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American Football

NFL: Marlin Klein - Das ist Deutschlands neue NFL-Hoffnung bei den Houston Texans

Veröffentlicht:

von Martin Jahns

NFL

NFL: Marlin Klein mit persönlichem "Full-Circle-Moment"

Videoclip • 01:26 Min


Mit 15 Jahren flog Marlin Klein mit einem One-Way-Ticket aus Köln in die USA - ohne ein Wort Englisch, aber mit einem klaren Ziel: NFL. Sieben Jahre später rufen ihn die Houston Texans in Runde zwei des Drafts auf - so früh wie keinen deutschen Skill-Player zuvor. ran stellt die neue deutsche NFL-Hoffnung vor.

Marlin Klein ging All-in, und es hat sich gelohnt.

Im Frühjahr 2019 brach er mit 15 Jahren mit einem One-Way-Ticket in Richtung USA auf, um seinen Traum zu verwirklichen: Ein Teenager aus Köln, der sich als Tight End im Mutterland des Football durchsetzen wollte.

Sieben Jahre später, an einem frischen Aprilabend in Pittsburgh, wurde der Traum Realität: "Houston Texans select Marlin Klein, Tight End, Michigan" hieß es bei Pick 59 in Runde zwei des NFL-Drafts 2026.

Sensationell früh wurde Klein von den Texans ausgewählt – der 23-Jährige ist damit der am frühesten gedraftete deutsche Skill-Player der NFL-Historie. Insgesamt wurden nur Björn Werner (Pick 24) und Sebastian Vollmer (Pick 58) eher gedraftet.

Zwischen Flughafenhalle und Draft-Bühne lag ein Weg, der aus dem Rohdiamanten vom Rhein einen historischen deutschen NFL‑Draft-Pick gemacht hat.

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Vom Kölner Talent in die US‑Football-Maschinerie

Klein wuchs in Köln auf, seine ersten Schritte im Football machte er im Nachwuchsteam der Cologne Crocodiles. Schon früh fiel er mit Größe und Athletik auf, noch wichtiger: Er wollte mehr, als nur in der GFL-Jugend aufzufallen.

Über internationale Kontakte und Björn Werners Förderprogramm Gridiron Imports öffnete sich ihm die Tür an eine US‑High School. "Er hat mir die Chance gegeben, mein Leben zu ändern", dankte Klein seinem Mentor Werner in der Pressekonferenz nach dem Draft.

Klein wechselte an die Rabun Gap-Nacoochee School in Georgia – sportlich wie kulturell ein kompletter Neustart. Dort lernte Klein das US‑System von Grund auf kennen, trainierte und spielte auf einem völlig neuem Niveau.

"Mit gerade einmal 15 Jahren bin ich ganz allein nach Georgia gezogen, um dort ein Internat zu besuchen. Ich sprach kein Wort Englisch. Ich wusste nicht wirklich, worum es beim Football ging", erinnert sich Klein: "Man sagte mir nur, ich solle schnell in Richtung Endzone laufen, und man würde mir den Ball zuwerfen."

Scouts wurden aufmerksam, aus "dem Deutschen" wurde in den Recruiting-Datenbanken ein ernsthaftes Tight-End-Prospect. Als sich mehrere Colleges meldeten, entschied er sich für den maximalen Prüfstein: die University of Michigan.

Lehrjahre und Durchbruch in Michigan

In Ann Arbor stieg Klein in ein Programm ein, das für physische Offense und hohe Ansprüche an Tight Ends bekannt ist. Aber zunächst hieß es: Geduld.

Hinter erfahrener Konkurrenz sammelte er Snaps in Special Teams, bekam einzelne Einsätze in der Offense und arbeitete im Schatten an Technik, Körper und Playbook.

2023 gehörte er zum Kader, der die nationale College-Meisterschaft gewann – ein Titel, der seinen Namen noch nicht auf die großen Schlagzeilen hob, ihm aber Erfahrung auf höchster Bühne gab.

Schritt für Schritt wuchs seine Rolle: 2024 tauchte er regelmäßiger im Passing Game auf, 2025 ging er schließlich als Nummer‑1‑Tight‑End in die Saison und wurde von den Teamkollegen zum Kapitän gewählt – im Haifischbecken eines Top‑Programms fast die noch größere Auszeichnung als jede Statistik.

Klein verkörperte dabei den Prototyp des modernen Allrounders: Er blockte im Run Game, half in der Pass Protection, fing Bälle vor allem in der kurzen und mittleren Distanz. Nicht die Highlight-Plays, sondern Verlässlichkeit und Vielseitigkeit waren seine Stärken – genau das Profil, das viele NFL‑Coaches in tief besetzten Kadern suchen.

Houston Texans: Weichenstellung schon vor dem Draft

Beim Combine bestätigte er das Bild: gute Größe, kräftiger Frame, überzeugende Athletik.

Dennoch galt Klein bei den meisten Beobachtern nicht unbedingt als Mann für die ersten beiden Draft-Runden. Seine College-Zahlen waren solide, aber nicht dominant.

Wichtiger war sein Wert hinter den Zahlen: das Gesamtpaket aus Körper, Athletik, Blocking-Power und Charakter.

Eine Kombination, die Head Coach DeMeco Ryans von den Houston Texans anscheinend besonders überzeugen konnte.

Wie Klein nach dem Draft verriet, waren es auch die Texans, mit denen er sein erstes offizielles Gespräch im Rahmen des Combines hatte.

Noch am Morgen des Draft-Tages schickte er eine Nachricht an James Ferentz, den Tight Ends Coach der Texans: "Let's work. Bring me home."

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Marlin Klein: "Ich wollte von Anfang an nach Houston kommen"

Houston bastelt an einer flexiblen Offense um den noch immer jungen Franchise‑Quarterback C.J. Stroud. So investierten die Texans früh in Line und Defense – und holten mit Klein nun einen Tight End, der die Rolle des physischen Allrounders ausfüllen soll.

Und auch für Klein seien die Texans das perfekte Match: "Ich wollte von Anfang an nach Houston kommen. Das kann meine Verlobte bestätigen. Das kann meine Familie bestätigen", sagte er nach dem Draft. "Es ist ein toughes, athletisches Footballteam. Das ist genau die Art von Team, in dem ich spielen möchte."

Kurzfristig dürfte er als Nummer zwei hinter einem etablierten Starter in die Rotation rutschen, mittelfristig sehen viele Analysen in ihm einen Kandidaten für eine größere Rolle.

"Sie bekommen einen schnellen und körperlich starken Footballspieler, der zu allem bereit ist", sagte Klein: "Mir ist es egal, ob ich Running Back, Wide Receiver, Defensive End, Safety oder in den Special Teams spiele. Ich will einfach nur spielen und dem Team zum Sieg verhelfen."

Klein-Ansage: "Ich will mir einen Namen in der NFL erarbeiten"

Für Football‑Deutschland ist Kleins Draft‑Moment mehr als nur eine Einzelgeschichte. Der Junge mit dem One‑Way‑Ticket hat sein Ziel erreicht – zumindest das erste Etappenziel.

Wie weit Marlin Klein in Houston tatsächlich kommt, wird sich erst zeigen. Dass seine Einstellung NFL-würdig ist, bewies Klein aber mit einer Ansage nach dem Draft: "Ich habe immer daran geglaubt, dass ich auf diesem Level mithalten kann. Mit den Texans hat ein Team an mich geglaubt – und ich werde alles dafür tun, dieses Vertrauen zurückzuzahlen. Ich komme nicht hierher, um nur ein Teil des Kaders zu sein. Ich will impacten, ich will Spiele mitentscheiden, den größtmöglichen Erfolg haben und ich will mir einen Namen in der NFL erarbeiten."

Egal, wie seine Karriere verläuft: Kleins Aufstieg hat gezeigt, wie eine konsequent geplante Karriere im American Football auch aus deutschen Strukturen heraus funktionieren kann.

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