- Anzeige -

Bundesliga

FC Bayern München: Das spricht für und gegen eine Verlängerung von Max Eberl

Aktualisiert:

von Justin Kraft

ran Fußball

FC Bayern: Boateng schmeißt Olise aus Münchner Luxus-Villa

Videoclip • 01:13 Min


Max Eberl steht beim FC Bayern unter besonderer Beobachtung. Mit einem bisher erfolgreichen Transferfenster sammelt der Sportvorstand Argumente für sich. Spricht noch etwas gegen eine Verlängerung?

Im Sommer vergangenen Jahres legte Uli Hoeneß im "Doppelpass" einen bemerkenswerten Auftritt hin. Unter anderem gab er damals Max Eberl den "Rat", schneller auf dem Transfermarkt fertig zu sein.

Hinzu kamen Aussagen, die man so über einen aktiven Sportvorstand nur selten - eher nie - hört. Vieles deutete darauf hin, dass Eberls Zeit beim FC Bayern bald vorbei sein würde.

Selbst während der sehr erfolgreichen Saison klangen diese Gerüchte nicht ab. Und Ehrenpräsident Hoeneß bekräftigte sie erneut – ausgerechnet am Tag des Pokalsieges. "60 zu 40 für eine Verlängerung", sagte der ehemalige Top-Manager damals in Bezug auf den Vertrag von Eberl. In einem Gespräch mit dem "Spiegel" sprach er zudem davon, dass es noch "Zweifel" gebe.

Im Sommer 2027 läuft der Vertrag von Eberl aus. Viel Zeit lassen kann sich der FC Bayern mit seiner Entscheidung damit nicht mehr. Denn am Ende wird es auch darauf ankommen, Planungssicherheit für den nächsten Transfersommer zu haben.

Doch was spricht für und was gegen eine Verlängerung?

Die nächsten Livestreams auf Joyn

  • Bald verfügbar

    Heute, 16:10 Uhr • Mehr Sport

    Die Finals 2026 im Livestream

    Verfügbar auf Joyn

    170 Min

    Bald verfügbar

    Heute, 16:10 Uhr • Mehr Sport

    Die Finals 2026 im Livestream

    Verfügbar auf Joyn

    170 Min


- Anzeige -
- Anzeige -

FC Bayern: Vieles spricht für Max Eberl

Mittlerweile sprechen viele Argumente für Eberl. Die Entscheidung für Vincent Kompany als Trainer, die Transfers von Michael Olise, Luis Diaz, Jonathan Tah, Jonas Urbig oder Tom Bischof und der sportliche Erfolg stehen klar auf der Habenseite.

Hinzu kommen Verlängerungen von wichtigen Eckpfeilern für die Zukunft. Joshua Kimmich, der sich in der Zeit vor Eberl bereits anfing, vom Verein emotional zu distanzieren, konnte nach anfänglichen Zweifeln doch noch gehalten werden. Auch Jamal Musiala, Alphonso Davies oder Dayot Upamecano verlängerten in München.

Gleichzeitig erfolgte die Trennung von Großverdienern, die nicht mehr die entsprechende Leistung zeigten. Thomas Müller, Leroy Sane und Leon Goretzka sind hier gute Beispiele. Bayerns Gehaltsstruktur ist dadurch ein bisschen schmaler geworden und passt rein sportlich gesehen wieder besser zu den Leistungen - so wie es vom Aufsichtsrat eingefordert wurde.

Ein weiterer Punkt, der für Eberl spricht, ist seine Kommunikation nach außen. Anders als sein Vorgänger Hasan Salihamidzic stellt er sich bei nahezu jedem Thema der Öffentlichkeit und moderiert das in aller Regel souverän ab. Selbst rund um die prekären Hoeneß-Aussagen ließ er sich öffentlich nur wenig anmerken.

Die aktuellsten Fußball-Videos


Was gegen Eberls Verlängerung beim FC Bayern spricht

Alles gut also beim FC Bayern? Das sieht der Aufsichtsrat zumindest in Teilen anders. Doch warum eigentlich? Viele Fans können nicht nachvollziehen, dass dieses Fass geöffnet wird, während der Klub auf dem Weg zurück an Europas Spitze zu sein scheint.

Ein gewichtiger Punkt dürfte sein, dass viele der oben genannten Entscheidungen im Entstehungsprozess eher zufällig zustandekamen. Angefangen bei Kompany, der nicht nur das Ende einer sehr langen Trainersuche mit zahlreichen Namen war, sondern auch Teil einer Liste an Kandidaten, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Auch der Diaz-Transfer war eher das Resultat vieler unglücklicher Entscheidungen. Als man Florian Wirtz nicht bekam, soll es bis zur Entscheidung für Diaz noch einige Absagen gegeben haben. Auch eine Sane-Verlängerung war plötzlich wieder Thema. Keine einmalige Sache. Wie Hoeneß später bestätigte, wollte Eberl eigentlich auch mit Ex-Trainer Thomas Tuchel noch weitermachen, der zum Saisonende vor zwei Jahren entlassen wurde.

Bei Müller kündigte Eberl noch öffentlich an, dass sich die FCB-Legende selbst aussuchen könne, ob es weitergeht. Hoeneß intervenierte öffentlich, Müller musste gehen und war massiv unglücklich mit der Kommunikation des Vereins. Das sind nur einige von mehreren Beispielen, die erklären, warum es womöglich Zweifel an Eberl gibt.

Eine klare Linie war bei den wichtigsten Entscheidungen oft nicht zu erkennen. Gut möglich, dass der Aufsichtsrat das Gefühl bekam, dass die Entscheidungsprozesse nicht nachhaltig genug sind, um eine langfristige Zusammenarbeit zu rechtfertigen. Nur weil die Ergebnisse stimmen, heißt das nicht, dass auch der Weg dorthin richtig war. Fußball ist manchmal eben doch wie Mathe.

- Anzeige -
- Anzeige -

FC Bayern: Hat er sich zu oft mit dem Aufsichtsrat verzockt?

Apropos Mathe: Auch Zahlen dürften eine Rolle spielen. Mehrfach gab es Gerüchte, dass Eberl mit Budgets arbeiten würde, die nicht freigegeben waren. Kimmich habe er damals laut Medienberichten eine Summe versprochen, die der Aufsichtsrat als zu hoch empfand. Normalerweise laufen die internen Prozesse so ab, dass ein Vorstand seine Pläne offenbart und sich die Genehmigung vom Aufsichtsrat für Summe X abholt.

Dass exakt diese Kommunikation oft nicht gut lief, war auch ohne großes Insiderwissen ablesbar. Als Kingsley Coman kurz vor Ende des Transferfensters letztes Jahr nach Saudi-Arabien gewechselt ist, zeigte sich Eberl sichtlich überrascht darüber, dass er nicht noch einen weiteren Spieler verpflichten durfte. Dabei ist es seine Aufgabe als Sportvorstand, den Aufsichtsrat vor seinem Handeln zu informieren und ihn auf Rahmenbedingungen festzunageln. Das gelang ihm offensichtlich nicht.

Während seine Kommunikation nach außen also gut war und ist, scheint es bei der Kommunikation nach innen zu hapern. Dass ein Aufsichtsrat ins Grübeln kommt, wenn Vorgaben oft nicht eingehalten werden oder Budgets nicht nur ausgereizt, sondern teilweise überstrapaziert werden, ist nachvollziehbar.

Die Frage ist nur, wie viel Wahrheit in den Berichten steckt und wie viel möglicherweise medial lanciert wird, um Eberls Position zu schwächen. Auch solche Machtspielchen sind nicht unüblich.

FC Bayern: Hat Eberl das Blatt gewendet?

Und doch zeigt die Diskussion, dass es in der generellen Zusammenarbeit und in den Abläufen mehrere Unstimmigkeiten gab und vielleicht noch gibt. Es deutet an, warum es ein Zögern des Klubs bei der Verlängerungsfrage gibt. Klar ist aber auch, dass Eberl dabei ist, dem einen deutlich positiveren Spin zu geben.

Viele der Vorwürfe sind schon etwas älter. Der aktuelle Sommer ist exakt das, was sich Hoeneß von seinem Sportvorstand gewünscht hat: Schnell fertig werden mit Transfers, ruhig arbeiten und den Fokus frühzeitig auf die Vorbereitung richten.

Es wird jetzt noch darum gehen, die Ausgaben für die kostspieligen Neuzugänge Ismael Saibari und Nathaniel Brown ein wenig mit Einnahmen aufzufangen. Gelingt ihm auch das relativ bald, dürften die Restzweifel auch bei Hoeneß kleiner werden.

Vielleicht spricht er beim nächsten öffentlichen Auftritt am Stammtisch dann davon, wie hervorragend "der Max" das alles macht.

Auch interessant: Jürgen Klopp: Seine größte Aufgabe beim DFB-Team ist Joshua Kimmich Und: 60 Mann! Mega-Training beim FC Bayern

Weitere News zur Bundesliga