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NFL: Droht einem Super-Bowl-Sieger das Aus? Die Hot Seats der Head Coaches vor der Saison 2026
Aktualisiert:
von Chris LugertNFL
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Die NFL-Saison 2026 startet in wenigen Wochen. Traditionell gehen einige Head Coaches mit reichlich Druck in die neue Spielzeit, eine schwache Saison könnte sie den Job kosten. Wessen Sitz ist bereits vor dem ersten Snap besonders heiß?
Nur noch wenige Wochen, dann startet die NFL-Saison 2026. In ein paar Tagen geht es bereits mit der Preseason los - ein untrügliches Zeichen dafür, dass es in der besten Football-Liga der Welt wieder ernst wird.
Ernst wird es aber nicht nur allgemein rund um die NFL, sondern im Speziellen auch für einige Head Coaches. Denn die Ausgangslagen für die Trainer sind von Franchise zu Franchise höchst unterschiedlich. Manche sitzen aufgrund der Erfolge oder Entwicklungen der vergangenen Saison(s) sicher im Sattel, andere aber verspüren jede Menge Druck.
Die Rede ist in diesem Zusammenhang immer wieder von den berüchtigten "Hot Seats", die für einige Coaches bereits im Saisonverlauf zu heiß werden könnten. Welcher Head Coach geht auf einem besonders warmen Sitz in die Saison? ran blickt auf die Kandidaten, die um ihren Job bangen müssen.
NFL Hot Seats: Aaron Glenn (New York Jets)
Dass seine Debütsaison als Head Coach der New York Jets nicht nach Wunsch verlief, zeigte Aaron Glenn vor allem mit seinen Entscheidungen nach der Spielzeit. Glenn tauschte einen relevanten Teil seines erst ein Jahr zuvor zusammengestellten Trainerstabes aus, beide Koordinatoren sowie mindestens sieben Assistenten mussten gehen.
Es riecht bereits stark nach letzter Patrone für den 54-Jährigen, der im vergangenen Jahr von den Detroit Lions nach New York gewechselt war. Nur drei Siege in 17 Spielen sind wahrlich kein Ruhmesblatt, auch seine Defense - immerhin die Seite des Balls, auf der Glenn die größte Expertise mitbringt - funktionierte nicht.
Der Kader erhielt in der Offseason eine Generalüberholung, sowohl in der Free Agency als auch - dank einer Flut an Picks - im Draft wurde die Mannschaft neu aufgestellt. Glenn hatte dabei ein gehöriges Wörtchen mitzureden. Gleiches gilt für seinen Trainerstab, vor allem die Verpflichtung von Offensive Coordinator Frank Reich sorgte aber für einiges Stirnrunzeln.
Glenn bekam von den Verantwortlichen um Owner Woody Johnson noch einmal die Chance, aus seinen Fehlern zu lernen. Was aber auch heißt: Schlittern die Jets wieder von Niederlage zu Niederlage, ist seine Zeit bald vorbei. Womöglich bereits während der Saison.
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NFL Hot Seats: Todd Bowles (Tampa Bay Buccaneers)
Inkonstanz kann man den Tampa Bay Buccaneers unter Todd Bowles wahrlich nicht vorwerfen. Vier Saisons als Head Coach der Bucs liegen hinter ihm, immer landete er zwischen acht und zehn Siegen. Unter ihm war Tampa Bay nie schlecht, aber auch nie herausragend. Dreimal ging es in die Playoffs, dabei sprang aber nur ein Sieg in der Postseason heraus.
Bedeutet: Die Bucs waren mit Bowles stets ein Inbegriff des biederen Durchschnitts, vor allem in der vergangenen Saison, als es nicht einmal für die Playoffs reichte, zum ersten Mal in der Amtszeit des 62-Jährigen. Die Entwicklung ist also eher negativ, zudem verlor die Franchise in der Offseason diverse Säulen der vergangenen Jahre, zum Beispiel Wide Receiver Mike Evans, Linebacker Lavonte David oder Cornerback Jamel Dean.
Diese Qualität muss erst einmal ersetzt werden. Bowles ist dabei weiterhin der einzige Head Coach der NFL, der sich keinen Defensive Coordinator zur Unterstützung geholt hat, sondern sich komplett selbst um die Defensive kümmert. Ob sein neuer Offensive Coordinator Zac Robinson eine Identität implementieren kann und eine Möglichkeit findet, wie er Baker Mayfield ohne Evans zum Glänzen bringt, könnte die Zukunft von Bowles maßgeblich bestimmen.
Schaffen es die Bucs in die Playoffs, dürfte Bowles erst einmal wieder sicher sein. Verpasst die Franchise aber die Postseason, könnten sich die Entscheidungsträger in Florida zu einem Neustart genötigt sehen.
NFL Hot Seats: Nick Sirianni (Philadelphia Eagles)
Zwei Super-Bowl-Teilnahmen in fünf Jahren, darunter einmal der Gewinn der Vince Lombardi Trophy, außerdem in den vergangenen vier Saisons immer mit mindestens elf Siegen - klingt diese Bilanz nach einem Head Coach, der um seinen Job zittern muss? Auf den ersten Blick nicht, aber bei Nick Sirianni und den Philadelphia Eagles ist die Situation eine spezielle.
Ja, Sirianni führte die Eagles zweimal in den Super Bowl. Aber wahr ist auch, dass beide Male in der Saison darauf ein Rückschritt zu verzeichnen war. Aus 14 Siegen in der Regular Season wurden jeweils elf, der Traum vom Repeat platzte zuletzt schon in der Wild Card Round gegen verletzungsgebeutelte San Francisco 49ers.
Was auch daran lag, dass Sirianni auf der Position des Offensive Coordinators mehrfach krachend danebengriff. Auf Super-Bowl-Teilnehmer Shane Steichen folgte Brian Johnson, der nach nur einer Saison gefeuert wurde. Danach landete Sirianni mit Kellen Moore einen Volltreffer, nach dessen Abgang zu den New Orleans Saints war Kevin Patullo aber wieder eine Fehlentscheidung.
Für 2026 setzt der Head Coach auf eine besonders riskante Option. Ex-Quarterback Sean Mannion, der gerade einmal zwei Saisons Coaching-Erfahrung in der zweiten Reihe in der NFL vorweisen kann, soll die Offense callen. Und das ohne Star-Receiver A.J. Brown. Sirianni spielt mit dem Feuer. Und sollte die Offense einbrechen und die Eagles womöglich sogar die Playoffs verpassen, könnten seine Tage gezählt sein.
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NFL Hot Seats: Dan Quinn (Washington Commanders)
Der Absturz der Washington Commanders in der Saison 2025 war beeindruckend - auf eine maximal negative Art, wohlgemerkt. Waren die Commanders ein Jahr zuvor mit zwölf Siegen und dem Einzug ins NFC Championship Game noch die Überraschung der Saison gewesen, ging es danach in die komplett falsche Richtung. Die Gründe dafür waren vielfältig.
Quarterback Jayden Daniels verpasste den Großteil der Saison verletzt, und wenn er mal spielen konnte, blieb er weit hinter seinen Leistungen aus seiner Rookiesaison zurück. Doch auch die Defense, das Steckenpferd von Head Coach Dan Quinn, performte nicht. Ursächlich dafür waren unter anderem katastrophale Personalentscheidungen in der Offseason.
Die Lehren wurden offenbar gezogen, zumindest wurde der Kader erneut massiv verändert. Mehr als die Hälfte der Startelf der Defense könnte aus Neuzugängen bestehen, doch offensiv bleiben Fragezeichen. Vor allem auch deshalb, weil sich Quinn für David Blough als Offensive Coordinator entschied - ein Ex-Quarterback, der zuvor zwei Jahre Quarterbacks Coach in Washington gewesen war. Mehr Coaching-Erfahrung hat Blough nicht anzubieten.
Wie bei den Eagles und Sirianni könnte der Head Coach auch hier zum Opfer seines (Über-?)Mutes werden. Doch Quinn hat nicht die Lobby eines Super-Bowl-Sieges. Nach einem sehr guten und einem sehr schlechten Jahr als Commanders-Head-Coach könnte die dritte Spielzeit über sein Schicksal entscheiden.
NFL Hot Seats: Shane Steichen (Indianapolis Colts)
Wann reißt bei den Indianapolis Colts der Geduldsfaden? Auch nach drei Jahren mit Shane Steichen als Head Coach steht bei der Zahl der Playoff-Teilnahmen eine große, dicke Null zu Buche. Dass es im vergangenen Jahr nicht zum Einzug in die Postseason reichte, lag an einer aberwitzigen Serie von sieben Niederlagen aus den letzten sieben Saisonspielen, die nach der Bye Week begann.
Ein entscheidender Grund für diese Negativspirale war der Achillessehnenriss von Daniel Jones in Woche 14, doch es passte irgendwie zu den Colts, die unter Steichen einfach nicht den Sprung raus aus dem grauen Mittelmaß schaffen. Ob sich das 2026 ändert? Jones ist wieder komplett fit und nimmt am Training Camp teil, er sollte zu Saisonbeginn auf dem Feld stehen.
Allerdings verlor Indianapolis mehrere wichtige, langjährige Stützen wie Wide Receiver Michael Pittman, Offensive Tackle Braden Smith und Linebacker Zaire Franklin. Ob diese adäquat ersetzt wurden, ist fraglich. Und ob Jones noch einmal solch eine Saison spielen kann wie 2025 bis zu seiner Verletzung, weiß ebenfalls keiner. Die Colts könnten erneut irgendwo im Mittelfeld der Liga landen.
Was für Steichen wohl zu wenig sein dürfte, um seinen Job noch ein weiteres Jahr zu behalten.
Für Shane Steichen könnte die Saison 2026 richtungsweisend werden.
Bild: Eibner
NFL Hot Seats: Zac Taylor (Cincinnati Bengals)
Die Luft für Zac Taylor bei den Cincinnati Bengals wird immer dünner. 2025 standen nur sechs Siege am Saisonende in der Bilanz, so wenige wie seit 2020 nicht mehr. Und auch wenn der erneute Ausfall von Quarterback Joe Burrow schmerzte, so gehen dem Head Coach immer mehr die Argumente aus.
Schließlich gelang auch 2024 mit einem fitten und herausragenden Burrow nicht der Einzug in die Playoffs, was eigentlich ein Unding ist. Bislang konnte sich Taylor offenbar noch immer vor einer Entlassung retten, der Super-Bowl-Einzug aus der Saison 2021 gibt ihm bei den Ownern noch immer einen gewissen Kredit.
Doch lange wird dieser nicht mehr gelten. Nun kann ein Head Coach nicht zwingend etwas für die Verletzungen seiner Spieler. Allerdings hat er es in all den Jahren auch nicht geschafft, eine Offensive Line zu bauen, die seinen Quarterback schützt. Die Protection für Burrow ist seit einer gefühlten Ewigkeit ein Thema in Cincinnati, gelöst hat es Taylor bis heute nicht vollends.
Immerhin: Die Defense wurde gerade in der Front massiv verstärkt, was die Unit wettbewerbsfähiger machen und Druck von der Offense nehmen sollte. Springt am Ende aber nicht eine deutlich bessere Bilanz und bestenfalls ein tieferer Playoff Run heraus, wird sich Taylor wohl nach einem neuen Job umsehen müssen.
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