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NFL: Die zehn größten Fragen vor dem Draft 2026
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von Mike StiefelhagenNFL
NFL: Cowboys-Star flext mit seinem Urlaub in der Off-Season
Videoclip • 01:04 Min
Nach der Free Agency ist vor dem Draft! Die NFL befindet sich in dieser "Zwischenzeit" und das sind aktuell die zehn größten Fragen innerhalb der Liga.
Die große Welle der NFL Free Agency ist durch, der Blick richtet sich längst auf den Draft 2026.
Doch ehe Commissioner Roger Goodell Ende April die nächsten College-Talente in der Liga willkommen heißt, stehen an vielen Standorten noch zentrale Personal- und Richtungsfragen im Raum.
Welche offenen Baustellen und Personalien prägen die Liga momentan am stärksten?
Auffällig ist dabei vor allem. Es geht nicht nur um die üblichen Draft-Bedürfnisse, sondern um Quarterback-Duelle, mögliche Star-Trades und die Frage, ob mehrere Playoff-Anwärter ihre größten Schwächen tatsächlich schon behoben haben.
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1. Minnesota Vikings: Ist Kyler Murray die Antwort?
Die Minnesota Vikings hoffen, dass Kyler Murray eine ähnliche Wirkung entfalten kann wie einst Sam Darnold. Eine Art Übergangs- und Auffanglösung. Hintergrund ist die unklare Entwicklung von J.J. McCarthy, dessen erstes Jahr als Starter von Verletzungen und schwankenden Leistungen geprägt war. Er kam 2025 auf zehn Starts, eine Completion Rate von 57,6 Prozent sowie elf Touchdowns bei zwölf Interceptions.
Murray bringt zwar ebenfalls eine Verletzungshistorie mit, gilt aber als der klar erfahrenere und insgesamt höher einzuschätzende Quarterback. Der Gedanke hinter dem Vikings-Modell ist offensichtlich: Head Coach Kevin O’Connell hat sich ligaweit einen Ruf als Quarterback-Entwickler erarbeitet.
Murray hat in Minnesota nur einen Einjahresvertrag, einen günstigen noch dazu. Zusammen mit Waffen wie Justin Jefferson, Jordan Addison und T.J. Hockenson könnte das funktionieren. Zumindest besser als bei den Arizona Cardinals.
Dennoch ist die Division mit den Detroit Lions, Green Bay Packers und Chicago Bears extrem ausgeglichen.
2. Pittsburgh Steelers: Kehrt Aaron Rodgers noch einmal zurück?
In Pittsburgh kreist mal wieder alles um Aaron Rodgers. Der 42-Jährige zögert seine Zukunftsentscheidung weiter hinaus. Als wichtiges Indiz wird die Verpflichtung von Mike McCarthy als Head Coach genannt, mit dem Rodgers in Green Bay 13 Jahre lang zusammenarbeitete.
Dazu kommt der Trade für Michael Pittman Jr., der gemeinsam mit DK Metcalf ein deutlich gefährlicheres Receiver-Duo bilden soll.
Rodgers scheint sportlich noch konkurrenzfähig zu sein. 65,7 Prozent angekommene Pässe, 3.322 Yards, 24 Touchdowns und nur sieben Interceptions sind solide.
Die Pittsburgh Steelers scheinen also auf eine weitere Übergangslösung mit einem erfahrenen Starter zu setzen. Auch wenn langfristig natürlich weiterhin ein jüngerer Quarterback als Zukunftsinvestition gefunden werden muss.
3. Philadelphia Eagles: Wie geht es mit A.J. Brown weiter?
Kaum eine Personalie sorgt derzeit für mehr Spekulationen als A.J. Brown bei den Philadelphia Eagles. Dessen Unzufriedenheit mit seiner Rolle in der Offense ist bekannt. Gleichzeitig soll General Manager Howie Roseman zwar gesprächsbereit sein, Brown aber nur gegen ein massives Gegenangebot ziehen lassen wollen.
Als Maßstab ist der Trade um Jaylen Waddle. Die Denver Broncos haben mehrere Draft-Picks an Miami dafür abgegeben. Darunter ein Erst-, Dritt- und Viertrundenpick.
Eine ähnliche Größenordnung müsste demnach auch bei Brown mindestens aufgerufen werden. Hinzu kommt der finanzielle Aspekt. Ein Trade nach dem 1. Juni wäre für Philadelphia deutlich attraktiver, weil die Dead Cap-Belastung dann erheblich niedriger ausfallen würde.
Als mögliche Interessenten werden vor allem die New England Patriots wegen Browns Verbindung zu Head Coach Mike Vrabel sowie die Las Vegas Raiders genannt.
4. Las Vegas Raiders: Bleibt Maxx Crosby wirklich?
Bei Maxx Crosby ist das letzte Wort offenbar noch nicht gesprochen. Nachdem ein spektakulärer Deal mit den Baltimore Ravens nicht zustande gekommen war, bleibt die Frage, welcher Contender den nächsten Vorstoß wagen könnte.
Was einen sofortigen Deal erschwert: Crosbys operiertes linkes Knie, welches wohl lädierter ist als zunächst gedacht und die Erkenntnis, dass nach dem geplatzten Baltimore-Szenario wohl kaum noch jemand zwei Erstrundenpicks auf den Tisch legen dürfte. Trotzdem bleibt der Pass Rusher für mehrere ambitionierte Teams hochinteressant.
Besonders die Chicago Bears werden als logischer Abnehmer genannt, weil sie nach einer starken Saison in der NFC North defensiv zwar Turnover erzwangen, aber noch mehr Dominanz im Pass Rush gebrauchen könnten.
Auch Philadelphia und die Tampa Bay Buccaneers sind mögliche Kandidaten. Aus Raiders-Sicht spricht vieles dafür, zunächst abzuwarten und den Markt zu beobachten. Möglicherweise bis zur Mitte der kommenden Saison. Der Grundgedanke bleibt jedoch derselbe: Einen Star wie Crosby in einem Team zu halten, das sportlich noch weit von echter Konkurrenzfähigkeit entfernt ist, könnte wirtschaftlich und strategisch nicht die beste Lösung sein.
5. Kansas City Chiefs: Wie groß sind die Defense-Probleme?
Bei den Kansas City Chiefs wurde in diesem Frühjahr viel über die Offensive gesprochen, auch wegen des Zugangs von Running Back Kenneth Walker III. Aber die Defense bröckelt. Die Secondary hat mehrere Starter verloren, darunter die Cornerbacks Trent McDuffie und Jaylen Watson sowie Safety Bryan Cook. Auch Leo Chenal verließ das Team, während entlang der Defensive Line bereits zuvor Fragezeichen bestanden.
Zwar sollen Veteranen wie Khyiris Tonga und Alohi Gilman Stabilität und Erfahrung bringen, doch Defensive Coordinator Steve Spagnuolo dürfte 2026 auf vielen Positionen mit unerprobteren Kräften arbeiten.
Klarer Draft-Schwerpunkt: ein neuer Edge Rusher.
Immerhin lag Kansas City 2025 nur auf Rang 22 der Liga bei den Sacks. Auch auf der Cornerback-Position besteht akuter Handlungsbedarf. Die Chiefs werden also nicht nur daran gemessen werden, wie Patrick Mahomes nach seinem Kreuzbandriss zurückkehrt, sondern auch daran, ob die Defense trotz personeller Verluste noch einmal ein Championship-Niveau erreichen kann.
6. Atlanta Falcons: Kann Tua Tagovailoa seine Karriere neu beleben?
In Atlanta ist die Lage ähnlich interessant wie in Minnesota: denn ein junger Quarterback steht plötzlich deutlich stärker unter Druck.
Tua Tagovailoa hat sich den Atlanta Falcons mit einem Einjahresvertrag angeschlossen und könnte Michael Penix Jr. ernsthaft gefährden. Penix hat in zwei Jahren zu wenig gezeigt, um als unumstrittener Zukunfts-Quarterback zu gelten. Dazu kamen Rückschläge durch Verletzungen, darunter ein Kreuzbandriss.
Tagovailoa wiederum bringt trotz seiner schwierigen Endphase bei den Miami Dolphins deutlich mehr Erfahrung und nachgewiesene NFL-Produktivität mit. Das Umfeld in Atlanta wäre für einen Neustart durchaus geeignet. Bijan Robinson als All-Pro-Running-Back, dazu Drake London und Kyle Pitts als hochwertige Anspielstationen. Hinzu kommt eine NFC South, die weiterhin eine der offensten Divisionen der Liga ist.
2025 reichte Carolina sogar ein 8-9-Record für den Divisionssieg. Für Atlanta eröffnet sich damit eine klare Chance: Sollte Tagovailoa zu seiner Form aus den stärkeren Jahren 2022 und 2023 zurückfinden, wäre der Sprung in die Playoffs realistisch.
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7. Houston Texans: Hat die Franchise ihre O-Line-Probleme endlich im Griff?
Bei den Houston Texans dreht sich erneut alles um den Schutz von C.J. Stroud. Die Offensive Line ist ein wiederkehrendes Problem. Vor zwei Jahren schwach, im vergangenen Jahr trotz neuer Gesichter und neuem System weiterhin unzuverlässig.
General Manager Nick Caserio hat deshalb erneut personell reagiert. Houston verlängerte unter anderem mit Ed Ingram und Trent Brown, tradete Tytus Howard zu den Cleveland Browns und holte mit Wyatt Teller sowie Braden Smith zwei erfahrene Verstärkungen.
Auf dem Papier wirkt diese Line stabiler. Das große Aber liegt in der Verfügbarkeit: Sowohl Teller als auch Smith verpassten in den vergangenen zwei Jahren jeweils mehrere Spiele, Smith hat seit 2019 keine komplette Saison mehr absolviert.
Für die Texans ist das eine Schlüsselfrage, weil Stroud in sein viertes NFL-Jahr geht – und Houston langsam entscheiden muss, ob er langfristig mit einem großen Vertrag an die Franchise gebunden werden soll. Diese Bewertung wird nur dann sauber möglich sein, wenn Stroud endlich unter besseren Schutzbedingungen arbeiten kann.
8. Los Angeles Chargers: Tun sie genug für Justin Herbert?
Auch bei den Los Angeles Chargers ist Schutz das große Theme der Offense. Justin Herbert musste 2025 enorme physische Belastungen aushalten und wurde 54-mal gesackt. Ligaweit der zweithöchste Wert.
Die Ausfälle der Tackles Rashawn Slater und Joe Alt waren einer der Gründe dafür. Immerhin gelang es GM Joe Hortiz, den Abgang des zurückgetretenen Centers Bradley Bozeman mit Tyler Biadasz aufzufangen. Dazu kam Cole Strange als Ersatz für den nach enttäuschender Saison entlassenen Mekhi Becton.
Dennoch fehlt weiterhin ein neuer Left Guard nach dem Abgang von Zion Johnson nach Cleveland. Der Draft dürfte also auch hier eine entscheidende Rolle spielen. Die AFC West hat mit den Broncos einen harten Gegner bekommen. Jeder Fehler kann bestraft werden.
Head Coach Jim Harbaugh hat mit Mike McDaniel einen kreativen Offensive Coordinator für das Laufspiel installiert. Noch wirken die Chargers eher wie ein Team im Umbau als wie ein Kader, der Herbert sofort maximal entlastet.
9. Buffalo Bills: Ist die Defense wirklich besser geworden?
Bei den Buffalo Bills fällt der Blick traditionell schnell auf Josh Allen und die Offensive. Der eigentliche Schlüssel für den nächsten Schritt Richtung Super Bowl ist aber einmal mehr die Defense.
Gerade in den Playoff-Niederlagen seit der Saison 2020 hat Buffalo immer wieder defensiv zu viel zugelassen. Zuletzt fiel besonders die schwache Laufverteidigung ins Gewicht. 2025 rangierten die Bills nur auf Platz 28 bei den zugelassenen Rushing Yards.
Mit dem neuen Defensive Coordinator Jim Leonhard soll sich das ändern. Buffalo plant wohl den Wechsel von einer 4-3- zu einer 3-4-Struktur und will aggressiver auftreten.
Dazu investierte GM Brandon Beane in die Secondary mit Dee Alford, Chauncey Gardner-Johnson und Geno Stone sowie in Pass-Rush-Hilfe durch Bradley Chubb. All das deutet auf mehr Dringlichkeit hin: Die Bills wissen längst, dass selbst ein Ausnahmekönner wie Allen sie nicht allein durch jede Playoff-Runde tragen kann.
10. Seattle Seahawks: Wie schwer wiegen die personellen Verluste?
Der amtierende Super Bowl-Champion steht vor dem klassischen Problem eines Titelträgers. Dem personellen Aderlass.
Mehrere Leistungsträger sind bereits weg. Kenneth Walker III (MVP des Super Bowl) läuft fortan für Kansas City auf. In der Secondary verlor Seattle Coby Bryant und Tariq Woolen, außerdem zog es Pass Rusher Boye Mafe nach Cincinnati.
Immerhin konnte General Manager John Schneider einzelne wichtige Spieler halten. Darunter Rashid Shaheed, Joshua Jobe und Drake Thomas. Doch die Richtung ist klar: Seattle hat Qualität eingebüßt und muss in den kommenden Wochen weiter nachbessern, um nicht schon kurz nach dem Titelgewinn Substanz zu verlieren.
Gerade weil der Status als Champion automatisch hohe Erwartungen bedeutet, beherbergt jede Kleinigkeit große Auswirkungen.
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