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Champions League

FC Bayern München: Monstermentalität gegen PSG - das wird fast schon zur Tradition - ein Kommentar

Aktualisiert:

von Justin Kraft

ran Fußball

FC Bayern: Zu früh gefeiert? Max Eberl stichelt gegen PSG

Videoclip • 07:38 Min


Selbst wenn der FC Bayern in Paris fünf Gegentore kassiert und verliert, zeigt er abermals, warum er unter Vincent Kompany wieder zu den besten Teams Europas zählt. Ein Kommentar.

Eigentlich war der FC Bayern tot. Kurz vor der Halbzeit kassierten die Münchner einen diskutablen Handelfmeter, dann kam PSG mit einem Doppelschlag aus der Pause.

Wenn man gegen den amtierenden Champions-League-Sieger mit 2:5 zurückliegt, dann gibt es normalerweise wenig Hoffnung darauf, dass in diesem Halbfinale noch viel zu holen ist. Doch dieser FC Bayern ist längst kein normales Team mehr.

Comebacks haben unter Vincent Kompany fast schon eine kleine Tradition. Erst am vergangenen Wochenende drehte seine Mannschaft einen 0:3-Rückstand in Mainz in einem für den Rekordmeister unbedeutenden Bundesliga-Spiel.

Doch Mainz ist eben nicht Paris und ein Champions-League-Halbfinale ist nicht die Bundesliga. Aber der FC Bayern ist unter Kompany eben auch kein typischer Gegner, der sich von einem Drei-Tore-Rückstand derart beeindrucken lässt, dass er auseinanderfällt.

Im Gegenteil: Die Bayern gingen clever mit dem Rückstand um, überstanden den wilden Offensivlauf der Pariser halbwegs und arbeiteten sich Schritt für Schritt zurück ins Spiel und in dieses Halbfinale.

"PSG hat nach dem 5:2 schon abgeklatscht, als ob sie schon durch sind und nach Budapest fahren", sagte Max Eberl hinterher über ein Spiel, das wohl als eines der spektakulärsten und großartigsten Fußballspiele überhaupt in die Geschichte eingehen wird.

FC Bayern beweist eine Qualität, mit der man Titel gewinnt

Natürlich hatte die gnadenlose Offensivpower der Franzosen einen großen Anteil daran. Aber die Mentalität, eine derart aussichtslose Situation nochmal in die eigene Richtung zu drehen, ist der noch leicht größere Teil dieser Geschichte, die das Spiel geschrieben hat.

Bayern war am Boden, schien geschlagen zu sein. So chaotisch, so unkontrolliert und so nah am Abgrund wie in der Phase rund um das vierte und fünfte Pariser Tor hat man die Kompany-Bayern bisher nur einmal gesehen: Bei der 1:4-Niederlage in Barcelona vor anderthalb Jahren.

Damals konnten sie sich nicht mehr aufraffen. Doch dieses Team glaubt an sich und ist an den Niederlagen und Rückschlägen gewachsen. Dieses Team bleibt auch dann ruhig, wenn alles für den Gegner läuft. Eine Qualität, die dafür gesorgt hat, dass man Real Madrid schlagen konnte, obwohl die Spanier mehrfach das Momentum auf ihre Seite zwangen.

Eine Qualität, mit der man Titel gewinnt und mit der man auch in den ganz großen Wettbewerben Titel gewinnen kann. Es sind nicht immer die Mannschaften, die den schönsten und besten Fußball spielen, die am Ende den Henkelpott in den Nachthimmel strecken. Oft sind es die Teams, die die dunklen Phasen des Wettbewerbs durchstehen und überleben. Die gut leiden können.

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Der FC Bayern sorgt für einen denkwürdigen Abend

Bayern hat in dieser Champions-League-Saison beides bewiesen: Sie können herausragend guten Fußball spielen. Vor allem dann, wenn es gut läuft. Aber sie können eben auch Fußball arbeiten, die Ruhe bewahren und es überstehen, wenn ein Gegner sie für einen kurzen Moment so überrollt, wie es Paris jetzt getan hat.

Letztendlich steht eine 4:5-Niederlage, die die Mission Finaleinzug im Rückspiel erstmal unnötig erschwert – weil die Bayern sportlich betrachtet genug Phasen im Spiel hatten, um ein positiveres Ergebnis mitzunehmen.

Aber die Mentalität und die Leistung, die sie vor allem nach dem scheinbar aussichtslosen 2:5-Rückstand gezeigt haben, verdient bei aller analytischer Kritik für den vorherigen Kontrollverlust viel Anerkennung. Und vielleicht ist das das größte Learning aus dieser Partie: So richtig tot ist diese Mannschaft erst, wenn Paris die Führung auch in München verteidigt hat.

Denn eigentlich waren sie es bereits. Doch dann sorgten die Münchner für einen der denkwürdigsten Abende der Champions-League-Geschichte. Vielleicht auch für einen, der PSG nochmal ins Grübeln bringt vor dem Rückspiel.

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