Fußball
Pyro-Eklat bei Prager Derby zwischen Slavia und Sparta: Spielabbruch statt Meisterfeier
Aktualisiert:
von SIDran Fußball Bundesliga
FC Bayern - Fans mit radikaler WM-Forderung: Urbig rein, Musiala raus!
Videoclip • 02:02 Min
Platzsturm mit Pyro-Würfen, dazu offenbar Gewalt gegen Spieler: Anhänger von Slavia Prag haben für den Abbruch des 317. Derbys gegen den Erzrivalen Sparta gesorgt - und den vorzeitigen Gewinn der tschechischen Fußballmeisterschaft durch ihren Klub am Samstagabend verhindert.
Beim Stand von 3:2 für Slavia in der siebten Minute der Nachspielzeit waren nur noch rund drei Minuten zu spielen, als zahlreiche Fans den Rasen stürmten und dabei allem Anschein nach gezielt zahlreiche Bengalos in Richtung des Sparta-Blocks warfen.
Das Spiel wurde abgebrochen. Die Spieler beider Mannschaften begaben sich umgehend in die Kabinen, die Gäste verließen das Stadion anschließend mit dem Bus.
"Wir können keine mildernden Umstände geltend machen. Unsere Fans stürmten den Platz und unterbrachen das Spiel vor dessen Ende. Der Gegner meldete einen Angriff auf ein oder zwei Spieler. Ich denke, es war gerechtfertigt, dass das Spiel abgebrochen wurde", wurde Slavia-Präsident Jaroslav Tvrdik auf der Webseite des amtierenden Meisters zitiert.
"Als ich mit unseren Spielern sprach, sagten sie mir, dass wir in einer ähnlichen Situation genauso gehandelt hätten. Wir können uns nur entschuldigen", so Tvrdik weiter.
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Slavia-Präsident rechnet mit harter Strafe
Man müsse "in Zukunft so reagieren, dass solche Situationen einfach nicht wieder vorkommen", erklärte der frühere tschechische Verteidigungsminister weiter: "Wir waren nur noch drei oder vier Minuten von den Meisterschaftsfeierlichkeiten entfernt. Ich glaube, die Spieler hätten es geschafft. Stattdessen ist es wohl die größte Schande, die ich in elf Jahren im Verein erlebt habe."
Der 57-Jährige bekannte, er rechne nun mit Konsequenzen durch die Liga: "Es liegt nun am Disziplinarausschuss des LFA. Das Spiel wurde durch unser Verschulden gestört, die Unterbrechung wurde von unseren Fans verursacht. Es ist zu erwarten, dass das Spiel zu unserem Nachteil gewertet wird. Wir müssen damit rechnen. Unsere Situation im Titelkampf ist dadurch extrem schwierig geworden. Ich entschuldige mich nochmals bei allen, es tut mir leid."
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