Fußball
WM-Verkaufspläne der FIFA: Die UEFA reagiert vollkommen richtig - und sollte nun auch Gianni Infantino ins Visier nehmen - ein Kommentar
Aktualisiert:
von Oliver Jensen:newstime
WM-Plan der FIFA: UEFA droht mit Boykott
Videoclip • 36 Sek • Ab 12
Die UEFA setzt mit dem angedrohten WM-Boykott ein klares Stopschild für die WM-Verkaufspläne von Gianni Infantino. In der Konsequenz muss nun auch die Ablösung des FIFA-Bosses Thema sein. Ein Kommentar.
Die UEFA hat ein Zeichen gesetzt. Alle 55 UEFA-Mitgliedverbände haben dafür gestimmt, einen WM-Boykott zu unterstützen.
Damit wurde klar signalisiert, was die europäischen Fußball-Verbände von den "WM-Verkäufsplänen" des FIFA-Präsidenten Gianni Infantino halten - nämlich gar nichts.
Genauso wie die meisten Fußball-Fans auch.
Die WM in den USA, Mexiko und Kanada hatte ohnehin schon dafür gesorgt, dass sich der Fußball noch mehr von der Basis entfernte. Infantino hatte großen Anteil daran.
Das begann mit dem fragwürdigen "Friedenspreis" für US-Präsident Donald Trump, setzte sich mit horrenden Ticketpreisen und den erschwerten Einreisebedingungen für viele Fans fort und gipfelte schließlich mit dem WM-Finale, bei dem der Platz schlecht, die Halbzeitshow zu lang und die Siegerehrung durch Trump peinlich war.
Die Tendenz ist akut besorgniserregend.
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Die WM ist kein Anlageprodukt, sondern ein Vermächtnis
Dass Infantino nun Anteile der Fußball-WM an Investoren verkaufen möchte, ist der nächste Schritt einer unschönen Entwicklung. Die UEFA hat völlig recht, wenn sie in ihrem Statement klarstellt: "Die Weltmeisterschaft darf nicht wie ein Anlageprodukt behandelt werden. Sie ist eines der größten Vermächtnisse des Fußballs."
Schon das Vorgehen des FIFA-Präsidenten ist fragwürdig. Infantino soll laut Medienberichten den Mitgliedsverbänden eine Zustimmungsultimatum bis zum 19. September gesetzt haben. Stimmen sie dafür, werden hohe Summen und eine nochmals erweiterte WM in Aussicht gestellt. Echte Demokratie sieht anders aus.
Jedem ist bewusst, dass es im Profifußball auch um viel Geld geht. Aber: Es darf nicht nur noch darum gehen.
Die Fußball-WM 2026 war mit einem geschätzten Umsatz von 15 Milliarden US-Dollar ohnehin die lukrativste aller Zeiten. Anstatt sich damit zufriedenzugeben, wird sofort nach der nächsten Möglichkeit gesucht, noch mehr Kohle zu generieren.
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WM-Verkaufspläne der FIFA: Schreckensszenario mit Investoren
Würden Investoren bei der Fußball-WM einsteigen, könnten sie zwar nicht alleine über die zukünftige Ausrichtung bestimmen - aber sie könnten - und würden vermutlich auch - Einfluss nehmen. War die WM 2026 mit 48 Teams bereits aufgebläht genug, wird nun bereits über zukünftig 64 Teilnehmer gesprochen.
Wer als Investor mit viel Geld einsteigt, möchte nur eines: noch mehr Geld. Das kennt jeder Kleinanleger vom Aktienmarkt. Der Sport wäre in den Planungen der FIFA endgültig Nebensache.
Die UEFA hat diesen fatalen Bestrebungen mit ihrer Boykott-Drohung ein Stoppschild gesetzt. Denn klar ist: Ohne die Top-Nationen wie Frankreich, Spanien, England, Deutschland, Portugal oder Italien - falls sie sich qualifizieren - hat die WM keinen großen Wert.
Und ist damit auch für Investoren nicht mehr interessant.
Auch interessant: WM-Verkauf? Alle Infos zum FIFA-Knall im News-Ticker Und: Infantino könnte Gehalt wohl verzehnfachen
Mehrheit gegen die Pläne ist auch eine Mehrheit gegen Infantino
Hoffnung macht zudem, dass sich auch der Kontinentalverband Mittel- und Nordamerikas - inklusive den WM-Gastgebern USA, Kanada und Mexiko - gegen die FIFA-Pläne ausgesprochen hat.
Das ist nicht mehr weit bis zu einer Mehrheit. Sollte die zustande kommen, müsste in der Konsequenz diese dann auch für eine Abwahl Infantinos genutzt werden.
Denn nur ohne ihn hat die FIFA eine Zukunft.
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