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3. Liga - Gänsehaut-Stimmung: Alemannia Aachen und MSV Duisburg zeigen, was Fußball wirklich ausmacht! Ein Kommentar
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von Kai Esserran Fußball
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Videoclip • 01:01 Min
Fast 31.000 Zuschauer verfolgten am Freitag das Drittligaspiel zwischen Alemannia Aachen und dem MSV Duisburg. Drittklassiger Fußball auf dem Papier, erstklassige Klubs und Fans drumherum. Sowas kann nur Deutschland.
Von Kai Esser
Es war an diesem Freitag noch gar nicht an einen Anpfiff zu denken, da merkte man schon, wie es in der Stadt knisterte.
Zum Drittliga-Topspiel des 35. Spieltags zwischen Alemannia Aachen und dem MSV Duisburg kündigte sich ein ausverkaufter Tivoli an.
Zwei Traditionsteams, die Massen bewegen und trotz fehlenden Glanzes alter Tage noch immer für Spektakel und Fußballfreude in der reinsten Form sorgten.
Sie zeigten und zeigen immer noch, dass Dinge wie Geld, internationale Startplätze und Investoren nur zweitrangig sind - Fußball ist ein Spiel der breiten Masse. Deshalb dürfen solche Traditionsvereine, die die Menschen bewegen, auch nie aussterben.
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3. Liga: Tradition und "echter Fußball" noch und nöcher
Am Ende wollten 30.894 Fans sehen, wie zwei Top-Teams der Liga alles gaben, was sie hatten. Man bekam als einer der zahlenden Zuschauer das Gefühl, dass der Fußball echt ist.
Jeder gewonnene Zweikampf, jede Parade, jede herausgeholte Ecke wurde giftig und euphorisch von den Tribünen gefeiert. Die Alemannia als Gastgeber zog Energie aus den Fans, die wie eine Wand hinter ihrer Mannschaft standen.
Und der MSV? Hielt dagegen, ebenfalls mit Einsatzwille, Kampf und Leidenschaft, angepeitscht von über 5.000 Gästefans. Aachen gab übrigens mehr Tickets an die Gästefans als sie müssten - dasselbe hatte Duisburg beim Hinspiel auch gemacht. Stimmung und ein volles Haus waren wohl beiden wichtiger als der reine Heimvorteil.
Aachen und Duisburg, das sind zwei Fußballstandorte, die fest mit ihren jeweiligen Klubs verwachsen sind.
Aachen ohne Alemannia oder Duisburg ohne den Meidericher SV? Undenkbar für alle, die irgendwas mit Fußball zu tun haben. Und das merkt man den Fans auf jeder Tribüne im Stadion an. Fußball ist für die allermeisten dort kein Event, vielmehr verstehen die Fans es als Arbeitsauftrag, von der Tribüne alles reinzuschmeißen, um ihre Farben zum Sieg zu schreien.
Aachen wie Duisburg sind übrigens nur Fallbeispiele für die reine Fußballkultur in dieser Spielklasse. Beide Klubs empfangen pro Heimspiel mehr als 22.000 Fans, das gibt es fast nirgendwo anders auf der Welt in einer 3. Liga.
Hansa Rostock, Rot-Weiss Essen, 1860 München, Energie Cottbus - auf all diese Vereine trifft oben beschriebenes gleichermaßen zu.
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Deutsche Fußballkultur muss erhalten bleiben - um jeden Preis
Freilich, die 3. Liga ist nicht jede Woche ein Fußballleckerbissen. Und wenn die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart auf Viktoria Köln trifft, dann verirren sich auch mal weniger als tausend Zuschauer ins Stadion. Aber das sind andere Themen.
Die 3. Liga ist - vielleicht mehr als jede andere Spielklasse in Deutschland - ein Zeugnis von "echtem" Fußball. Kein Video Assistant Referee, kein Geplänkel, sondern Vollgas. Vollgas und Leidenschaft, weil die Menschen in genannten Fußballstädten ihren Mannschaften dasselbe abverlangen wie sich selbst.
Diese Liga ist das beste Beispiel dafür, dass das, was im Fußball - auch im modernen - am Wichtigsten ist, nicht käuflich ist: Kultur. Verwurzelung. Einheit. Identifikation. Stimmung.
Am Ende schlug die Alemannia Duisburg übrigens mit 3:1 und verwandelte den heimischen Tivoli in ein Tollhaus. Im Übrigen geht es für die Aachener in der Praxis um nichts mehr.
Für die Fans ist es trotzdem eine Selbstverständlichkeit, ins Stadion zu pilgern.
Als bräuchte es noch einen Beweis dafür, wie besonders und wie besonders wichtig solche Klubs sind.
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