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Serie A: Betrugsverdacht gegen italienischen Schiedsrichter-Koordinator - Einfluss auf VAR genommen?

Veröffentlicht:

von SID, ran.de

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Dieter Hecking rügt Journalisten: "Unangemessen!"

Videoclip • 01:01 Min


Ein neuer Skandal erschüttert den italienischen Fußball: Angeblich soll ein Schiedsrichter-Koordinator Druck auf Unparteiische ausgeübt und VAR-Entscheidungen beeinflusst haben. Zudem soll er Schiedsrichteransetzungen zugunsten eines italienischen Erstligisten ausgewählt haben.

Dem italienischen Fußball droht ein neuer Schiedsrichter-Skandal. Gianluca Rocchi, Referee-Koordinator für die Serie A und B, legte am Wochenende sein Amt nieder, nachdem die Staatsanwaltschaft Mailand Ermittlungen wegen mutmaßlicher Beteiligung an Sportbetrug gegen seine Person aufgenommen hatte.

Auch der VAR-Supervisor Andrea Gervasoni zog mit einer entsprechenden Entscheidung nach, das teilte der Schiedsrichterverband AIA in einer Mitteilung am Samstagabend mit.

Über weitere personelle Konsequenzen werde nun in Kürze beraten.

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Serie A: Rocchi soll VAR-Entscheidungen beeinflusst haben

Rocchi soll den Ermittlungen zufolge Druck auf Schiedsrichter ausgeübt und Einfluss auf VAR-Entscheidungen genommen haben. Im Mittelpunkt stehen dabei wohl mehrere Spiele der Saison 2024/25. Zum einen handelt es sich um das Serie-A-Spiel Udinese Calcio gegen Parma Calcio am 1. März 2025, das Udinese dank eines Elfmeters von Florian Thauvin in der 38. Minute mit 1:0 gewonnen hat.

Die Nachrichtenagentur Agi veröffentlichte ein Video aus den Ermittlungen, das zeigt, wie der VAR-Offizielle Daniele Paterna eine mögliche Handspielszene im Strafraum von Parma überprüft.

Paterna schien sich dabei zunächst gegen einen Elfmeter zu entscheiden, weil der Arm des Parma-Spielers seinen Körper seiner Aussage nach nicht unnatürlich vergrößert habe. Dann drehte er sich jedoch plötzlich nach rechts und fragte: "Ist das ein Elfmeter?" Nach Angaben der Ermittler wandte sich Paterna dabei Rocchi zu, der an die Tür der VAR-Offiziellen geklopft hatte, um mitzuteilen, dass eine Überprüfung am Spielfeldrand notwendig sei.

Das würde allerdings gegen die VAR-Regularien verstoßen, da Entscheidungen nur von den drei VAR-Offiziellen und dem Schiedsrichter auf dem Feld ohne äußere Einflussnahme getroffen werden dürfen.

Der Fall soll jedoch laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung" bereits intern nach einem Hinweis eines ehemaligen Assistenten behandelt worden sein. Der Prozess habe zu einem neuen Protokollsystem geführt, mit dem man nachweisen könne, wer an diesem Ort Einfluss nehme.

Weitere Maßnahmen ergriff der italienische Verband nicht, um das häufig kritisierte VAR-Programm nicht noch mehr in den Fokus zu rücken. Folgerichtig steht der Vorwurf einer Vertuschung im Raum.

Gegen Gervasoni wurden ähnliche Vorwürfe wie gegen Rocchi laut. Er soll in einem Serie-B-Spiel im März 2025 verbotenerweise Einfluss auf den VAR ausgeübt haben.

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Bild: LaPresse


Inter Mailand mehrmals betroffen

Ein weiterer Vorfall soll sich laut den Dokumenten der Staatsanwaltschaft im Mailänder San Siro im April 2025 abgespielt haben. Rocchi soll bei einem Treffen veranlasst haben, dass am darauffolgenden Wochenende der von Inter Mailand präferierte Schiedsrichter Andrea Colombo beim Spiel zwischen dem FC Bologna und Inter zum Einsatz komme.

Abgesehen davon soll er im Halbfinale der Coppa Italia zwischen Milan und Inter absichtlich Schiedsrichter Daniele Doveri eingesetzt haben, um dadurch einen erneuten Einsatz des besagten Referees im Finale zu verhindern.

Inter habe es laut der Staatsanwaltschaft verhindern wollen, in der Saisonendphase häufiger als nötig von Doveri gepfiffen zu werden.

Zudem soll Rocchi auch beim 2:1-Sieg von Inter Mailand gegen Hellas Verona Einfluss auf die Kollegen in einem bestimmten VAR-Zentrum genommen haben.

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Serie A: Gianluca Rocchi weist Vorwürfe zurück

Rocchi wies die Anschuldigungen zurück und erklärte, er habe stets korrekt gehandelt. Die Selbst-Suspendierung sei erfolgt, um den Ablauf der Ermittlungen nicht zu beeinträchtigen. Der 52-Jährige ist seit 2021 Schiedsrichter-Koordinator für die Serie A und B.

Auch die italienische Sportjustiz befasst sich mit dem Fall: Die Staatsanwaltschaft des Fußballverbands FIGC forderte die Ermittlungsakten aus Mailand an. Sportminister Andrea Abodi stellte Konsequenzen in Aussicht, sollten sich die Vorwürfe bestätigen.

"Es braucht Transparenz, Schnelligkeit und Gleichbehandlung im Umgang mit Vorwürfen der Nichteinhaltung von Sportregeln, insbesondere wenn diese potenziell strafrechtliche Konsequenzen haben", forderte er am Samstag in einer Mitteilung.

Weitere Aufräumarbeiten sollen folgen. "Der schwerwiegendste Aspekt ist die Art und Weise, wie die Anzeige innerhalb des Fußballsystems behandelt wurde", erklärte der Sportminister. Angesichts der Krise der Nationalmannschaft arbeitet Abodi ohnehin an einer Neuaufstellung des italienischen Fußballverbands.

Nun stellt sich die Frage, ob es sich um Einzelfälle handelt oder ein systematisches Vorgehen von Rocchi und gegebenenfalls anderen Beteiligten vorliegt.

Zudem soll herausgefunden werden, ob Inter Mailand wirklich bevorteilt wurde, zumal das Team in der vergangenen Saison weder die Meisterschaft noch den Pokal gewonnen hat.

Serie A: Dunkle Erinnerungen werden wach

Der Skandal erinnert an die Affäre "Calciopoli", die 2006 mit dem Abstieg des Rekordmeisters Juventus Turin in die Serie B endete. Der Klub war in den Manipulationsskandal verwickelt, in dem Schiedsrichter-Ansetzungen beeinflusst worden waren.

Nach dem Urteil am 14. Juli 2006 wurde Juventus nicht nur in die zweite Liga versetzt, dem Klub wurden auch die Meistertitel der Saisons 2004/05 und 2005/06 aberkannt. Juventus spielte somit in der Saison 2006/07 in der Serie B.

Nach nur einer Saison in der zweiten Liga gelang dem Verein der direkte Wiederaufstieg in die Serie A, da ihm Stars wie Gianluigi Buffon, Pavel Nedved, Mauro Camoranesi, Alessandro Del Piero oder David Trezeguet die Treue hielten.

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