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FC Chelsea ist die Lachnummer Europas geworden - ein Kommentar
Aktualisiert:
von Kai Esserran Fußball
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Der FC Chelsea hat seinen Trainer gewechselt - mal wieder. Seitdem die "Blues" von Todd Boehly übernommen wurden, sind sie die Lachnummer in Europa geworden. Ein Kommentar.
Es gibt Vereine, bei denen kriegt man als Außenstehender ab und zu den Eindruck, dass nicht alle handelnden Personen ihre Entscheidungen zu 100 Prozent durchdacht haben.
So ein Verein ist auch der FC Chelsea - geworden. Denn der einst so erfolgreiche und stolze Traditionsklub aus England, dessen Stamford Bridge in den 2000er-Jahren nahezu uneinnehmbar war, ist nur noch ein Schatten vergangener Tage.
Seit der Übernahme durch das Konsortium um Milliardär Todd Boehly im Jahr 2022 geht es mit dem Klub durchweg den Bach runter. Neuester Tiefpunkt: Trainer Liam Rosenior musste nach nur vier Monaten gehen, in der Premier League liegt man nach dem 24. Spieltag nur auf Platz acht.
Dass Chelsea aktuell erneut im Chaos versinkt, ist dabei selbstverschuldet.
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FC Chelsea: Absturz nach der Ära Abramowitsch
Man muss nicht einmal fünf Jahre zurückgehen, in den Sommer 2021. In Porto gewann Chelsea gegen Ligakonkurrent Manchester City die Champions League. Es war der zweite "Königsklassen"-Triumph der "Blues" nach 2012, der mit Siegtorschütze Kai Havertz, Antonio Rüdiger, Timo Werner und Thomas Tuchel einen Schwarz-Rot-Goldenen Anstrich hatte.
Dazu die Europa-League-Siege in den Jahren 2013 und 2019. Die Londoner waren lange Zeit internationale Titelhamster. Das änderte sich jedoch, als der ehemalige Besitzer Roman Abramowitsch den Klub aufgrund des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine verkaufen musste, da sein Vermögen eingefroren wurde.
Der neue Co-Owner ist Todd Boehly. Der US-Amerikaner gilt als impulsiv und schnell verärgert. Genau so führt er den Verein nach seiner Übernahme 2022 auch - ganz im Gegensatz zum Führungsstil des Russen zuvor.
Eine seiner ersten Amtshandlungen war, Tuchel nach der ersten kleinen Schwächephase rauszuwerfen, so ähnlich wurden im Übrigen die anderen genannten deutschen Akteure ebenfalls vom Hof gejagt. Seitdem folgten in fünf Jahren sieben Trainer, wenn man Interimstrainer mitzählt. Eine Horrobilanz.
Boehly senkt seinen Daumen für Trainer gefühlt schneller, als man "Stamford Bridge" buchstabieren kann.
Fairerweise muss man sagen, die Klub-WM und die Conference League gewann Chelsea unter der neuen Klubführung. Deren Stellenwert im Vergleich zur "Königsklasse" ist jedoch verschwindend gering.
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Chelseas Rentenverträge können dem Klub auf die Füße fallen
Des Weiteren implementierte das Boehly-Regiment einen Kniff: Um horrende Ablösesummen jenseits der 100 Millionen Euro - wie etwa für Enzo Fernandez oder Moses Caicedo - in den Bilanzen aufzuteilen, werden die Verträge der Spieler auf teilweise sechs bis acht Jahre ausgedehnt.
Das wirkt clever, kann dem Klub aber schnell auf die Füße fallen. Damit bewegt sich Chelsea in einer Grauzone, formal erlaubt die FIFA nämlich nur Fünf-Jahresverträge, in England jedoch gibt es keine Beschränkung nach oben hin. Sollte das je angepasst werden, droht den "Blues" ein Problem.
Vor allem, da die tief roten Zahlen dann nicht mehr bis zum Sankt Nimmerleinstag gestreckt werden dürfen. In der Saison 2024/25 erwirtschafteten die Londoner einen Verlust von über 300 Millionen Euro. Das ist selbst ManCity noch nie gelungen.
Nicht, dass Boehly irgendwann das Geld ausgehen würde. An das Financial Fairplay muss man sich jedoch auch mit einer liegenden Acht auf dem Konto halten - und selbst mit genanntem Schlupfloch bestrafte der Verband den Klub kürzlich wegen Verstößen gegen jenes Financial Fair Play. Europaweit sorgt Chelsea regelmäßig für Verwunderung.
Der Vertrag von Ex-Trainer Rosenior läuft übrigens ebenfalls bis Sommer 2032, Weltrekord für einen Trainerkontrakt im Weltfußball. Steht der neue Coach fest, bezahlt Chelsea drei Trainer - und das gleichwohl üppig wie auch langfristig.
Aktuell sind die "Blues" durch den exzentrischen Besitzer und die daraus entstehende sportliche Schwächephase die Lachnummer Europas. Und es gibt nahezu keinen Anhaltspunkt, wieso sich das ändern sollte.
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