Fußball
FC Bayern: "Das größte Problem im Fußball" - Karl-Heinz Rummenigge greift Spielerberater an
Aktualisiert:
von Franziska Wendlerran Fußball Bundesliga
FC Bayern: Lennart Karl - ist das seine neue Flamme?
Videoclip • 01:18 Min
Die Spielerberater im Fußball sind dem FC Bayern ein Dorn im Auge. Nun findet Karl-Heinz Rummenigge deutliche Worte.
Dass die Verantwortlichen des FC Bayern den Beratern im Fußball nicht allzu begeistert gegenüberstehen, ist keine Neuigkeit. Nun hat mit Karl-Heinz Rummenigge die nächste Führungspersönlichkeit des Rekordmeisters die Entwicklung scharfe Kritik geübt.
Im Interview mit der spanischen Sportzeitung "As" konstatierte er, die Berater seien das "größte Problem im Fußball."
Demnach sei man nach Meinung des 70-Jährigen "komplett vom Weg abgekommen. Im vergangenen Sommer wurden insgesamt 1,347 Milliarden Dollar (1,17 Milliarden Euro) an Prämien für Berater gezahlt. Vor fünf Jahren waren es 500 Millionen, was schon viel war."
So kritisierte Rummenigge, das an Spielerberater überwiesene Geld bleibe – im Gegensatz zu den für Spieler gezahlten Ablösesummen – nicht im Umlauf. "Und das schadet unserem Sport sehr. Beim FC Bayern werden wir dieses Thema konsequenter angehen."
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FC Bayern: Auch Uli Hoeneß kündigte Berater-Maßnahmen an
Jüngst hatte sich auch Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß zu der Thematik geäußert und Maßnahmen angekündigt. Aus der Beraterszene gab es wenig überraschend Gegenwind.
Für das langjährige Führungsduo Rummenigge/Hoeneß entsteht mehr und mehr eine Schieflage.
"Franz Beckenbauer sagte immer: Erfolg ist entscheidend, muss aber stets auf einer soliden Grundlage stehen. Irgendwann ist der FC Bayern von diesem Weg abgekommen und hat zu viel in Gehälter und Provisionen für Berater investiert, aber wir arbeiten bereits daran, das zu korrigieren", führte der langjährige Boss des Rekordmeisters weiter aus.
FC Bayern: Karl-Heinz Rummenigge will FIFA-Reformen vorantreiben
Rummenigges Vorschlag: Umfassende Gespräche zwischen Beratern, Vereinen, Verbänden und Ligen. Nicht aber, ohne drohende Worte zu formulieren.
"Zunächst einmal ist der FC Bayern München kein Verein, den Spielerberater so einfach ignorieren können. Wenn wir nicht mehr mit einem Berater zusammenarbeiten wollen, hat das Konsequenzen."
Mehr noch: Nach Meinung des Ex-Sportlers sei es wichtig, die FIFA-Reformen voranzutreiben. "Die Idee, dass fünf Prozent des Jahresgehalts des Spielers an den Berater gehen, ist sehr gut. Das wäre ein guter Ausgangspunkt, denn derzeit liegen wir bei etwa zehn Prozent."
Nach Meinung von Rummenigge kann es nur eine gemeinsame Lösung geben, seien die Provisionen für die Berater neben den "exorbitanten Gehältern" der Spieler doch das "größte Problem im Fußball."
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FC Bayern: Karl-Heinz Rummenigge schließt Rechtsmittel nicht aus
Auch den Einsatz von Rechtsmitteln wollte Rummenigge nicht ausschließen. So wolle man sich zwar auf "gütlichem Wege" einigen, aber: "Wenn das nicht funktioniert, muss man sich an die europäischen Gerichte wenden."
Kein einfaches Unterfangen, haben doch "vor allem deutsche Gerichte eine Obergrenze für Provisionen vorerst gekippt."
Dies ändere jedoch nichts daran, dass auch die Politiker in Brüssel erkennen müssen, "dass die Ausgaben im Fußball alle Grenzen überschritten haben."
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