- Anzeige -

Bundesliga

Ein Glücksgriff des FC Bayern und Frankfurter Desaster – Gewinner und Verlierer der Saison

Aktualisiert:

von Justin Kraft

ran Fußball Bundesliga

FC Bayern - Eberl zur WM-Debatte um Neuer: "Bin nicht Bundestrainer"

Videoclip • 03:39 Min


Die Saison 2025/26 ist zu Ende und wie immer gibt es zahlreiche Gewinner und Verlierer in der Bundesliga. ran zeigt je fünf.

Am Samstag ging es in der Bundesliga ein letztes Mal in dieser Saison um Punkte. Mit den beiden Relegationsspielen des VfL Wolfsburg stehen noch zwei Partien an, die über das Teilnehmerfeld der kommenden Saison entscheiden werden.

Die ganz großen Überraschungen blieben diesmal aus, vor allem im oberen Tabellendrittel finden sich viele Teams wieder, denen man aufgrund ihrer finanziellen Mittel oder ihrer sportlichen Stabilität auch zugetraut hätte, dort zu landen.

Auch im unteren Tabellendrittel gab es nur wenig Außergewöhnliches. Trotzdem wird beim Blick auf die Gewinner und Verlierer der Saison klar, dass nicht für alle alles nach Plan lief – und dass andererseits so mancher Verein, Spieler oder Verantwortliche besonders herausragende Arbeit geliefert hat.

ran schaut auf je fünf Gewinner und Verlierer der nun abgelaufenen Bundesliga-Spielzeit.

Die nächsten Livestreams auf Joyn

- Anzeige -
- Anzeige -

Gewinner: Luis Diaz

Wer Deutscher Meister wird, hat in der Regel nicht allzu viel falsch gemacht. Im Gegenteil: Der Kader des FC Bayern strotzt nur so vor Gewinnern. Hervorheben könnte man also viele Spieler. Harry Kane, Michael Olise oder Dayot Upamecano, der so stabil gespielt hat wie noch nie.

Schaut man aber auf die Resonanz, die der Transfer von Luis Diaz ausgelöst hat, dann gibt es mit dem Kolumbianer einen Spieler, der die Erwartungen nicht nur übertroffen, sondern sie geradezu pulverisiert hat. Von wegen alt, von wegen zu teuer – Diaz hat die wohl beste Saison seiner Karriere gespielt.

Mit 26 Toren und 22 Assists in 50 Einsätzen war er einer der Schlüssel zum Erfolg. Während Diaz in Liverpool schmerzlich vermisst wird, ergötzen sich die Bayern an seinem Talent und seinen Fähigkeiten.

Verlierer: Bayer 04 Leverkusen

Zugegeben: Leverkusen als einen der großen Verlierer zu bezeichnen, ist womöglich etwas hart. Schließlich hat der Verein einen nahezu unvergleichlichen Umbruch bewältigen müssen. Zahlreiche Schlüsselspieler sind gegangen und auch Erfolgscoach Xabi Alonso verließ die Werkself.

Doch nach dieser Saison muss man festhalten, dass Leverkusen wieder da ist, wo sie vor den erfolgreichen Jahren unter Alonso waren. Aufgabe der Kaderplanung ist es unter anderem, solche Umbrüche zu antizipieren und darauf vorbereitet zu sein.

Stattdessen aber wirkte vieles kopf- und planlos. Die Verpflichtung von Erik ten Hag ging in die Hose, die des Nachfolgers Kasper Hjulmand war eher unkreativ und unmutig. Innerhalb eines Jahres ist Leverkusen wieder uninteressant geworden. Am Ende steht ein sechster Platz, mit dem man intern nicht zufrieden sein kann.

Umbruch hin oder her: Der Anspruch des Klubs muss es sein, in den Top-4 zu stehen. Seit der Saison 2009/10 war man in der Endplatzierung nur einmal schlechter als in dieser Spielzeit: Beim zwölften Platz 2016/17. Zwei weitere Male war man ebenfalls auf dem sechsten Rang, sonst immer besser.

Weitere Fußball-Videos

Gewinner: Hamburger SV

An historischen Resultaten kann man den HSV schon lange nicht mehr messen. Aber nach sieben Jahren der Zweitklassigkeit ist der Traditionsklub zurückgekehrt in die Bundesliga – und hat sich dort sehr stabil präsentiert.

Kluge Transfers, Kontinuität auf der Trainerposition und viel Ruhe in der Führung des Klubs scheinen den Hamburgern ein gutes Fundament für die nächsten Jahre gegeben zu haben. Selbst die Geschichte rund um Stefan Kuntz konnte den einstigen Bundesliga-Dino nicht aus der Bahn werfen.

Im Gegenteil: Hamburg moderierte das clever und bestimmt. Der HSV ist zurück und könnte sich wieder im Oberhaus festbeißen. Das einzige ernsthafte Fragezeichen dürfte sein, wie man den großen individuellen Gewinner Luka Vuskovic sowie den einen oder anderen weiteren drohenden Abgang ersetzen möchte. Für den Moment kann der HSV aber sehr zufrieden mit seinem Comeback sein.

- Anzeige -
- Anzeige -

Verlierer: Markus Krösche

Definitiv nicht zufrieden kann Markus Krösche sein. Noch im vergangenen Sommer galten er und Eintracht Frankfurt als eines der Aushängeschilder der Bundesliga. Nur zwölf Monate später steht die SGE vor einer ungewissen Zukunft.

Krösche hat daran entscheidenden Anteil. Nicht nur verpasste er es, die Defensive des Teams zu verstärken, auch seine Trainerentscheidungen waren fragwürdig. Die Entlassung von Dino Toppmöller war eng verknüpft mit Defensivproblemen, die die Kaderplanung entscheidend mitzuverantworten hatte. Und die Entscheidung für Albert Riera als Nachfolger war ... zumindest verwunderlich.

Gewinner: Andreas Schicker und Christian Ilzer

Verwunderlich war für einige auch, wie es der TSG Hoffenheim gelang, von einem Abstiegskandidaten zu einem Champions-League-Aspiranten zu avancieren. Zwei Hauptgründe waren Trainer Christian Ilzer, der dem Team wieder eine Identität gab, und Andreas Schicker, der ihn mit klugen Transfers unterstützte.

Gerade Schicker ist einer der großen Gewinner dieser Saison, weil er einen Machtkampf in Hoffenheim gewonnen hat, der den Klub schnell alles hätte kosten können, was man in dieser Saison erreicht hat. Auch deshalb zählen sicher nicht alle bei der TSG zu Gewinnern. Schicker und Ilzer aber auf jeden Fall.

Verlierer: VfL Wolfsburg

Dass der VfL Wolfsburg zu den Verlierern zählt, erklärt sich von selbst. Wer mit diesem Etat nur 29 Punkte holt und in der Relegation um den Abstieg bangen muss, der kann nur fast alles falsch gemacht haben, was man falsch machen kann.

Wolfsburg hat einen weiteren Tiefpunkt erreicht und muss sich im Sommer neu aufstellen. Ob das in der 1. oder 2. Bundesliga passiert, wird sich noch zeigen.

Gewinner: VfB Stuttgart

Der VfB Stuttgart kennt diesen Absturz. Es ist noch nicht lange her, da kamen die Schwaben aus der 2. Bundesliga wieder hoch. Unter Sebastian Hoeneß haben sie sich aber so sehr stabilisiert, dass es fast schon als selbstverständlich gilt, dass der VfB auf dem vierten Platz landet.

Das ist es aber nicht. So gut der Kader ist und so gut die Stuttgarter Fußball spielen: Die neue Konstanz ist alles andere als gegeben. Nach einem schwierigen Saisonstart hat sich der VfB abermals gefangen und am Ende die Champions League erreicht. Man könnte vom neuen Eintracht Frankfurt in der Bundesliga sprechen.

- Anzeige -
- Anzeige -

Verlierer: Sandro Wagner

Einer darf bei den Verlierern natürlich nicht fehlen: Sandro Wagner. Der ehemalige Co-Trainer von Julian Nagelsmann übernahm den FC Augsburg mit großen Vorschusslorbeeren und großen Worten.

Am Ende war der Wechsel zu Manuel Baum exakt das, was der FCA gebraucht hat. Bodenständigkeit, Augsburger Identifikation und Identität und Ruhe statt zu große Träume. Wagner hingegen dürfte viel bei seiner ersten größeren Trainerstation gelernt haben. Ob er das bald auch wieder in der Praxis umsetzen darf, bleibt abzuwarten.

Gewinner: Said El Mala

Abwarten musste Said El Mala auch. Obwohl er von Beginn an mindestens andeutete, was für ein überragendes Talent er hat, gab es Saisonphasen, in denen er nicht Teil der Startelf war.

Am Ende stehen "nur" knapp über 2.000 Minuten auf seinem Konto, dafür aber starke 15 Tore und fünf Assists in Bundesliga und Pokal. El Mala hat sich damit nicht nur in den Fokus der Topklubs gespielt, sondern ist auch ein echter Kandidat für Julian Nagelsmann für die WM geworden.

Der 19-Jährige wartet noch auf sein Debüt. Bitter: Am letzten Spieltag gegen den FC Bayern verletzte sich der Offensivspieler. Noch ist unklar, wie schwer die Verletzung ist.

Verlierer: Der DFB

Unklar ist zudem, wie der DFB den Verlust von Deniz Aytekin kompensieren möchte. Auch in dieser Saison waren die Schiedsrichter wieder eines der Hauptthemen. Fragwürdige VAR-Entscheidungen oder wenig nachvollziehbare Pfiffe auf dem Feld – Deutschlands Schiedsrichterei bleibt in der Kritik.

Einer, der hierzulande und international aber große Wertschätzung erfährt, ist Aytekin. Vor allem sein respektvoller und offener Umgang mit den Spielern wird fehlen. Der DFB hat so schon ein Problem. Ohne Aytekin wird es noch größer.

- Anzeige -

Weitere Bundesliga-News