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Primera Division

Real Madrid versinkt im Chaos: An diesem Verein ist nichts Königliches mehr - ein Kommentar

Veröffentlicht:

von Chris Lugert

ran Fußball

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Videoclip • 01:57 Min


Der offenbar handgreifliche Trainingszoff zwischen Aurelien Tchouameni und Federico Valverde ist lediglich die Spitze des Eisbergs: Real Madrid präsentiert sich derzeit nur noch als Karikatur eines Weltvereins. Ein Kommentar.

Elf Freunde müsst ihr sein? Bei Real Madrid ist dieser Optimalzustand einer funktionierenden Fußballmannschaft derzeit Galaxien entfernt. Es rumort wie lange nicht mehr.

Neuestes Kapitel aus dem Opernhaus: Aurelien Tchouameni und Federico Valverde lieferten sich im Training ein Handgemenge.

Für Valverde endete die "Meinungsverschiedenheit", wie er selbst es nannte, mit einem Schädel-Hirn-Trauma im Krankenhaus.

Ausgerechnet vor dem Clasico beim FC Barcelona (Sonntag, 21:00 Uhr im Liveticker) zerfällt diese Karikatur eines Weltvereins endgültig in ihre Einzelteile.

Es ist der negative Höhepunkt einer Entwicklung, die neutrale Beobachter längst mit einer Mischung aus Ungläubigkeit, Fassungslosigkeit und einem gewissen Ekel verfolgen.

Real Madrid, das sich selbst gerne als das Nonplusultra des Fußballs sieht, sowohl auf als auch abseits des Rasens, ist derzeit mit dem Adjektiv "peinlich" noch zurückhaltend beschrieben.

Real Madrid zeigt immer häufiger seine hässliche Fratze

Das Image der Madrilenen ist längst nicht mehr so blütenweiß wie ihre Trikots. Schon vor knapp zwei Jahren, als der Verein wie ein bockiges Kind die Verleihung des Ballon d'Or boykottierte, weil nicht Vinicius Junior die Wahl gewann, sondern der nicht weniger überragende Rodri, zeigte Real seine hässliche Fratze.

Es folgten regelrechte Hetzkampagnen gegen Schiedsrichter, vorangetrieben sogar über die eigenen Vereinsmedien. Dass auch die Spieler auf dem Rasen mehrfach eher wie unerzogene Rotzlöffel statt wie Vollprofis wirkten, überrascht dabei nicht. Wer reihenweise gewisse Charaktere verpflichtet, braucht sich über die Folgen nicht zu wundern.

Das Verhalten der Vereinsführung um Präsident Florentino Perez, der inzwischen hinter jeder Ecke eine Verschwörung gegen seinen Klub wittert, strahlt auf die Spieler ab oder - was noch schlimmer wäre - wird auf ähnliche Weise sogar explizit von den Profis eingefordert.

Es ist eine Atmosphäre, die jeden Erfolg unmöglich macht. Und die kein Trainer der Welt mehr reparieren kann. Dass in Xabi Alonso und Alvaro Arbeloa zwei Coaches scheiterten, die jahrelang selbst bei Real gespielt haben und genau wissen sollten, wie dieser Verein tickt, spricht Bände.

Denn inzwischen tickt dieser Verein anders. Man könnte auch sagen, er tickt nicht mehr richtig.

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Zu viele Egos zerstören das Teamgefüge

Real verstand es in der erfolgreichen Zeit der 2010er-Jahre stets, das eigene Selbstverständnis auszuleben, ohne aber alle Sympathien auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen. Real war arrogant, weil sie es konnten. Und weil sie dann doch diese beeindruckende Einheit waren.

Die Spieler, so egoistisch sie auch gewesen sein mögen, fanden im entscheidenden Moment zusammen. Cristiano Ronaldo stand exemplarisch dafür, der Rest stellte sich in den Dienst des Superstars. Diese Mischung machte Real nahezu unschlagbar.

Doch heute sind es zu viele Spieler, die eine Sonderrolle beanspruchen. Vinicius Junior, Kylian Mbappe, Jude Bellingham - auf dem Papier alles herausragende Spieler. Doch das reicht in einem Teamsport nicht. Von einer Chemie ist nichts zu sehen, abgesehen vom Sprengstoff, der durch das Trio jederzeit entzündet werden kann.

Dass Paris Saint-Germain ausgerechnet nach Mbappes Abgang plötzlich aufdrehte und sich in dieser Saison anschickt, zum zweiten Mal in Folge die Champions League zu gewinnen, ist wohl eher kein Zufall. Viele Real-Fans sehen in dem Franzosen den Hauptgrund, warum das Klima in der Mannschaft vergiftet ist. Eine millionenfach unterzeichnete Petition fordert sogar seinen Abschied.

Real Madrid zeigt Auflösungserscheinungen

Längst sollen sich Grüppchen gebildet haben: Mbappe und seine französischen Landsleute wie Tchouameni, Eduardo Camavinga und Ferland Mendy auf der einen Seite, der Rest des Teams auf der anderen Seite. "Bei Real brennt es lichterloh", titelte die "Mundo Deportivo".

Man kann wohl auch von Auflösungserscheinungen sprechen, die den gesamten Verein aus den Fugen reißen könnten. Im Sommer muss auf allen Ebenen ein Umbruch her. Und zwar nicht nur im Kader.

Auch die Vereinsführung um Perez sollte sich hinterfragen und überlegen, ob sie mit ihrem Wirken dem Verein nicht eher schadet als hilft.

Denn königlich ist an Real Madrid derzeit nichts mehr.

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