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Alexander Zverev und Co.: Warum Tennisstars nicht gleich viel verdienen
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von Luca Marie Otteran Mehr Sport
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Tennisstars wie Alexander Zverev, Jannik Sinner, Aryna Sabalenka und Co. verdienen nicht alle gleich viel. Woran liegt das?
Wenn über die finanziellen Dimensionen des Profitennis gesprochen wird, fallen meist die großen Namen.
Coco Gauff, Jannik Sinner, Aryna Sabalenka, Alexander Zverev oder Carlos Alcaraz verdienen jährlich Millionenbeträge - nicht nur durch Preisgelder. Auch Sponsorenverträge spielen eine große Rolle.
Die wirtschaftliche Realität im Tennis ist aber deutlich komplexer. Zwar gelten die Grand Slams seit Jahren als Vorreiter der Preisgeldgleichheit zwischen Männern und Frauen, doch es bestehen weiterhin erhebliche Unterschiede bei den Gesamteinnahmen vieler Profis.
Die Gründe dafür liegen nicht allein auf dem Tennisplatz, sondern in einem Zusammenspiel aus Medienpräsenz, Publikumsinteresse und wirtschaftlicher Verwertbarkeit.
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Tennis: Magisches Dreieck aus Medien, Fans und Wirtschaft
Im modernen Spitzensport entscheidet sportlicher Erfolg längst nicht mehr allein über die finanziellen Ressourcen einer Athletin oder eines Athleten. Sichtbarkeit ist zur wichtigsten Währung geworden. Wer häufig im Fernsehen zu sehen ist, auf Social Media Reichweite erzielt und regelmäßig Schlagzeilen produziert, wird für Sponsoren attraktiver.
Dieses Zusammenspiel beschreibt die Sportökonomie als ein System wechselseitiger Verstärkung: Medien berichten über erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler, dadurch steigt das Interesse des Publikums, was wiederum höhere Werbeeinnahmen und Sponsoringerlöse ermöglicht. Die gestiegene wirtschaftliche Attraktivität führt anschließend zu noch größerer medialer Aufmerksamkeit.
Heißt, je mehr Sichtbarkeit du hast, desto mehr Umsatzpotential gibt es.
Spieler und Spielerinnen wie Gauff, Sinner oder Alcaraz profitieren von diesem Mechanismus. Ihre Matches erzielen hohe Einschaltquoten, ihre Social-Media-Kanäle erreichen Millionen von Menschen und ihre Namen sind weltweit bekannt. Entsprechend investieren Unternehmen hohe Summen in Partnerschaften mit ihnen.
Vorreiter im Sport für Frauen - aber Unterschiede bleiben
Tennis gilt als Vorbild im Frauen-Sport. In keiner anderen Sportart verdienen Frauen so viel Geld. Bei allen vier Grand-Slam-Turnieren erhalten Frauen und Männer seit 2007 identische Preisgelder. Spielerinnen wie Aryna Sabalenka, Gauff oder Iga Świątek verdienen dadurch Summen, die in vielen anderen Sportarten für Frauen unerreichbar sind.
Aber es gibt auch Benachteiligung. In der Berichterstattung bestehen gravierende Unterschiede, wie eine Studie der UNESCO aus dem Jahr 2020 verdeutlicht. Demnach stellen Frauen zwar 40 Prozent der aktiven Leistungssportlerinnen und Leistungssportler, machen aber nur vier Prozent der medialen Berichterstattung aus.
Auf der WTA- und der ATP-Tour wurden im Jahr 2025 auf der Herren-Tour rund 55 Prozent mehr Preisgeld ausgeschüttet als bei den Frauen.
Nicht nur Siege entscheiden über den Marktwert
Die höchsten Einnahmen im Tennis entstehen längst nicht mehr allein durch Turniererfolge. Für viele Stars übersteigen Sponsorenerlöse die Preisgelder deutlich. Damit wird die öffentliche Wahrnehmung zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor.
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Ein Beispiel dafür sind globale Werbeverträge großer Tennisstars. Spielerinnen wie Gauff oder Sabalenka erzielen aufgrund ihrer internationalen Bekanntheit hohe Marketingerlöse. So nahm Gauff im Jahr 2025 abseits des Platzes 23 Millionen US-Dollar ein.
Dennoch bleibt die wirtschaftliche Struktur des Profitennis insgesamt von Unterschieden geprägt: Insbesondere Spieler und Spielerinnen, die auf dem Weg zur Weltspitze sind, fällt es schwer, den kostspieligen Sport zu finanzieren – denn eine Tennis-Saison kostet mindestens 100.000 Euro.
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Die eigentliche Frage hinter den Millionen
Die Debatte um Preisgelder greift deshalb häufig zu kurz. Die entscheidende Frage lautet nicht nur, wie viel Geld bei Turnieren ausgeschüttet wird, sondern wer überhaupt die Aufmerksamkeit erhält, die notwendig ist, um daraus wirtschaftlichen Erfolg zu schaffen.
Im Profitennis sind Medienpräsenz, Publikumsinteresse und wirtschaftlicher Wert eng miteinander verknüpft. Wer sichtbar ist, wird vermarktet. Wer vermarktet wird, erzielt höhere Einnahmen. Und wer höhere Einnahmen erzielt, rückt noch stärker in den Fokus der Öffentlichkeit und kann das Geld wiederum in die eigene Tennis-Karriere stecken.
Medien spielen also eine entscheidende Rolle für den persönlichen Erfolg der Athleten, weil sie Marktwert und Sichtbarkeit schaffen und das enorme Potential für die eigene Karriere kreieren.
Zwischen den Rekordverdiensten der Superstars und den finanziellen Herausforderungen vieler Profis zeigt sich deshalb: Im modernen Tennis entscheidet nicht allein die Leistung auf dem Platz über den Kontostand – sondern auch die Aufmerksamkeit abseits des Platzes. Genau das kann zum Verhängnis für Spieler und Spielerinnen werden, die gerade erst auf dem Sprung zum Profi sind.
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