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Formel 1: Ferrari muss Hamilton jetzt zum ersten Fahrer ernennen - ein Kommentar

Veröffentlicht:

von Anne Malin

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Formel 1: Lewis Hamilton mit Meilenstein! Fans feiern Sieg

Videoclip • 01:23 Min


Nach 686 Tagen ist Lewis Hamilton zurück auf dem obersten Treppchen der Formel 1. Sein erster Sieg mit Ferrari ist ein Meilenstein für den Briten und ein klares Zeichen an die Scuderia. Die muss ihn nun zum Nummer-eins-Fahrer erklären. Ein Kommentar.

"Il Predestinato", der Vorherbestimmte, der Auserwählte: Diesen Spitznamen verdiente sich Charles Leclerc 2019 beim Großen Preis von Italien. Der Monegasse krönte sich zum ersten Ferrari-Rennsieger auf der Heimstrecke in Monza seit 2010.

Die Vormachtstellung des Ferrari-Eigengewächses innerhalb des italienischen Formel-1-Rennstalls ist seither offensichtlich. Carlos Sainz erklärte bei seinem Ferrari-Abgang, dass er früh wusste, dass er für Lewis Hamilton würde weichen müssen, denn "es würde niemals Charles sein".

Von dieser Fokussierung auf Leclerc muss sich der Traditionsrennstall jetzt befreien, wenn die Italiener eine Chance auf die Weltmeisterschaft haben wollen. Denn nach dem Triumphzug von Barcelona ist es an der Zeit, den einstigen F1-Dominator Hamilton zum Nummer-eins-Fahrer zu erklären.

Formel 1: Charles Leclerc verpasst seine Chance

Zwar hatte es auch Leclerc in den vergangenen Jahren nicht leicht bei Ferrari. Schlechte Pace, unzuverlässige Boliden und fragwürdige taktische Entscheidungen bremsten den Monegassen aus, so zumindest der Eindruck.

Mit dem SF-26 schien sich das Blatt zu wenden. In den ersten drei Saisonrennen schaffte es der 28-Jährige jeweils in die Top vier, doch seither zeigt sich Leclerc zunehmend fehlerbehaftet. In seiner Heimat Monaco war sein Rennen bereits nach 64 Runden vorbei, die Woche darauf fuhr er seinen Rennwagen beim Qualifying in Barcelona wieder in die Wand. Und auch beim Rennen in Katalonien strandete sein Fahrzeug wegen eines Defekts.

Leclerc betonte im Nachgang, dass der SF-26 nach dem letzten Upgrade definitiv wettbewerbsfähig sei: "Jetzt liegt es an mir, wieder in die Spur zu kommen. Ich muss jetzt mit Lewis mithalten, was seit Kanada nicht mehr der Fall war."

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Ferrari: Lewis Hamilton hängt Charles Leclerc ab

Nach dem Großen Preis von Spanien hat Hamilton 40 Punkte Vorsprung auf Leclerc, aber eben auch 41 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Kimi Antonelli, der nach seinem Ausfall in Barcelona seine erste Nullrunde des Jahres erlebte. Der Ferrari sieht zwar durchaus stark aus, aber der Mercedes ist nach wie vor das schnellste Auto auf der Strecke.

Wenn Ferrari im Titelkampf mitmischen will, muss das Team zusammenhalten. Max Verstappen hat am Beispiel McLaren vergangenes Jahr eindrucksvoll gezeigt, dass ein starker Konstrukteur, der seine Punkte zwischen seinen beiden Fahrern aufteilt und mit dem potentiellen Risiko von Zweikämpfen an der Spitze leben muss, schlagbar sein kann.

Verstappen musste sich allerdings keine Sorgen um die Loyalität seines Teams machen. Die Upgrades an dem RB21 waren an seinen Fahrstil angepasst, er genoss vor allem im letzten Drittel der Saison durchgängig die Pit-Priority und Teamkollege Yuki Tsunoda wurde öffentlich angewiesen, alles zu tun, um den letztendlichen Weltmeister Lando Norris und dessen Stallkollegen Oscar Piastri aufzuhalten.

Lewis Hamilton: Chance auf eine Ferrari-Weltmeisterschaft

Ohne Antonellis technisch bedingten Ausfall wäre die Lücke zwischen dem Mercedes-Fahrer und seinem Vorgänger bei den Silberpfeilen noch deutlich größer. Und während sich Hamilton richtig warm fährt, holte Leclerc aus zwei Rennen null Punkte.

Zwar hat der Monegasse seinen Vertrag bei der Scuderia gerade erst verlängert, "aber wer holt denn die Punkte? Wer liegt an der Spitze? Lewis. Das wird also auch intern für ein paar Probleme sorgen", erklärte der Weltmeister von 1997, Jacques Villeneuve.

"Wir wissen, dass wir dieses Powerdefizit haben. Es wird Strecken geben, auf denen es lange Geraden gibt, was es noch schwieriger macht", warnte Hamilton und betonte, dass Ferrari noch Fortschritte machen muss.

Er selbst denke noch gar nicht an die WM. "Ehrlich gesagt, so wie das Jahr angefangen hat, habe ich mir darüber noch keine Gedanken gemacht", erzählte der siebenmalige Weltmeister nach dem Rennen in Barcelona.

Aber solange Ferrari das unterlegene Auto hat, muss sich das Team woanders einen Vorteil verschaffen. Hamilton hat die passende Bewerbung zum Nummer-eins-Fahrer abgegeben und eine Historie, die beweist, dass er gewinnen kann. Darauf muss das Team jetzt bauen, will es seine Chancen auf den ersten Fahrer-Titel seit Kimi Räikkönen 2007 maximieren.

Das heißt nicht, dass Leclerc keine Chance mehr bekommen sollte, den Abstand zu Hamilton wieder aufzuholen. Aber wenn Hamilton Leclerc weiterhin so im Griff hat, muss die Scuderia entscheiden, ob sie eine echte Chance auf die Fahrer-Weltmeisterschaft will. Oder doch die Legende des "Il Predestinato" um jeden Preis schützen wird.

Auch interessant: Erlösung für Lewis Hamilton und Ferrari in Barcelona - Drama um Kimi Antonelli

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