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Fußball

Real Madrid: Jose Mourinho ist nicht die alleinige Lösung - ein Kommentar

Veröffentlicht:

von Mike Stiefelhagen

Real

Bild: Imago


Jose Mourinho scheint der ideale Therapeut für den Patienten Real Madrid zu sein. Doch egal, für welche Therapie sich die "Königlichen" entscheiden. Der Weg beginnt im Inneren.

Jose Mourinho zurück bei Real Madrid? Allein der Gedanke hat Wucht. Der Name, die Kombination elektrisiert.

Zwar trainierte "The Special One" mit Benfica, Fenerbahce oder AS Rom nicht mehr die besten Mannschaften der Welt, aber er kann mit Weltklasse-Spielern umgehen. Das zeigt seine Vita.

Und die einstige Rückholaktion von Carlo Ancelotti, welcher selbst vor seiner zweiten Real-Zeit in Neapel und Everton scheiterte zeigt: so etwas kann klappen!

Mourinho steht noch immer für Reibung, Härte, Siegermentalität und große Nächte. Aber genau deshalb wäre seine Rückkehr auch so gefährlich. Es wäre ein weiteres Ego im Ego-Potpourri.

Die entscheidende Frage lautet nicht, ob Mourinho noch gut genug für die "Königlichen" ist. Die entscheidende Frage lautet: ist dieser Real-Kader überhaupt königlich?

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Real Madrid muss den Trainer schützen, nicht die Spieler

Gareth Bale sagte einst, dass Zinedine Zidane oder Ancelotti taktisch gar nicht zu den besten Trainern der Welt gehören. Trotz ihrer Rekorderfolge. Aber sie konnten Egos managen. Das wichtigste Gut in Madrid.

Mourinho kann das bewiesenermaßen auch. Nur anders als die zwei genannten. Er ist selbst das größte Trainer-Ego der Welt. Der Portugiese ist kein Verwalter, kein Moderator und erst recht kein Trainer, der große Namen schützt, wenn die Leistung nicht stimmt.

Er braucht Hierarchie, Disziplin und Spieler, die sich einem klaren Plan unterordnen. Vor allem aber braucht er einen Klub, der ihn schützt, wenn es in der Kabine knallt.

Genau daran bestehen bei Real Madrid Zweifel. Wie der Fall Xabi Alonso zeigt. Nicht ohne Grund kommentierte Real-Legende Iker Casillas einen möglichen Nachfolger für Alvaro Arbeloa süffisant mit: "Alonso". Damals entschied man sich gegen den Trainer. Und für die Spieler. Das gab ihnen so viel Macht, das konnte keiner mehr justieren.

Real Madrid: Man wird nicht König, indem man sich so nennt

Dieser Kader hat unbestrittene sportliche Qualität. Aber keine Typen. Keine Führungsspieler. Kein Kleber zwischen den Egos. Vinicius Junior, Kylian Mbappe, Jude Bellingham. Das sind Weltstars, wenn nicht Popstars. Keiner will sich unterordnen.

Ein Trainer wie Mourinho würde diese Kabine nicht beruhigen. Er würde sie herausfordern. Genau hier liegt das Problem. Mourinho könnte funktionieren, aber nicht in einem Umfeld, das keinen echten Schnitt will.

Real Madrid hat sich zuletzt zu oft in Nebenkriegsschauplätzen verloren: Schiedsrichter-Debatten, Ballon-d’Or-Frust, öffentliche Empörung, Trainingsschlägereien.

Die "Königlichen" haben einen Haufen Stars, die sich wie Könige aufführen, aber keine sind. Niemand wurde in der Geschichte König, nur weil er sich so nannte.

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Mourinho vs. Vini: Ärger vorprogrammiert

Hinzu kommt der Vini-Faktor. Er ist wohl das größte Problem. Besonders für Mourinho. Vinicius Junior ist bei Real nicht irgendein Spieler. Er ist Gesicht, Reizfigur, Unterschiedsspieler und emotionaler Fixpunkt dieses Teams.

Nach dem Champions-League-Duell zwischen Benfica und Real hatte Mourinho Vorwürfe rund um einen Rassismus-Eklat heruntergespielt und Vini Provokation unterstellt. Das werden beide nicht vergessen haben.

Auch das veranschaulicht: Mourinho lebt vom Konflikt. Er macht aus Widerstand Energie. Doch Real braucht derzeit nicht noch mehr Lärm nach außen, sondern mehr Klarheit nach innen.

Er könnte Real helfen, wenn der Verein bereit wäre, den Kader umzubauen: klare Rollen, neue Hierarchien, weniger Sonderstatus, mehr Leistungsprinzip. Spieler, die nicht performen, dürften nicht länger durch ihren Namen geschützt werden. Nur dann könnte Mourinho als harter Schnitt funktionieren. Aber das hätte Alonso auch.

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Real Madrid: Wie eine Mourinho-Therapie wirken kann

Der Trainer muss der Dirigent sein. Nicht der Spieler. Oder die Spieler. Mourinho hätte einen Nostalgie-Bonus bei Fans und Verein. Aber wenn er kommt, muss er auch seine Spieler bekommen und die Stars wegschicken, die nicht reinpassen.

Eine Mourinho-Verpflichtung kann der erste Schritt der Therapie sein. Aber ohne Besserung und Einsicht in der Kaderzusammenstellung, ist das wie ein therapeutisches Gespräch ohne praktische Umsetzung.

Therapie wirkt nur, wenn man für sie bereit ist. Ohne einen motivierten Patienten kann auch ein Therapeut nicht zaubern.

Auch nicht, wenn er Mourinho heißt.

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