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Kommunalwahlen

Münchens Bürgermeister Dieter Reiter abgewählt: War der FC Bayern schuld?

Aktualisiert:

von ran.de

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FC Bayern: Droht Münchens Oberbürgermeister Ärger?

Videoclip • 01:04 Min


Dieter Reiter verlor die Stichwahl und somit das Amt des Bürgermeisters von München. Die Niederlage dürfte vor allem mit seiner Nebentätigkeit beim FC Bayern München zusammenhängen, die er erst kürzlich niederlegte.

Bittere Schlappe für Dieter Reiter! Der 67-Jährige, der die Stadt München zwölf Jahre lang als Oberbürgermeister regiert hat und bis vor drei Wochen noch als Favorit für die Wiederwahl galt, ist abgewählt worden. "Ich hab's verbockt", sagte er selbst.

Damit spielte er vermutlich auch auf seinen Nebenverdienst beim FC Bayern an, den er sich nicht vom Stadtrat hatte genehmigen lassen. Dies kostete ihn massiv Stimmen - und nun sogar die Wahl. Dominik Krause ist der erste grüne Oberbürgermeister Münchens. Nach 42 Jahren geht das Rathaus nicht mehr an die SPD.

Reiter hatte bereits vor eineinhalb Wochen seine Posten im Aufsichtsrat sowie im Verwaltungsbeirat des FC Bayern München niedergelegt. Er betonte in einer Pressemitteilung, dass ihm das Vertrauen der Münchner Bürger über allem stehe - gleichwohl handele es sich um eine Entscheidung, die ihm als langjährigem Bayern-Fan schwerfalle.

Der Rücktritt erfolgte nach Wochen intensiver Debatten, während der sich Reiter mehrmals öffentlich entschuldigt hatte. Er wolle damit einen Schlussstrich unter die Affäre ziehen, die sein Amt als Oberbürgermeister belastete.

Reiter-Kritik wegen Nähe zum FC Bayern

Im Zentrum der Kritik stand, dass Reiters Nebentätigkeit beim FC Bayern nicht vom Stadtrat genehmigt wurde, was gegen die Dienstpflichten als kommunaler Wahlbeamter verstößt. Beamte müssen solche Tätigkeiten ab einer Vergütung von 10.000 Euro pro Jahr genehmigen lassen.

Reiter erhielt laut "Bild" seit Ende 2021 jährlich 20.000 Euro für den Verwaltungsbeirat, insgesamt 90.000 Euro, die er vollständig an soziale Projekte wie "Mini München" und "Bunt kickt gut" spendete.

Kritiker warfen ihm vor, die Tätigkeit nicht gemeldet zu haben und anfangs falsche Angaben gemacht zu haben - etwa, dass er noch nicht im Aufsichtsrat sei, was durch Belege von der Partei Die Linke widerlegt wurde.

Andere Beiratsmitglieder wie Lars Klingbeil (SPD) oder Dorothee Bär (CSU) erhalten keine Vergütung, während Josef Schmid (CSU) 20.000 Euro pro Jahr bezieht.

Reiter war seit 2019 Mitglied des Verwaltungsbeirats, eines Beratungsgremiums mit Persönlichkeiten wie Klingbeil, Bär und Schmid. Im Februar wurde er zum Vorsitzenden ernannt, was automatisch einen Sitz im Aufsichtsrat nach sich zog - eine Nachfolge für Bayerns langjährigen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber.

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Partei-Kollege Lutz: "Debatte um Bayern hatte Einfluss"

Mit seinem Rückzug beim FC Bayern wollte Reiter die Unruhe beseitigen und den Fokus wieder auf die Politik legen. Mittlerweile ist klar, dass ihm dies nicht gelungen ist.

"Dieter Reiter hat in den vergangenen Monaten einsame Entscheidungen getroffen. Natürlich hatte die Debatte um den FC Bayern einen starken Einfluss", sagt Markus Lutz (SPD), der Chef des Sendlinger Bezirksausschusses, gegenüber der "Abendzeitung".

SPD-Wirtschaftsreferent Christian Scharpf glaubt dies nicht. Eher ist er der Meinung, dass die Münchner – obwohl die Stadt gut dastehe – eine Veränderung, einen Aufbruch und vor allem einen jüngeren Kandidaten wollten.

Neben der verlorenen Wahl könnte die Bayern-Tätigkeit für Reiter noch ein weiteres Nachspiel haben. Die zuständige Behörde in Oberbayern hält sich laut der Deutschen Presse-Agentur noch offen, ob ein Disziplinarverfahren gegen Reiter eingeleitet wird. Noch sei keine Entscheidung darüber gefällt worden.

Dafür aber haben die Wähler entschieden, wer die Zukunft von München gestalten soll - und zwar nicht Reiter.

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