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Bei Lewandowski-Transfer: Betrüger versuchten Geld vom FC Barcelona zu ergaunern
Veröffentlicht:
von ran.deNFL
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Videoclip • 03:20 Min
Im Rahmen des Transfers von Robert Lewandowski zum FC Barcelona wären die Katalanen wohl beinahe auf Betrüger reingefallen.
Rund um den Transfer von Robert Lewandowski im Sommer 2022 vom FC Bayern München zum FC Barcelona kam es laut Recherchen des "Spiegel" und weiterer Redaktionen aus Spanien und den Niederlanden ("OCCRP", "Cadena Ser" und "Follow The Money") zu einem kuriosen Betrugsversuch.
Demnach versuchten bislang Unbekannte kurz nach dem Transfer, vom FC Barcelona eine vermeintliche Provision für den Wechsel des polnischen Starstürmers per Mail einzufordern. Dafür benutzten die Betrüger die Mail-Adresse "pini.zahavi.48@gmail.com", also den Namen des tatsächlichen Lewandowski-Beraters Pini Zahavi.
Medienberichten zufolge soll Zahavi, der zuvor auch schon den Wechsel von David Alaba vom FC Bayern zu Real Madrid abwickelte, im Rahmen des Lewandowski-Transfers insgesamt zehn Millionen Euro Provision kassiert haben.
Die Betrüger forderten von dieser vermeintlichen Gesamtsumme eine Million Euro, diese Teilzahlung der Provision an einen angeblichen Anwalt namens Michael D. sollte auf dessen Konto bei der Bank of Cyprus getätigt werden.
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Dafür gaben sich die Betrüger offenbar via Mail als Zahavi aus und versicherten, dass diese Teilzahlung von einer Million Euro von der tatsächlichen Gesamtforderung des Spielerberaters für Provisionen im Rahmen des Lewandowski-Transfer abgezogen werde.
Der große Haken: Michael D. ist weder Lewandowskis Berater, Anwalt oder Manager. Im Fußballgeschäft ist er ein bis zu diesem Zeitpunkt vollkommen Unbekannter. Unklar war sogar zunächst, ob es diese Person tatsächlich gibt, denn eine Google-Suche führte lediglich in die Niederlande - zu Personen, die seit langer Zeit tot sind. In einem Anwaltsregister in mehreren Ländern ist dieser Name hingegen nicht zu finden.
Barca bestätigt Eingang der Mail
Unstrittig ist derweil, dass eine solche Mail mit der Millionen-Forderung im vermeintlichen Namen Zahavis bei den Katalanen einging, dies bestätigte der spanische Topklub den recherchierenden Redaktionen. Was hingegen nach Eingang der Mail in Barcelona geschah, darüber gibt es zwei voneinander abweichende Versionen.
Eine Quelle, die mit den Vorgängen in Zypern vertraut ist, bestätigte, dass Michael D. einige Tage vor Bekanntwerden des Lewandowski-Transfers tatsächlich ein Konto bei der Bank of Cyprus eröffnete und aus Barcelona anschließend tatsächlich eine Überweisung der in der E-Mail geforderten einen Millionen Euro losgeschickt wurde. Die Bank of Cyprus habe die Überweisung aus Barcelona aber nicht akzeptiert, sondern leitete eine Überprüfung ein.
So stelle das Kreditinstitut laut offizieller Stellungnahme stets sicher, dass die Identität von Kontogründern echt sei. Demnach seien Kontoeröffnungen ohne persönliches Treffen unzulässig, erforderlich sei zumindest eine Videokonferenz oder ein Videotelefonat mit dem Kontoinhaber. Zusätzlich benötigt dieser die erforderlichen Ausweisdokumente, um ein Konto eröffnen zu können.
Im August 2022 meldete sich dann der angebliche Pini Zahavi per Mail bei der Bank of Cyprus, bat um Genehmigung der Überweisung aus Barcelona. Demnach sei Michael D. ein Mittelsmann Zahavis bei dessen größeren Transfers im Fußballgeschäft. Doch auch dies überzeugte die Verantwortlichen auf Zypern nicht, die Überweisung wurde von der Bank of Cyprus weiterhin nicht akzeptiert und im Oktober 2022 das Konto von Michael D. geschlossen.
Klub bleibt bei Angaben vagen
Auch der FC Barcelona kommt im Rahmen der Recherchen zur fraglichen Überweisung zu Wort und dabei bleiben die Katalanen vor allem in einem Punkt vage: Bei der Frage, ob die vermeintlich für Zahavi bestimmte Teilzahlung der Provision tatsächlich nach Zypern transferiert wurde.
Der Betrüger habe vom FC Barcelona kein Geld erhalten, hieß es von offizieller Stelle lediglich, was soweit auch stimmt, denn die Bank of Cyprus hat die Überweisung für den Empfänger Michael D. tatsächlich nie freigegeben.
Auf Nachfrage blieb Barcelona jedoch die Antwort darauf schuldig, ob der Klub versucht habe, das Geld zu bezahlen. Sprich: Hat Barcelona überwiesen oder nicht? Anfragen bei der katalanischen Polizei ergaben dem Bericht nach zwar Kontakt mit dem FC Barcelona in dieser Angelegenheit, offizielle Anzeige wurde vom Klub jedoch nie erstattet.
Zahavi, der ebenfalls von den recherchierenden Medien kontaktiert wurde, bestätigte hingegen, dass er weder eine Mail mit der Aufforderung der Zahlung einer Provision geschickt habe noch einen Michael D. kenne. Barcas Verantwortliche haben seiner Aussage nach aber etwa einen Monat nach dem Lewandowski-Transfer bei ihm wegen einer Rechnung in dieser Sache nachgefragt. Zahavi wusste jedoch von nichts.
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Allerdings, so der Spielerberater, wurde er beim nächsten Besuch mit dem katalanischen Klub von einer verantwortlichen Person herzlich umarmt, weil er den FC Barcelona vor einem "schrecklichen Fehler" bewahrt habe. Dieser schreckliche Fehler wäre dann wohl die Zahlung der Provision an die Betrüger gewesen.
Als wäre die Sache nicht schon kurios genug, fanden "Spiegel" und Co. gegen Ende ihrer Recherchen doch noch den Mann, der im Zentrum dieses vermeintlichen Betrugsversuchs steht: Michael D.
Dieser wies jedoch jegliche Verantwortung von sich, wie es im Bericht heißt. In einer E-Mail an die ebenfalls an den Recherchen beteiligten Reporter von "Follow The Money" behauptete er, dass ihm 2022 sein Ausweis gestohlen wurde und es sich bei dem Betrugsversuch um einen Identitätsdiebstahl handele. Ein Telefonat oder gar Treffen mit den Journalisten lehnte Michael D. ab.
Noch kurioser: Michael D., der auf der Plattform "Facebook" als Mike D. einen Account hatte, zeigte sich dort auf einem Bild als Zuschauer in einem berühmten Fußballstadion: dem Camp Nou, Heimstätte des FC Barcelona.
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