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NFL-Draft 2026: Deutsche Kandidaten nach Marlin Klein - wer wählt Paul Rubelt, Mark Petry und Co.?

Aktualisiert:

von Gianluca Fraccalvieri

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NFL: Marlin Klein mit persönlichem "Full-Circle-Moment"

Videoclip • 01:26 Min


Die ersten drei Runden des NFL-Draft 2026 sind vorüber. Der Kölner Marlin Klein ging in Runde zwei sensationell an die Houston Texans. Sechs weitere Deutsche sind zum Draft angemeldet, wurden aber wie erwartet noch nicht ausgewählt. ran stellt die Spieler vor und blickt auf ihre Chancen.

Vom 23. bis 25. Mai findet der NFL Draft in Pittsburgh statt. Sieben deutsche Spieler haben sich angemeldet – so viele wie noch nie zuvor!

Wir stellen die sieben Deutschen vor und blicken auf ihre Chancen, bald in der besten Football-Liga der Welt aufzulaufen.

Marlin Klein (TE, Michigan)

Bereits in der zweiten Runde und damit überraschend früh ging Marlin Klein vom Board. Die Houston Texans schlugen an Position 59 zu und machten den 23-Jährigen zum drittfrühesten deutschen Draft-Pick nach Björn Werner (Position 24 im Draft 2013) und Sebastian Vollmer (Position 58 im Draft 2009).

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Paul Rubelt (OL, UCF)

Paul Rubelt begann seine Karriere im Flag Football, wagte dann 2020 aber den Sprung in die USA. Der 2,13-Meter-Hüne aus Frankfurt (Oder) spielte dank der Corona-Ausnahmeregelung ganze sechs Jahre an der University of Central Florida und entwickelte sich Stück für Stück zu einem der Leistungsträger des Teams. Und das, obwohl er große Anfangsprobleme in der ungewohnten Umgebung hatte.

"Ich dachte, ich bin in zwei Wochen wieder weg vom College", verriet er im Podcast von "footballschland". Aufgeben war jedoch keine Option für den 25-Jährigen, der nach Klein die zweitgrößte deutsche Hoffnung für den Draft ist.

Rubelt kann sowohl Right Tackle als auch Left Tackle spielen und stand vergangene Spielzeit in über 600 Snaps auf dem Platz. Er ist ein harter Arbeiter mit einem guten Verständnis für den Sport und bringt mit seinen 25 Jahren schon viel Erfahrung mit.

Dazu überzeugte er auch am Pro Day an seiner Uni mit überragenden Leistungen: Bei diesem individuellen Showcase der Knights erzielte er Werte, die ihn in vier Kategorien in die Top 10 der Offensive Linemen des diesjährigen Draftjahrgangs katapultierten. Mit seinem Sprung aus dem Stand (2,94 m) hätte der 136-Kilo-Mann sogar das zweitbeste Ergebnis des Combines erzielt. Auch sein Relative Athletic Score (9,65) war herausragend.

Das blieb auch den Scouts vor Ort nicht verborgen: Nachdem Rubelt vor dem Pro Day bereits mit rund 20 Teams persönlich gesprochen hatte, wurde er nach dem Showcase zu einem Top-30-Visit bei den Denver Broncos eingeladen und absolvierte ein individuelles Workout bei den Tampa Bay Buccaneers.

Draft-Prognose: spät in der 6. Runde oder Anfang der 7. Runde

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Mark Petry (OL, Syracuse)

Mark Petry kommt aus dem hessischen Hochheim und wurde in der Oberstufe durch NFL-Übertragungen auf den Sport aufmerksam. Daraufhin versuchte er sich bei den Mainz Golden Eagles, wo er von einer Karriere als Tight End à la Rob Gronkowski träumte.

Er ging auf Exposure-Tour und nahm an zahlreichen Camps teil, zog sich 2018 aber einen Riss der hinteren Oberschenkelmuskulatur zu und bekam keine College-Angebote. Petry kämpfte sich zurück, wechselte auf die Position des Offensive Tackle und bekam 2019 tatsächlich ein Angebot vom Ellsworth Community College in Iowa.

Dort lief er als Offensive Tackle auf und wusste direkt zu überzeugen, was ihm mehrere D1-Angebote sicherte. Petry entschied sich schließlich für Syracuse – riss sich nach der ersten Saison aber das Kreuzband und musste anderthalb Jahre pausieren. Er kämpfte sich erneut zurück, wurde Starter und absolvierte insgesamt 39 Spiele für "The Orange".

Petry ist mit rund 1,96 Metern und 136 Kilogramm gelistet und überzeugte auch beim Pro Day seiner Uni in den Kraft-Bereichen. Aufgrund seiner anhaltenden Reha nach einem erneuten Kreuzbandriss 2025 hielt er sich in den Agilitäts- und Schnelligkeitstests jedoch merklich zurück.

Dennoch scheint seine Auswahl beim Draft aufgrund seiner Athletik, gepaart mit seiner Vielseitigkeit (am College spielte er auch oft als Center) und seiner guten Technik, realistisch. In Draft-Analysen wird er oft mit Graham Glasgow von den Detroit Lions verglichen. Fraglich ist nur, ob die Teams sich von den vielen Verletzungen des bereits 27-Jährigen abschrecken lassen.

Draft-Prognose: in der 7. Runde

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Florian Staehler (OL, New Mexico State)

Während der Corona-Krise schrieb Florian Staehler unzählige E-Mails an College-Coaches mit seinem Highlight Tape und kam tatsächlich 2021 bei der Towson University unter. Dort wurde er zum Starting Left Guard, ehe er dann über das Transfer-Portal in New Mexico landete. Dort sammelte Staehler in zwölf Spielen 523 Snaps.

Der Pro Day seines Colleges lief jedoch relativ durchwachsen für den 2,04-Meter-Mann: Aufgrund von Oberschenkelproblemen konnte er in den Speed-Disziplinen nicht punkten, dafür aber mit Kraft und Explosivität. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass er ein durchschnittlicher Athlet mit gutem Football-Verständnis ist, bei dem die Teams gut wissen, was sie erwartet.

So waren bei seinem Showcase mit den Las Vegas Raiders, Detroit Lions, Seattle Seahawks und Arizona Cardinals auch vier Teams zugegen, die mit ihm anschließend ins Gespräch kamen. Für Staehler wird es vermutlich darum gehen, sich als Undrafted Free Agent in den Camps zu beweisen.

Draft-Prognose: undrafted

Maurice Heims (DL, Idaho)

Auch Maurice Heims wird keine Chancen im Draft haben. Der gebürtige Hamburger hat zwar mit zwei Metern und 120 Kilogramm ideale Maße für einen Defensive End, hatte aber in den vergangenen Jahren zu wenig Gelegenheit, auf sich aufmerksam zu machen. Nach seiner Degradierung ins Special Team bei den Washington Huskies 2024 ging er für sein letztes College-Jahr nach Idaho.

Dort absolvierte Heims noch neun Spiele und sammelte neues Material für sein Tape, das zeigt, dass er ein explosiver und technisch starker DL-Spieler ist. Für ihn wird es aller Vorausicht nach ebenfalls in die Camps gehen.

Draft-Prognose: undrafted

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Felix Lepper (OL, Hamburg) und Leo Blumentritt (P/K, Northern Colorado)

Und dann bleiben noch Felix Lepper und Leo Blumentritt, die sich Chancen auf einen der Practice-Squad-Plätze über das International Player Pathway Program (IPP) ausrechnen.

Der 2,07 Meter große Lepper ist Lehramt-Student und spielt bei den Hamburg Sea Devils. Im Januar wurde er zudem zu einem NFL-Vorbereitungscamp in Florida eingeladen, nachdem er sich zuvor beim International Camp der NFL in London bewiesen hatte.

Blumentritt spielt dagegen bereits in den USA und lieferte für die University of Northern Colorado als Primary Punter und Kickoff Specialist eine der besten Saisons der Uni-Geschichte ab. Mit einer Körpergröße von 1,98 Metern ist er ein Riese für seine Position und bringt entsprechend Kraft im Fuß mit.

Draft-Prognose: undrafted

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