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Friedhelm Funkel beim 1. FC Köln: Trainer-Legende erklärt Gründe für seinen Abschied: "Ich schaue nicht mit Groll zurück"

Aktualisiert:

von Andreas Reiners

ran Fußball Bundesliga

1. FC Köln: So feiern die FC-Fans den Aufstieg und Funkel

Videoclip • 01:58 Min


Friedhelm Funkel spricht im ran-Interview über emotionale Wochen beim 1. FC Köln, warum es nicht weitergeht, was er von Lukas Kwasniok hält und warum Mario Basler Recht hat.

Das Interview führte Andreas Reiners

Groll bei Friedhelm Funkel? Auf keinen Fall!

Der 71-Jährige macht keinen Hehl daraus, dass er mit dem 1. FC Köln nach dem Bundesliga-Aufstieg auch gerne in die neue Saison gegangen wäre.

Er betont im ran-Interview aber auch, dass die Vereins-Verantwortlichen und er "im allerbesten Einvernehmen auseinandergegangen" sind.

"Enttäuscht bin ich nicht. Ich bin Realist. Natürlich hätte ich gerne weitergemacht, vor allem, weil ich von dieser Mannschaft wirklich überzeugt war. Jeder hat seine eigenen Vorstellungen und aus dem Grunde bin ich auch niemandem böse. Ich schaue überhaupt nicht mit Groll zurück", so Funkel.

Im ran-Interview spricht er zudem über emotionale Wochen, was er von Nachfolger Lukas Kwasniok hält, warum er den Feuerwehrmann und mit der jüngeren Generation gut kann und warum Mario Basler Recht hat.

Das Wichtigste in Kürze

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Friedhelm Funkel: Fan von "AnnenMayKantereit"

ran: Herr Funkel, sind Sie jetzt eigentlich Fan von "AnnenMayKantereit"?

Friedhelm Funkel: (lacht) Ja, doch - ein kleiner Fan bin ich mittlerweile schon. Das kann man sagen.

ran: Der Song "Tommi" der Band wurde zur Aufstiegshymne. Wie sehr hat Sie die Bundesliga-Rückkehr des 1. FC Köln emotional berührt?

Funkel: Das war herzergreifend, wirklich. Was da musikalisch und emotional passiert ist, hat mich tief berührt. Als die Anfrage kam, ob ich den FC noch einmal übernehme, habe ich kurz überlegt, aber die Entscheidung war dann schnell gefallen. Ich habe Thomas Kessler am nächsten Morgen direkt angerufen. Ab diesem Moment war klar: Das wird emotional. Und so war es dann auch: zwei Spiele, zwei Siege und am Ende der Aufstieg. Ich bin jeden Morgen mit einem Lächeln ins Geißbockheim gefahren, habe mich auf das Training gefreut, auf die Gespräche, auf die Spiele. Dass dann natürlich viele Erinnerungen hochkamen – an die Rettung 2021, an den Aufstieg 2003 – das war schon sehr besonders. Nochmal so einen Moment zu erleben, das waren große Gefühle und Emotionen.

ran: Sie haben in Ihrer Karriere viel erlebt. Wo ordnen Sie dieses Kapitel ein?

Funkel: Ganz klar: Das war ein weiterer Höhepunkt. Wir haben nicht nur sportlich gewonnen, sondern auch an Zusammenhalt und Glaubwürdigkeit. Es waren nur zwei Spiele und wir hätten auch viel verlieren können. Deshalb gehört dieser Aufstieg definitiv zu den schönsten Momenten meiner Trainerlaufbahn.

ran: Hatten Sie nach der Übernahme jemals Zweifel?

Funkel: Nein, überhaupt nicht. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt Zweifel. Schon nach dem ersten Training war für mich klar: Diese Mannschaft will. Die Intensität, die Körpersprache, die Art, wie sie auf dem Platz standen - das war stark. Ich war fest davon überzeugt, dass wir es schaffen. Es war eine überragende Truppe mit Charakter. Aber ich habe auch gespürt, dass die Mannschaft verunsichert war. Die Kritik war laut, der Trainer wurde freigestellt, das geht nicht spurlos an den Spielern vorbei.

ran: Was hat in der Situation geholfen?

Funkel: Ich kannte viele Jungs, hatte einige selbst trainiert oder bei Veranstaltungen kennengelernt. Das hat geholfen, Vertrauen herzustellen. Trotzdem kann in zwei Spielen viel passieren. Dass es so positiv läuft, hätte ich nicht gedacht. Manchmal wirkt ein Trainerwechsel wie eine Befreiung: Es ist ein anderes Gesicht, eine andere Ansprache, eine neue Herangehensweise. Das habe ich sofort gespürt. Da war Feuer drin, und das ist immer ein gutes Zeichen.

1. FC Köln zurück in der Bundesliga: Die besten Bilder der Aufstiegs-Party

  • 1. FC Köln v 1. FC Kaiserslautern - Second Bundesliga

    Meister-Party in Köln: FC kehrt in die Bundesliga zurück
    Der 1. FC Köln hat am 34. Spieltag durch einen 4:0-Kantersieg gegen Kaiserslautern nicht nur den direkten Wiederaufstieg fixiert, sondern sich auch noch zum Meister gekürt. ran zeigt die Party-Bilder aus dem RheinEnergieSTADION.

    2025 Getty Images

  • Martel

    Martel bringt Köln früh auf Kurs
    Beim letztlich souveränen 4:0-Erfolg sorgte Eric Martel schon in der 14. Minute für die Führung und erstmals Ekstase in Köln. Danach ließen die Rheinländer nichts mehr anbrennen.

    IMAGO/DeFodi Images

  • Köln U19 A-Jugend Meister

    Doppelter Meister-Jubel
    Für den 1. FC Köln war der 18. Mai 2025 ein ganz besonderer Tag in der Vereinshistorie. Bereits Stunden vor dem Aufstieg der Profis konnte sich die U19 den deutschen Meistertitel sichern. Die FC-Jungstars feierten während des Kaiserslautern-Spiels der Profis ausgelassen im RheinEnergieSTADION.

    IMAGO/DeFodi Images

  • 1. FC Köln v 1. FC Kaiserslautern - Second Bundesliga

    Kainz sorgt für die Entscheidung
    Spätestens nach 75 Minuten konnten die Feierlichkeiten in Köln beginnen, nachdem Florian Kainz das zwischenzeitliche 3:0 für die Gastgeber erzielt hatte und damit für die Entscheidung sorgte.

    2025 Getty Images

  • 1. FC Köln v 1. FC Kaiserslautern - Second Bundesliga

    Platzsturm nach dem Schlusspfiff
    Natürlich ließen es sich die Fans in Köln nicht nehmen, pünktlich zum Abpfiff am Sonntagnachmittag den Rasen zu stürmen und den Aufstieg bzw. Meistertitel zu feiern.

    2025 Getty Images

  • 1. FC Köln v 1. FC Kaiserslautern - Second Bundesliga

    Meister-Macher Friedhelm Funkel
    Als Feuerwehrmann sprang Friedhelm Funkel nach dem 32. Spieltag ein, um die Kölner in seiner dritten Amtszeit zurück in die Bundesliga zu führen - und der 71-Jährige lieferte. Auf Platz 2 übernahm Funkel den FC, als Zweitliga-Meister beendet er mit dem Team die Saison. Für ihn ist es bereits der siebte Bundesliga-Aufstieg seiner langen Trainer-Karriere.

    2025 Getty Images

  • Friedhelm Funkel

    Bierdusche für Funkel
    Fast schon obligatorisch gab es nach Schlusspfiff natürlich auch die Bierdusche der Spieler für Coach Friedhelm Funkel und dessen Assistenten Matthias Lust.

    IMAGO/osnapix

  • 1. FC Köln v 1. FC Kaiserslautern - Second Bundesliga

    Traumhafter Abschied für Uth
    Erst kürzlich gab Mark Uth (Mi.) bekannt, seine aktive Laufbahn nach der Saison 2024/25 zu beenden. Nun verabschiedete sich der Stürmer in Köln mit dem Wiederaufstieg, dem Meistertitel und einem Tor zum 4:0-Endstand gegen den FCK. Zudem bestätigte Köln am Sonntag auch die Vertragsverlängerung von Linton Maina (li.).

    2025 Getty Images


ran: Sie gelten als Spezialist für solche Einsätze. Was macht Sie in solchen Situationen so erfolgreich?

Funkel: Ich denke, es ist die Kombination aus Erfahrung und der Fähigkeit, mich schnell in eine Situation hineinzudenken. In Köln kam natürlich hinzu, dass ich Verein, Umfeld und viele Personen gut kenne, das war ein Vorteil. Wichtig ist auch die Menschlichkeit. Weil man viele Gespräche führen muss. Und da versuche ich dann, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Das ist mir in den vergangenen Jahren immer wieder gelungen, und das freut mich natürlich. Doch nochmal: Das wichtigste Merkmal ist einfach die Erfahrung.

Friedhelm Funkel: Warum versteht der Ältere die Jüngeren?

ran: Wie gelingt Ihnen der Draht zu einer Spielergeneration, die oft als "schwieriger" gilt?

Funkel: Ich weiß, da wird oft gesagt: 'Die Älteren verstehen die Jungen nicht mehr.' Aber das sehe ich völlig anders. Für mich ist das überhaupt kein Problem. Warum? Weil ich mich mit den Jungs beschäftige, weil ich mit ihnen rede, weil ich ihnen zuhöre. Ich finde auch nicht alles gut, was die heutige Generation macht. Aber ich bin bereit, vieles zu akzeptieren, weil es einfach eine andere Zeit ist. Wir waren früher auch anders als die Älteren damals. Entscheidend ist: Es gibt bestimmte Dinge, da lasse ich überhaupt nicht mit mir reden. Bei Dingen wie Disziplin, Pünktlichkeit und Verantwortungsbewusstsein bin ich kompromisslos. Da gibt’s kein 'Aber'. Aber über vieles andere lässt sich reden.

ran: Gibt es da konkrete Beispiele?

Funkel: Ich feiere gerne, das tun die Spieler teilweise auch. Die können das heute nur nicht mehr so wie früher, weil sie zu sehr unter Beobachtung stehen. Aber ich vergesse nicht, dass ich das früher auch gemacht habe. Ich habe viel Verständnis für viele Dinge und das spüren und merken die Spieler. Wichtig ist es auch, sich nicht wichtiger zu nehmen als die Spieler. Dass man auf Augenhöhe spricht. Ich will die Jungs nicht ständig zu mir zitieren, sondern setze mich auch mal zu ihnen, trinke mit ihnen einen Kaffee, besuche sie auf dem Zimmer. Das sind Kleinigkeiten, aber sie machen einen Unterschied.

ran: Das klingt nach viel Leidenschaft für den Job. Werden Sie deshalb immer wieder "schwach"?

Funkel: (lacht) Vielleicht. Aber ja, ich habe noch richtig Lust auf den Job. Ich habe Energie, ich bin gesund, ich bin glücklich, das alles versuche ich an die Mannschaft und das Umfeld weiterzugeben. Ich bin nicht müde, Trainer zu sein, im Gegenteil. Die Arbeit mit einer Mannschaft, das tägliche Training, das Miteinander: Das gibt mir unglaublich viel.

ran: Wie groß ist dann die Enttäuschung darüber, dass es mit dem FC nicht weitergegangen ist?

Funkel: Enttäuscht bin ich nicht. Ich bin Realist. Natürlich hätte ich gerne weitergemacht, vor allem, weil ich von dieser Mannschaft wirklich überzeugt war. Der Charakter, das Miteinander, die Mentalität, das war außergewöhnlich gut. Aber die Verantwortlichen wollten sich noch etwas Zeit nehmen, um die Trainerfrage in Ruhe zu klären. Da habe ich ganz offen gesagt: 'Leute, ich warte nicht noch acht, neun Tage.' Ich habe dann selbst den Schlussstrich gezogen und gesagt: 'Lasst uns das so stehen lassen, wie es jetzt ist.' Und das war auch völlig in Ordnung. Ich schaue überhaupt nicht mit Groll zurück. Im Gegenteil: Ich wünsche Lukas Kwasniok für die kommende Bundesliga-Saison nur das Beste. Ich werde mir sicherlich auch das eine oder andere Spiel in Köln anschauen. Vielleicht nicht gleich zu Beginn, aber irgendwann bestimmt.

ran: Können Sie das Vorgehen des Klubs nachvollziehen?

Funkel: Ja, absolut. Jeder Klub hat seine eigene Herangehensweise. Und beim FC sind es mehrere Personen, die in solchen Fragen mitentscheiden. Das habe ich akzeptiert, genauso wie der Verein akzeptiert hat, dass ich nicht länger warten wollte. Und so sind wir wirklich im allerbesten Einvernehmen auseinandergegangen.

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Friedhelm Funkel: "Ich bin niemandem böse"

ran: Hat es Sie überrascht, dass intern nicht alle hinter Ihnen standen?

Funkel: Nein, das gehört dazu. Jeder hat seine eigenen Vorstellungen und aus dem Grunde bin ich auch niemandem böse. Jeder bringt seine Sichtweise ein, und am Ende hat man sich für Lukas Kwasniok entschieden.

ran: Mario Basler sagte, er sei froh, dass es nicht zu einer langfristigen Lösung mit Ihnen kam. Sinngemäß: Wenn Sie dann fünf Spiele verlieren, müsste der FC Sie entlassen und das würde Ihrer Leistung nicht gerecht.

Funkel: Mario hat damit völlig recht. Zu 100 Prozent. Aber ich wäre das Risiko trotzdem eingegangen.

1. FC Köln, Hamburger SV und Co.: Die TV-Geldtabelle der 2. Bundesliga

  • TV-Gelder sind im deutschen Profifußball ein großes Thema. ran zeigt, wie viel Geld die Klubs in der 2. Liga in dieser Saison einnehmen.

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    Quelle: kicker

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  • Platz 18: SSV Ulm 7,3 Mio. Euro (+6,1 Mio. Euro im Vergleich zur Vorsaison in der 3. Liga)

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  • Platz 17: SC Preußen Münster7,32 Mio. Euro (+6,12 Mio. Euro im Vergleich zur Vorsaison in der 3. Liga)

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    Platz 16: SV Elversberg
    8,38 Mio. Euro (+0,44 Mio. Euro im Vergleich zur Vorsaison)

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    Platz 15: Eintracht Braunschweig
    8,61 Mio. Euro (+0,15 Mio. Euro im Vergleich zur Vorsaison)

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    Platz 14: Jahn Regensburg
    8,72 Mio. Euro (+7,02 Mio. Euro im Vergleich zur Vorsaison in der 3. Liga)

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    Platz 13: 1. FC Magdeburg
    9,31 Mio. Euro (+0,64 Mio. im Vergleich zur Vorsaison)

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    Platz 12: 1. FC Kaiserslautern
    9,78 Mio. Euro (+0,32 Mio. im Vergleich zur Vorsaison)

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    Platz 11: Hannover 96
    12,29 Mio. Euro (-0,56 Mio. Euro im Vergleich zur Vorsaison)

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    Platz 10: Karlsruher SC
    12,4 Mio. Euro (+0,59 Mio. im Vergleich zur Vorsaison)

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    Platz 9: 1. FC Nürnberg
    12,83 Mio. Euro (+1,07 Mio. Euro im Vergleich zur Vorsaison)

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    Platz 8: SC Paderborn
    13,6 Mio. Euro (-0,99 Mio. Euro im Vergleich zur Vorsaison)

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    Platz 7: SpVgg Greuther Fürth
    14,7 Mio. Euro (-1,87 Mio. Euro im Vergleich zur Vorsaison)

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    Platz 6: Fortuna Düsseldorf
    15,11 Mio. Euro (-2,29 Mio. Euro im Vergleich zur Vorsaison)

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    Platz 5: Hamburger SV
    17,05 Mio. Euro (-1,64 Mio. Euro im Vergleich zur Vorsaison)

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    Platz 4: SV Darmstadt 98
    18,37 Mio. Euro (-11,84 Mio. Euro im Vergleich zur Vorsaison in der Bundesliga)

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    Platz 3: FC Schalke 04
    19,18 Mio. Euro (-1,72 Mio. Euro im Vergleich zur Vorsaison)

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    Platz 2: Hertha BSC
    21,61 Mio. Euro (-3,5 Mio. Euro im Vergleich zur Vorsaison)

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    Platz 1: 1. FC Köln
    26,45 Mio. Euro (-26,24 Mio. Euro im Vergleich zur Vorsaison in der Bundesliga)

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ran: Haben Sie selbst auch solche Gedanken gehabt?

Funkel: Nein, ich mache mir über so etwas keine Gedanken. Ich kenne die Mechanismen im Fußball. Ich weiß, dass es dann so hätte passieren können, aber da mache ich mir wirklich überhaupt keine Gedanken drüber.

ran: Wie finden Sie die Lösung mit Kwasniok?

Funkel: Ich finde das gut. Lukas ist ein aufstrebender Trainer, hat in Paderborn und auch davor in Saarbrücken sehr gut gearbeitet. Jetzt bekommt er die Chance bei einem großen Traditionsverein, das ist schon eine andere Aufgabe.

Friedhelm Funkel: Passt Kwasniok zum Effzeh?

ran: Zu einem Klub wie dem 1. FC Köln muss man als Typ auch passen. Passt das?

Funkel: Ja, ich finde, er passt vom Typ her gut zum Klub und zur Mannschaft. Er ist ein impulsiver Typ, jung und dynamisch. Einer, der seine Emotionen lebt und zeigt. Ich kenne ihn nicht persönlich, aber ich habe ein gutes Bild von ihm: Er ist nicht nur einer, der an der Seitenlinie aktiv ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass er sich unter die Leute mischt, mal ein Bier mit den Fans trinkt, Gespräche sucht, Nähe zeigt und auch mal ein bisschen feiert. Das ist in Köln wichtig. Wer hier erfolgreich sein will, muss die Menschen mitnehmen, empathisch sein. Und das, glaube ich, kann Lukas, um die Herzen der Kölner zu gewinnen. Er bringt zudem fachlich viel mit. Was er in Paderborn und zuvor in Saarbrücken gemacht hat, war richtig stark.

ran: Trotzdem: Das Zögern, die Uneinigkeit wie bei der Trainerfrage - ist das auch ein typisches FC-Problem?

Funkel: Das ist generell ein deutsches Thema. In vielen Vereinen müssen Entscheidungen durch mehrere Gremien. Das kann manchmal ein Problem sein. Was auffällt: In den Vereinen, wo wenige Personen entscheiden, geht vieles schneller und oft auch erfolgreicher. Ich denke da an Freiburg, Mainz, St. Pauli, Heidenheim oder auch Frankfurt. Dort sind zwei oder drei Leute Entscheidungsträger – und wenn die sich einig sind, wird entschieden. Und manchmal ist Schnelligkeit wichtig. Und diese Vereine haben nachweislich Erfolg. Und dann hat man auch mehr Ruhe als in den Traditionsvereinen. Hertha oder Schalke zum Beispiel, da ist es schwierig, weil es viele Gremien gibt, da kommt man nicht zur Ruhe. Und dann ist es schwierig, langfristig erfolgreich zu sein.

ran: Müsste sich beim 1. FC Köln in der Hinsicht etwas ändern?

Funkel: Ich weiß nicht, ob sich da grundsätzlich etwas ändern muss. Was ich aber sagen kann: Thomas Kessler ist definitiv auf dem richtigen Weg und hat eine Chance verdient. Ich habe zwei Wochen intensiv mit ihm zusammengearbeitet und das war richtig gut. Er ist Kölner, kennt den Klub aus dem Effeff, ist hochintelligent. Und er kommt aus dem Fußball. Er hatte bei mir noch nicht die volle Entscheidungsmacht, das bei den Verantwortlichen durchzudrücken, weil er einen Tag im Amt war. Ich bin sowieso davon überzeugt, dass sportliche Entscheidungen wieder stärker bei den Sportverantwortlichen liegen müssen und nicht in Gremien. Thomas muss sich das jetzt erarbeiten. Aber er ist auf einem sehr guten Weg. Mit Spielern wie Ragnar Ache und Isak Johannesson hat er schon zwei richtig gute Transfers getätigt. Er ist empathisch, klug, kommunikativ, und das braucht der FC. Ich traue ihm deshalb sehr viel zu.

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Bundesliga-Transfergerüchte: Kim rückt in den Fokus des FC Chelsea

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    Der FC Chelsea beschäftigt sich laut Bayern-Insider Christian Falk mit einer möglichen Verpflichtung von Abwehr-Star Minjae Kim. Zwar liege noch kein konkretes Angebot vor, jedoch haben die "Blues" angeklopft. Der FC Bayern würde sich demnach ab 30 bis 40 Millionen Euro gesprächsbereit zeigen. Auch Tottenham, AC Mailand und Inter Mailand seien am Südkoreaner interessiert, ...

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    ...noch deutet aber nichts konkret auf einen Abschied hin. Laut Falk ist Kim auch ohne Stammplatz mit seiner Rolle in München zufrieden. Die Bayern schätzen den Innenverteidiger als starken ersten Backup, selbst wenn dieser dafür ein sehr deftiges Gehalt bezieht. Stand jetzt habe Kim nicht die Absicht, die Bosse über einen Wechselwunsch zu informieren.

    Marco Canoniero

  • Schlug in Leipzig voll ein: Yan Diomande

    Yan Diomande (RB Leipzig)
    Leipzig-Youngster Yan Diomande zählt zu den großen Entdeckungen der Saison. Dies hat offenbar auch Manchester United festgestellt, die laut der spanischen Zeitung "Sport" Interesse am 19-Jährigen haben sollen. Demnach hätte der Flügelspieler die ManUnited-Bosse mit seiner "Schnelligkeit und Dribbelfähigkeit" beeindruckt. Allerdings läuft sein Vertrag bei RB bis Sommer 2030, sodass die mögliche Ablöse sehr hoch ausfallen dürfte.

    AFP/SID/RONNY HARTMANN

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    Victor Osimhen (Galatasaray Istanbul)
    Victor Osimhen steht nun wohl doch auf dem Zettel des FC Bayern. Der Rekordmeister prüft laut "FussballTransfers", ob ein Transfer des nigerianischen Torjägers möglich sein könnte. Osimhen wurde dem FC Bayern bereits im Winter angeboten, allerdings lehnte Max Eberl einen Transfer damals noch ab. Nun beschäftigen sich die Münchner Verantwortlichen erneut mit dem Angreifer. Auch Osimhen selbst kann sich einen Wechsel nach München offenbar gut vorstellen. Neben dem FC Bayern zeigen allerdings auch andere Klubs Interesse - darunter mehrere Vereine aus Saudi-Arabien.

    IMAGO/Buzzi

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    Luka Vuskovic (Hamburger SV)
    Kann der HSV Innenverteidiger Luka Vuskovic halten? "Ich bin Überzeugungstäter. Natürlich glaube ich auch fußballromantisch an Dinge, die schwer vorzustellen sind", sagte Hamburgs Trainer Merlin Polzin der "Bild". Der Kroate ist von Tottenham Hotspur ausgeliehen und liegt bei einem Marktwert von 40 Millionen Euro. Dabei wähnt sich Polzin mit einem Trumpf in der Hand. "Wir wissen auch, was im November passiert..." Dabei spielt Polzin auf das Comeback von Lukas Bruder Mario Vuskovic nach Doping-Sperre an.

    IMAGO/HMB-Media

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    Said El Mala (1. FC Köln)
    Köln-Juwel Said El Mala steht bei einigen Klubs auf dem Zettel, einer wirbt aber wohl besonders intensiv um die Dienste des 19-Jährigen: Brighton & Hove Albion mit Trainer Fabian Hürzeler. Laut "Sky" plant der Premier-League-Klub im kommenden Sommer einen weiteren Vorstoß. Schon in den vergangenen beiden Transferfenstern hat der Klub demnach erfolglos wegen eines möglichen Transfers angefragt. Sein Vertrag in Köln läuft noch bis 2030.

    IMAGO/Revierfoto

  • Borussia Mönchengladbach v VfL Wolfsburg - Bundesliga

    Rocco Reitz (Borussia Mönchengladbach)
    Borussia Mönchengladbach könnte im Sommer 2026 wohl Rocco Reitz verlieren. Laut "Sky" soll RB Leipzig großes Interesse am 23-Jährigen haben. Dem Bericht nach hat Reitz in seinem Kontrakt offenbar eine Ausstiegsklausel in Höhe von 28 Millionen Euro. Zudem gibt es wohl auch weitere Interessenten wie Eintracht Frankfurt, Bayer Leverkusen und Brighton & Hove Albion. Reitz' Vertrag bei den "Fohlen" läuft noch bis Sommer 2028.

    2025 Getty Images

  • Leicester City v Wrexham AFC - Sky Bet Championship

    Jeremy Monga (Leicester City)
    Beim englischen Zweitligisten sorgt der erst 16-jährige Jeremy Monga für Aufsehen. Entsprechend sind schon einige Topklubs auf den Teenager aufmerksam geworden. Laut "Teamtalk" gehören auch der FC Bayern und Borussia Dortmund zu den Interessenten an Monga. Demnach sollen auch beide Klubs schon Gespräche mit dem Offensivspieler geführt haben, ...

    2025 Getty Images

  • Leicester City v Wrexham AFC - Sky Bet Championship

    Jeremy Monga (Leicester City)
    ... der aufgrund der Statuten aber erst im Jahr 2027 nach Deutschland wechseln dürfte. Die Konkurrenz im Werben um den Engländer ist aber wohl riesig. Juventus Turin, Real Madrid und PSG haben wohl ebenfalls schon Kontakt zu Monga aufgenommen, auch die englischen Topklubs Liverpool und Tottenham seien hinter dem Toptalent her, heißt es.

    2025 Getty Images

  • Borussia Dortmund v Bayer 04 Leverkusen - DFB Cup: Round of 16

    Julian Ryerson (Borussia Dortmund)
    Landet ein BVB-Stammspieler beim FC Barcelona? Wie "Sky" berichtet, hat Barca offenbar ein Auge auf Julian Ryerson geworfen. Der Norweger soll demnach ein günstiger Ersatz für Jules Kounde sein, der in Katalonien vor dem Abgang steht. Erste Gespräche sollen demnach bereits stattgefunden haben. Ob der BVB einem Abgang jedoch zustimmen würde, ist offen.

    2025 Getty Images


ran: Was muss der 1. FC Köln sportlich anders machen, um in der Bundesliga zu bleiben?

Funkel: Das Wichtigste ist simpel gesagt: Genug Punkte sammeln. In schwierigen Phasen ruhig bleiben, dem Trainer vertrauen. Das ist ganz wichtig, aber manchmal sehr schwierig.

Friedhelm Funkel: Nochmal Feuerwehrmann?

ran: Wie optimistisch sind Sie mit einem frühen Blick auf die neue Saison?

Funkel: Ich glaube, der 1. FC Köln wird, wie fünf, sechs andere Klubs auch, um den Klassenerhalt kämpfen. In solchen Konstellationen entscheiden oft Kleinigkeiten. Ob du im richtigen Moment die Punkte holst. Ich traue dem FC das zu, und ich wünsche es dem Klub von Herzen. Ich hoffe, dass sie am Ende oberhalb der Relegation landen.

ran: Wäre ganz generell ein erneuter "Feuerwehreinsatz" für Sie denkbar?

Funkel: Solange ich spüre, dass ich etwas bewegen kann, werde ich bereit sein, nochmal einzuspringen. Wenn ich das Gefühl habe, dass es realistisch ist, Erfolg zu haben und etwas zu erreichen. Es kommt daher immer auf die Umstände an: Wer kommt auf mich zu? Ist es realistisch, dass ich dieser Mannschaft helfen kann? Wenn ich überzeugt bin, dass eine Mission Erfolg haben kann, dann schließe ich das bestimmt nicht aus.

ran: Und was ist mit einer kompletten Saison? Würde Sie das auch reizen?

Funkel: Auch da kommt es auf die Umstände an. Beim FC hätte ich mir das absolut zugetraut. Die Mannschaft ist fußballerisch wie charakterlich stark, zwei sehr gute Neuzugänge sind bereits da und mit ein paar gezielten Verstärkungen hätte man gut in die Saison gehen können. Das hätte ich sehr gerne gemacht. Ob das bei anderen Mannschaften dann ebenso der Fall sein könnte, hängt von vielen Dingen ab: Welcher Verein ist das, was ist das für eine Mannschaft und was kann man erreichen? Das muss man dann sehen.

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