglas. Nichtsdestotrotz wird es brutal schwer. Sollte es einer von beiden schaffen, wäre das gleichbedeutend mit der deutschen Meisterschaft.

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