WM 2026
DFB-Team - Malick Thiaw im exklusiven Interview: "Die verbindende Kraft des Fußballs ist stärker"
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von Tobias Hlusiakran Fußball
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Videoclip • 01:02 Min
Vor dem WM-Auftaktspiel der deutschen Mannschaft gegen Curacao am Sonntag spricht Nationalspieler Malick Thiaw im exklusiven Interview mit ran und Focus online.
Die deutsche Nationalmannschaft muss nicht mehr lange warten: Am Sonntag (19:00 Uhr im Livestream auf Joyn) startet sie gegen Curacao endlich in die WM. Gegen den WM-Debütanten ist das DFB-Team der klare Favorit. Die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann will gleich zum Start ein Ausrufezeichen setzen.
Vor dem Startschuss spricht Malick Thiaw im exklusiven Interview mit ran und "Focus" über seine Rolle im Kader, seine Eishockeyvergangenheit und die Erwartungen an die DFB-Stars.
Frage: Nicht weit von hier bestreiten die Carolina Hurricanes in Raleigh die NHL-Finals gegen die Vegas Golden Knights. Sie haben eine Eishockey-Vergangenheit – wie sehr verfolgen Sie die Spiele?
Malick Thiaw: Ich verfolge Eishockey nicht mehr, ich habe nur in der Kindheit gespielt. Sobald ich mit Fußball angefangen habe, war hier mein voller Fokus.
Frage: Wie knapp war es, dass Sie Eishockey- und nicht Fußballprofi geworden wären?
Thiaw: Nur ein paar Tage! Eishockey war meine erste Wahl. Zwei Tage bevor ich mich im Verein angemeldet hätte, habe ich aber in der Fußball-Mannschaft meines besten Freundes mittrainiert. Dann war's entschieden. Was im Eishockey aus mir geworden wäre, werden wir nie wissen.
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Malick Thiaw: So prägten ihn seine Eltern
Frage: Nun hat sich Ihre Kindheitsentscheidung als sehr gute Fügung herausgestellt. Sie sind Nationalspieler und bei einer Weltmeisterschaft dabei – was bedeutet ihnen das?
Thiaw: Es ist der Traum von jedem Kind. Daher bin ich unglaublich dankbar, hier zu sein. Es ist eine riesige Ehre!
Frage: Der DFB hat die Nominierungen mit kleinen, persönlichen Videos verkündet. Wussten Sie, dass da was kommt, oder wurden Sie überrascht?
Thiaw: Ich wusste gar nichts davon, deswegen war es eine unglaublich schöne Überraschung. Bei vielen Mitspielern sind auch Tränen geflossen.
Frage: Bei Ihnen nicht?
Thiaw: Ich bin niemand, der schnell weint. Aber es war schon sehr, sehr emotional und wunderschön. Meine Familie hatte mir auch nicht Bescheid gegeben, umso erfreulicher war es.
Frage: "Freude, Herz, Mut und Leidenschaft – Der Rest kommt von allein", hat Ihre Mutter im Kader-Clip gesagt. Dein Vater ist "dein größter Fan". Wie haben Sie diesen Moment der Klarheit wahrgenommen?
Thiaw: Ich war zwiegespalten. Einerseits waren da diese unglaublichen Emotionen, die ich mit diesen Personen teile. Was man zusammen erlebt hat, den Weg, den man zusammen gegangen ist. Aber ich hatte auch direkt den Weg, der nun vor mir liegt, im Kopf. Eine WM für Deutschland zu spielen, ist auch eine große Verantwortung.
Frage: Mutter aus Finnland, Vater aus dem Senegal – welche Eigenschaften haben Sie von beiden mitbekommen?
Thiaw: Sie haben beide die gleichen Werte. Natürlich bringt jede Kultur etwas mit sich, was die andere nicht hat. Im Senegal herrscht eine große Dankbarkeit und Fröhlichkeit. Egal, was ist, die Menschen dort versuchen immer, mit jeder Situation klarzukommen. Das hat mir mein Vater früh beigebracht. Und meine Mutter hat mir mitgegeben, nie aufzugeben. Das ist typisch skandinavisch. Diese Stärke, diese Einstellung, immer alles zu geben, habe ich von ihr.
Frage: Und dabei kommt ein guter Deutscher heraus?!
Thiaw: (lacht) Ja, genau!
Die WM auf Joyn
Thiaw deutlich: "Die WM ist für jeden da"
Frage: Es gab jetzt zuletzt viele Fälle von Spielern oder Beteiligten aus afrikanischen Staaten, die Schwierigkeiten bei der Einreise in die USA hatten oder diese ihnen sogar verweigert wurde. Wie berührt Sie das? Beschäftigen Sie sich mit solchen Themen?
Thiaw: Ja, natürlich. Die WM ist für jeden da. Ich bin mit der WM 2010 in Südafrika aufgewachsen. Das war Freude pur. Und diese Freude verbinde ich bis heute mit dem Sport. Und dann ist es nicht schön, wenn du mitbekommst, dass manchen Menschen die Einreise erschwert oder gar verboten wird.
Frage: Haben Sie die Sorge, dass solche Geschichten abseits des Platzes den Sport überstrahlen?
Thiaw: Am Ende des Tages ist Fußball immer noch ein Sport, der vereint. Ihr müsst euch nur unsere Mannschaft anschauen. Wir haben viele Spieler mit Migrationshintergrund, mit Wurzeln in unterschiedlichen Ländern. In anderen Nationen ist es ähnlich. Deswegen glaube ich fest daran, dass unter den Spielern in den Kabinen und auch unter den Fans auf den Tribünen diese verbindende Kraft viel stärker ist.
Frage: Sie sind jetzt schon anderthalb Wochen in den USA. Welche Erfahrungen haben Sie bisher gemacht: Wie gastfreundlich sind die Amerikaner?
Thiaw: Es ist alles super gelaufen, die Menschen sind sehr freundlich. Man merkt, dass die Fußballkultur eine andere ist (lacht). Selbst Spieler mit größeren Namen können sich frei bewegen, das wäre in Europa niemals der Fall.
Frage: Haben Sie auch manchmal das Gefühl, dass die Amerikaner gar keine Ahnung von Fußball haben?
Thiaw: (lacht) Ich wurde schon gefragt, für welche Mannschaft ich denn bei der WM spiele, dabei trug ich ein Shirt mit dem DFB-Logo.
Frage: Glauben Sie, dass sich diese "Ahnungslosigkeit" auch auf den Rängen widerspiegelt und viele Zuschauer gar nicht wissen, was da gerade auf dem Rasen geschieht?
Thiaw: Es liegt an uns, dass wir ein gutes Fußballspiel liefern und auch neutrale Fans mitreißen. Dann wird es eine gute Stimmung geben. Ich war schon mal vor zwei Jahren mit dem AC Mailand in der Vorbereitung hier, da war die Atmosphäre super.
Thiaw enthüllt: Musiala schlechter Uno-Verlierer
Frage: Sie sind ein sehr gläubiger Mensch. Wie sehr können Sie ihren Glauben auch hier ausleben?
Thiaw: Ganz normal, es gibt keinen Unterschied. Wir haben verschiedene Religionen in der Mannschaft. Jeder respektiert den Glauben des anderen.
Frage: Ist Religion ein größeres Thema in der Mannschaft?
Thiaw: In der Mannschaft nicht, eher individuell. Das ist ein ganz normaler Umgang wie in jeder anderen Mannschaft oder auf der Arbeit auch.
Frage: Seit zweieinhalb Wochen hockt ihr als Mannschaft auf einen Haufen. Nervt Sie schon jemand?
Thiaw: Ich bin sehr gut mit Felix (Nmecha), er ist schon ein kleiner Provokateur. Wenn er mal in einem Spiel gewinnt, dann kann er mir schon auf die Nerven gehen.
Frage: Was spielt ihr?
Thiaw: Wir spielen viel Uno oder auf dem Platz zwei Kontakte. Da gibt’s dann für die Verlierer Ohrenschnipser. Und wenn das jemand mal sehr hart macht, dann kochen manchmal schon die Emotion über (lacht).
Frage: Wer ist der schlechteste Verlierer im Uno?
Thiaw: Letztes Mal war zum Beispiel Jamal (Musiala) sehr sauer!
Frage: Nehmen Sie uns mit: Wie ist generell die Stimmung im Camp?
Thiaw: Alle sind voller Vorfreude, das Teamgefüge ist sehr, sehr gut. Jeder kennt seine Rolle und versucht, das Beste für sich und die Mannschaft herauszuholen. Das spürt man im Training, im Spiel, auf dem Feld, auf der Bank. Jeder kämpft für den anderen.
Thiaw stärkt Newcastle-Teamkollege Woltemade
Frage: Gute Stimmung ist ein gutes Stichwort. Gerade auf Social Media machen unterschiedliche Songs, darunter auch KI-Lieder, die Runde. Bekommen Sie das in der Mannschaft mit?
Thiaw: Ich bin da selbst nicht so viel unterwegs, aber manche Jungs haben das schon in die Gruppe geschickt.
Frage: Wie war die Resonanz? Und wird es schon gesungen?
Thiaw: Viele haben gelacht, aber gesungen, soweit ich weiß, noch nicht.
Frage: Auch vor der WM in Katar hieß es damals, dass die Stimmung im Team super sei. Was zeichnet diese Mannschaft jetzt im Speziellen aus?
Thiaw: Wir müssen uns nicht kleiner reden, als wir sind. Viele Spieler sind auf höchstem Niveau und auf bestem Level unterwegs. Wir haben die Qualität. Und wir haben einen sehr intelligenten Trainer, der uns perfekt auf die Spiele einstellt. Das gepaart mit dem Ehrgeiz und der Erfahrung, dem Mix aus Jung und Alt, kann einen Unterschied machen im Turnier.
Frage: Sollten Sie mal Langeweile im Camp haben, zu wem gehen Sie?
Thiaw: Ich habe mich sehr mit Nadiem (Amiri) angefreundet, der ist sehr lustig. Auch mit Felix und Toni (Rüdiger) gibt es immer was zu lachen.
Frage: Nick Woltemade haben Sie jetzt nicht genannt. Haben Sie mit ihm in Newcastle schon zu viel Zeit verbracht?
Thiaw: Ja, den sehe ich im Verein 24/7 (lacht).
Frage: Wie erleben Sie ihn derzeit? In der WM-Qualifikation war er noch die Lebensversicherung, jetzt hat sich seine Rolle etwas verändert. Beschäftigt ihn das?
Thiaw: Genauso wie immer. Nick ist ein super Typ, ein super Spieler. Er bringt sich gut in die Mannschaft ein und macht genau da weiter, wo er hier in der Nationalmannschaft aufgehört hat.
Frage: Was kann er der Mannschaft auch in einer möglichen Backuprolle geben?
Thiaw: Nick hat schon oft genug gezeigt, welche Qualitäten er hat. Wenn er diese mit seinem Kombinationsspiel und seinen Toren auf den Platz bringt, kann er jeder Mannschaft helfen.
Thiaw lobt Nagelsmann: "Ein unglaublicher Trainer"
Frage: Sprechen wir über Sie und Ihre Rolle. Ihre Karriere in der Nationalmannschaft hatte von 2023 bis 2025 eine kleine Lücke. Wie sind Sie in dieser Zeit mit der Situation umgegangen? Haben Sie auch mal an sich gezweifelt?
Thiaw: Das war wirklich nicht einfach. Es ist das Ziel jedes Spielers, für sein Land aufzulaufen und mir tat es weh, dass ich das nicht konnte. Ich habe dann versucht, die bestmögliche Leistung im Verein zu bringen. Wenn ich dazu noch gesund bleibe, war ich sicher, dass ich wieder meine Chance bekomme.
Frage: Nachdem Julian Nagelsmann Bundestrainer wurde, waren Sie sofort wieder im engeren Kreis. Was verbindet Sie mit ihm?
Thiaw: Die Ehrlichkeit und wirklich gute Kommunikation. Ich kann ihm meine Meinung sagen, und schätze auch seine sehr. Wir reden immer offen, denn er ist ein unglaublicher Trainer, von dem ich sehr viel lernen kann.
Frage: Nagelsmann sagte in Ihrem Nominierungsvideo, "Ich schätze an Dir, dass Du nicht immer die Meinung des Trainers hast". Wie kann man sich ein Gespräch zwischen dem Spieler Malick Thiaw und dem Bundestrainer vorstellen? Fliegen da die Fetzen?
Thiaw: Unsere Gespräche sind immer respektvoll und sehr tolerant. Es geht da auch nicht um taktische Dinge, das darf man nicht falsch verstehen. Die sind dem Trainer überlassen. Wenn man aber über die eigene Situation spricht, muss man nicht immer komplett einer Meinung sein. Das ist ganz normal.
Frage: Man braucht Stärke, um dem Bundestrainer Contra geben zu können. Sie haben jetzt ein Jahr lang in der Premier League, der härtesten Liga der Welt, gespielt – als Innenverteidiger, also auf einer harten Position. Würden Sie sich als harten Typen beschreiben?
Thiaw: Auf jeden Fall. Charakterlich bin ich sehr stark und stehe für meine Werte ein.
Frage: Wie groß schätzen Sie Ihre Einsatzchancen bei dieser WM ein?
Thiaw: Ich werde jeden Tag mein absolut Bestes geben, egal ob im Training, auf der Bank oder auf dem Platz, wenn ich die Möglichkeit bekomme. Ich will für das Team und meine Mitspieler da sein.
Frage: Ist diese Umstellung mental nicht schwer, wenn man das ganze Jahr über Stammspieler bei einem sehr großen Verein ist, nun aber in der Hackordnung weiter hinten angesiedelt ist?
Thiaw: Das finde ich nicht. Ich weiß um meine Qualitäten und was ich der Mannschaft auch im Training geben kann. Wir sind ja auch schlichtweg super besetzt auf meiner Position. Deswegen bin ich nicht mit den Erwartungen hierhergekommen, unangefochtener Stammspieler zu sein. Das macht es mir mental einfacher.
Thiaw: "Sollten uns nicht kleinerreden, als wir sind"
Frage: Sie sind 24 Jahre alt und spielen ihr erstes großes Turnier für Deutschland. Ist es eben auch ein Gewinn, von den anderen Spielern im Kader, insbesondere den Innenverteidigern, zu lernen?
Thiaw: Das stimmt zu 100 Prozent und gilt nicht nur für die anderen Innenverteidiger. Wenn ich allein an Jo Kimmich denke. Wenn ich sehe, wie er den Aufbau aus der Dreierkette heraus interpretiert, gibt es viel, dass ich für die Zukunft mitnehmen kann.
Frage: Was können Sie der Mannschaft im Gegenzug geben?
Thiaw: Ich bin ein moderner Innenverteidiger, schnell, robust und sehr kreativ am Ball. Mit der Zeit bin ich auch kommunikativer auf dem Platz geworden. Das sind meine Qualitäten, die ich bestmöglich einbringen will.
Frage: Wann wäre die Weltmeisterschaft für Sie ein Erfolg?
Thiaw: Wir sollten uns nicht kleinerreden, als wir sind. Nico (Schlotterbeck) hat gesagt: "Wir kommen hier nicht hin und sind mit dem Viertelfinale zufrieden." Das unterstreiche ich. Wir werden versuchen, das Bestmögliche zu erreichen. Ob es am Ende klappt, werden wir sehen.
Frage: Der erste Gegner am Sonntag ist Curacao. Wie bereitet man sich auf Gegner vor, die man vielleicht noch nie hat spielen sehen?
Thiaw: Das ist gar nicht so schwer, weil wir viel Videomaterial von Liga- und Länderspielen haben. Wir sind bestens aufgestellt und wissen Bescheid, wo deren Stärken, aber auch Schwächen liegen. Trotzdem bin ich der Meinung, dass wir auf uns vertrauen sollten. Wenn wir sehr gut spielen, haben wir gute Chancen auf einen Sieg.
Frage: Man könnte den Eindruck haben, in einem Spiel gegen Curacao kann eine deutsche Nationalmannschaft nicht wirklich etwas gewinnen. Gibt es einen knappen Sieg, werden viele sagen, das sei zu wenig. Ein hoher Sieg bedeutet Normalität…
Thiaw: Das ist die Meinung der Öffentlichkeit. Die respektiere ich auch. Wir im Inneren wissen aber, was unser Ziel ist und was wir von diesem Spiel erwarten können. Deswegen lassen wir uns nicht beeinflussen.
Frage: Sind Sie nervös vor ihrem ersten WM-Spiel?
Thiaw: Ein bisschen Nervosität ist immer dabei. Das finde ich aber auch wichtig, die gehört für mich dazu. Man darf so ein Spiel nicht zu locker angehen. Bei mir überwiegt aber die Vorfreude. Die ist riesig!
Frage: Sie sind als Mannschaft schon einige Wochen zusammen. Es wurde viel geredet und trainiert. Wie sehr brennt das Team auf den Auftakt?
Thiaw: Als das Eröffnungsspiel am Donnerstag angepfiffen wurde, hat man gemerkt, wie sehr wir das in der Mannschaft herbeigesehnt haben. Endlich geht es los! Wir alle brennen darauf, auch selbst zu spielen. Natürlich ist die Vorbereitung wichtig, aber wir sind gut drauf. Dass es Sonntag auf den Platz geht, ist perfekt für uns.
Frage: Wie sehr spüren Sie Rückhalt aus Deutschland?
Thiaw: Die Euphorie ist schon groß. Wir können sie aber mit tollen Leistungen noch steigern und ich bin optimistisch, dass wir die liefern werden.
Malick Thiaw sehnt das WM-Auftaktspiel herbei.
Bild: Beautiful Sports
Thiaw glücklich über Schalke-Aufstieg
Frage: Geliefert hat in der abgelaufenen Saison auch ihr Ex-Verein Schalke 04. Sie haben in der vergangenen Saison Flagge gezeigt und als einziger Newcastle-Spieler beim Gastspiel in Dortmund eine blaue Jacke getragen. Wie sehr freut Sie der Aufstieg und was bedeutet die Rückkehr von S04 für die Bundesliga?
Thiaw: Die Sache mit der Jacke war eigentlich gar keine Absicht. Ich hatte sie an, weil ich zur PK musste. Trotzdem ist es dann viral gegangen. Vielleicht war es ja unterbewusst… (lacht) Ich habe erst vorhin mit Assan (Ouedraogo) über Schalke gesprochen. Wir freuen uns wirklich sehr, dass der Verein wieder in der ersten Liga ist.
Frage: Sie haben auf der angesprochenen Pressekonferenz gesagt, dass Sie Schalker sind und das auch immer bleiben werden. Wie äußert sich das in ihrem Alltag, gibt es da etwas?
Thiaw: Ich versuche, die Spiele zu schauen, wenn es zeitlich machbar ist. Ich bin jetzt aber kein verrückter Schalke-Fan, sondern eher ein ganz normaler (lacht).
Frage: In der Nationalmannschaft sind bei dieser WM viele ehemalige Schalker neben Ihnen. Manuel Neuer, Leon Goretzka, Assan Ouedraogo und Leroy Sane sind alle dabei. Ist das ein geheimer Erfolgsfaktor?
Thiaw: Das hoffe ich sehr! Aber es spricht doch für den Verein, dass so viele ehemalige Spieler, die zum Großteil aus der eigenen Jugend kommen, heute so weit gekommen sind.
Frage: Sie haben in Mailand gespielt, einer Mode-Metropole. Dann waren oder sind Sie aber auch in den Arbeiterstädten Gelsenkirchen und Newcastle. Wo fühlen Sie sich eher zugehörig?
Thiaw: Mailand ist zwar eine Modestadt, aber auch dort wird hart gearbeitet. Das unterschätzen viele. Ich habe auch dort die harte Schule kennengelernt, mir wurde beigebracht, auch mal eklig zu sein auf dem Platz. Deswegen finde ich, dass alle drei Stationen große Ähnlichkeiten haben. Außerhalb des Platzes gibt es aber natürlich Unterschiede. Ich habe mich überall wohlgefühlt.
Frage: Beim Treffen der Nationalmannschaft in Herzogenaurach trugen Sie eine Jacke, die viel Aufmerksamkeit und Lob mit sich gebracht hat. Wer im Team kann Fashion-Nachhilfe von Ihnen erwarten?
Thiaw: Ich finde, viele Jungs haben einen guten Drip. Felix (Nmecha) hat es etwas einfacher gehalten, würde ich sagen, hat aber auch einen guten Style. Ich will jetzt aber niemanden herauspicken, deshalb belassen wir es dabei… (lacht)
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