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NFL: Die Cleveland Browns haben sich beim Trade von Myles Garrett über den Tisch ziehen lassen - Kommentar

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von Luis Woppmann

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Videoclip • 01:17 Min


Die Cleveland Browns traden Myles Garrett zu den Los Angeles Rams, im Gegenzug erhalten sie Jared Verse sowie drei Draftpicks - davon einer für die erste Runde. Es ist ein Tauschgeschäft, bei dem sich Cleveland gehörig über den Tisch hat ziehen lassen. Ein Kommentar.

Von Luis Woppmann

Es war jetzt schon der Deal dieser Offseason.

Myles Garrett unterschreibt bei den Los Angeles Rams. Damit verlieren die Browns einen der besten Edge Rusher aller Zeiten und den letzten Superstar in einem sonst äußerst durchwachsenden Kader.

Die Los Angeles Rams gehen hingegen All-In und untermauern ihre Ambitionen, Super Bowl 2027 im eigenen SoFi Stadium gewinnen zu wollen.

Gerade deshalb wirkt das, was Cleveland im Gegenzug für Garrett bekommen hat, nach lächerlich wenig.

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Trotz herausragenden Leistungen von Garrett: Browns ohne konstanten Erfolg

Zuerst muss man sich vor Augen halten, welche Qualitäten der Edge Rusher mit sich bringt. Garrett knackte mit 23 Sacks in der abgelaufenen Saison den NFL-Rekord für die meisten Sacks in einer Spielzeit und erhielt dafür seine bereits zweite Auszeichnung zum Defensive Player of the Year.

In der Liste der Spielern mit den meisten Sacks aller Zeiten belegt er derzeit den 20. Platz - vor ihm sind mit Cameron Jordan und Von Miller nur zwei aktive Spieler. Der 30-Jährige spielt in seiner ganz eigenen Liga - ihn zu ersetzen ist unmöglich.

Allerdings gibt es durchaus Gründe für die Browns, den Edge Rusher per Trade gehen zu lassen.

Klar: Garrett ist ein absoluter Ausnahmespieler und auch Grund dafür, dass die Browns überhaupt Spiele gewinnen - dennoch hat sich das Abschneiden seines Teams seit seiner Ankunft nicht großartig verbessert. Seit der Edge Rusher 2017 als First Overall Pick gedraftet wurde, schaffte es Cleveland lediglich zwei Mal in die Playoffs und konnte zuletzt 2020 dort gewinnen.

Bis das Team ernsthafte Chancen auf einen Playoff-Run, geschweige denn den Super Bowl hat, wird es noch einige Jahre dauern. Solange bezahlt die Franchise Garrett quasi für Ergebniskorrektur. Ein Zustand, mit dem der 30-Jährige angesichts seiner Leistungen alles andere als zufrieden sein konnte.

Cleveland Browns bekommen lächerlich wenig für Myles Garrett

Nur logisch also, dass er in der vergangenen Offseason einen Trade angefragt hatte. Schlussendlich entschieden sich die Browns aber, dass Garrett zu wertvoll sei und blockten jedes Trade-Angebot ab. So unterschrieb der Edge Rusher schlussendlich doch einen neuen Vertrag.

Nicht einmal ein Jahr später ist der 30-Jährige nun doch weg - und das für eine Gegenleistung, die erbärmlich gering ist.

Die Browns erhalten von den den Rams einen Erstrundenpick 2027, einen Zweitrundenpick 2028 und einen Drittrundenpick 2029. Zudem wird Defensive End Jared Verse zukünftig in Ohio spielen.

Wenn man in Betracht zieht, dass die Rams in der Offseason unbedingt einen Top-Spieler verpflichten wollten, um nach der knappen Niederlage im Championship Game den Super Bowl anzugreifen, hätten die Verantwortlichen deutlich mehr aus dem Trade herausholen müssen.

Vor allem wenn man den Deal mit ähnlichen Tauschgeschäften in der letzten Zeit vergleicht: Bestes Beispiel war der Trade von Cornerback Sauce Gardner zu den Colts in der abgelaufenen Saisons. Indianapolis stand zu dem Zeitpunkt 7-2 und witterte seine Chance. Im Gegenzug erhielten die New York Jets zwei Erstrundenpicks und Wide Receiver Adonai Mitchell, welchen die Franchise 2024 in der zweiten Runde gedraftet hatte.

Besonders bitter wird es, wenn man bedenkt, dass die Browns vor vier Jahren am eigenen Leib erfahren haben, wie kostspielig ein Trade von einem Top-Spieler werden kann: 2022 sicherte sich die Franchise die Dienste von Deshaun Watson.

Im Gegenzug für den Quarterback und einen Sechstrundenpick erhielten die Houston Texans drei Erstrundenpicks, einen Drittrundenpick sowie zwei Viertrundenpicks - und das, obwohl der damals 27-jährige zu diesem Zeitpunkt ein ganzes Jahr nicht gespielt hatte.

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NFL: Was bleibt den Browns nach dem Trade?

Und was bleibt den Browns? Ein Zweitrundenpick 2028, ein Drittrundenpick 2029 und ein Erstrundenpick im kommenden Draft - dabei muss man allerdings bedenken, dass Cleveland an der Stelle draften wird, an der die Rams ursprünglich an der Reihe gewesen werden.

Sofern in den nächsten Saisons kein mittelschweres Wunder passiert, dürften das mitunter die spätesten Auswahlen in der jeweiligen Runden sein - wenn nicht sogar die letzten. Dadurch wird es für die Browns schwierig, an die absoluten Top-Talente heranzukommen, gerade in den späteren Runden.

Mit einem Erstrundenpick hat Cleveland im Endeffekt eine gute Chance auf einen langfristigen Leistungsträger - wenn diese Auswahl nicht sitzt, hat die Franchise mehr oder weniger Myles Garrett gegen Jared Verse getradet.

Dieser ist zwar ein vielversprechendes Edge-Rusher-Talent, dennoch wird er wohl nur davon träumen können, jemals an die Qualität von seinem Vorgänger heranzukommen.

Es ist ein Geschäft, mit dem die Browns mächtig in ihre Zukunft investieren hätten können, sich schlussendlich aber vollkommen über den Tisch haben ziehen lassen.

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