Champions League
Real Madrid vs. FC Bayern München: Unberechenbare Königliche auf der Suche nach Identität
Veröffentlicht:
von Christian Stüweran Fußball Bundesliga
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Videoclip • 01:15 Min
Launisch, defensiv teilweise anfällig und von Verletzungen geplagt: Der FC Bayern trifft im Viertelfinale der Champions League auf ein Real Madrid, das sich in einem nicht abgeschlossenen Umbruch befindet. ran hat sich die Schwachstellen der Königlichen angeschaut.
Den FC Bayern München und Real Madrid verbindet eine seit Jahrzehnten andauernde Rivalität. Die beiden Schwergewichte des Weltfußballs trafen seit den 1970er Jahren immer wieder im Pokal der Landesmeister und später in der Champions League aufeinander.
In Spanien wird das Duell als "Clásico Europeo" - "europäischer Klassiker" - bezeichnet. Der FC Bayern erkämpfte sich zudem den Status als Angstgegner und wird ehrfurchtsvoll "la bestia negra" - die "schwarze Bestie" - genannt.
Nun wird ein neues Kapitel der Rivalität geschrieben. Am Dienstag empfängt Real Madrid den FC Bayern zum Hinspiel des Viertelfinales der Champions League (21:00 Uhr im Liveticker).
Während der deutsche Rekordmeister die Bundesliga wie beinahe gewohnt dominiert, spielt Real Madrid bislang eine ziemlich durchwachsene Saison, zumindest gemessen an den eigenen Ansprüchen.
Doch woran liegt es, dass Real phasenweise schwächelt? ran nennt die Probleme der Königlichen.
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Real Madrid: Unbeständig und defensiv anfällig
Auffällig ist zunächst einmal, dass Real sehr unbeständig und teilweise defensiv anfällig zu sein scheint. Einem starken Start in die Saison folgte eine Schwächephase im Herbst und Winter, die Trainer Xabi Alonso nach einem halben Jahr den Job kostete. Im ersten Spiel unter Nachfolger Alvaro Arbeloa flog Real dann spektakulär beim Zweitligisten Albacete aus dem Pokal - eine Saison ohne nationalen Titel droht.
Nachdem Real in den letzten Wochen einen stabilen Aufwärtstrend vorweisen konnte, ging am Samstag die Generalprobe für die Champions League bei Abstiegskandidat Mallorca verloren. Der FC Barcelona nutzte diesen erneuten Patzer eiskalt und setzte sich durch einen Sieg bei Atletico Madrid mit sieben Punkten an der Tabellenspitze ab, was auch in der Meisterschaft die Vorentscheidung bedeuten könnte.
Zwar stellt Real mit nur 28 Gegentreffern die beste Defensive in La Liga, aber gerade in entscheidenden Momenten zeigte sich die Abwehr anfällig. Was sich auch mit dem großen Verletzungspech erklären lässt, welches das Team aus der spanischen Hauptstadt schon die ganze Saison verfolgt.
Kapitän Dani Carvajal, David Alaba, Dean Huijsen, Ferland Mendy, Trent Alexander-Arnold, Raul Asencio und Eder Militao fielen oder fallen aus, zuletzt erwischte es auch noch Torwart Thibaut Courtois (Muskelverletzung).
Generell steht vor allem die Innenverteidigung immer wieder in der Kritik von Fans und Experten. Dem 20-jährigen Huijsen wird fehlende Erfahrung vorgeworfen, bei Rüdiger die fehlende Topform bemängelt und Asencio generell die Befähigung zu einem Weltklasse-Verteidiger abgesprochen. Über ein Bollwerk, wie es einst beispielsweise Sergio Ramos und Pepe bildeten, verfügt Real derzeit nicht.
Real Madrid: Kader als Ansammlung launischer Superstars
Kylian Mbappé, Vinicius Junior und Jude Bellingham sind zweifellos Weltklassespieler, denen aber auch der Ruf nachhängt, nicht unbedingt Team-Player zu sein. Real verfügt in der Offensive über ein unglaubliches Potenzial, ist gleichzeitig aber auch abhängig von den Launen der Superstars.
So sollen vor allem Vinicius Junior und Jude Bellingham an Alonsos Stuhl gesägt haben, was einer der Gründe für die Krise im Herbst und Winter gewesen sein könnte. Auch Federico Valverde soll einer der Rädelsführer gewesen sein. Dass der Uruguayer nun unter Nachfolger Arbeloa aufblüht und absoluter Leistungsträger ist, könnte ein Indiz dafür sein.
Arbeloa hingegen hängt der Ruf nach, im Gegensatz zu Alonso kein großer Taktikexperte zu sein. Die Hauptaufgabe des Trainers ist es aktuell offenbar, den nicht gerade pflegeleichten Kader unter Kontrolle zu bekommen. Auch Rüdiger ist in diesem Zusammenhang zu nennen, zuletzt sorgte er mit einem Ausraster im Clasico gegen Barcelona für Schlagzeilen.
Die bereits erwähnte Unbeständigkeit und Unberechenbarkeit von Real hängt sicherlich eben auch damit zusammen, dass der Kader eine Ansammlung launischer Superstars ist. Exemplarisch dafür steht vor allem Vini Jr., der an guten Tagen Spiele alleine entscheiden kann, genauso schnell aber zum Problem für die ganze Mannschaft wird, wenn ihm etwas nicht passt.
Real Madrid: Ein Klub auf der Suche
Über allem steht aber ein größeres Problem: Mit Trainer Carlo Ancelotti, Toni Kroos und Luka Modric verlor Real innerhalb der letzten beiden Jahre einen maßgeblichen Teil seiner fußballerischen Identität.
Die Art und Weise, wie das Duo Kroos und Modric den Rhythmus des Spiels im Mittelfeld kontrollierte, war im europäischen Fußball einzigartig. Dass der deutsche Weltmeister und der kroatische Superstar nicht von einem auf den anderen Tag ersetzt werden konnten, war absehbar.
Zwar stehen mit dem bereits erwähnten Valverde, Eduardo Camavinga, Aurélien Tchouaméni und Jungstar Arda Güler hochkarätige Nachfolger im Kader, der große Umbruch bei Real ist dennoch nicht abgeschlossen. Die Entlassung Alonsos ist ein klares Indiz dafür.
Die Abstimmung zwischen Offensive und Defensive, die Spielorganisation erscheint nicht optimal. Auch wird den Offensiv-Stars immer wieder vorgeworfen, defensiv nicht genug mitzuarbeiten. Real gleicht derzeit einer Wundertüte, die Königlichen sind auf der Suche nach ihrer neuen spielerischen Identität.
Die nächsten Livestreams:
Bald verfügbarMittwoch, 08.04. 22:00 • WWE
WWE RAW im Stream
150 Min
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Gegen Manchester City zeigte Real sein ganzes Potenzial
Und genau darin liegt die Gefahr für den FC Bayern - Real Madrid erscheint völlig unberechenbar.
Während die Mannschaft in den nationalen Wettbewerben einige bittere Niederlagen hinnehmen musste und teilweise lustlos wirkte, wurde im Achtelfinale der Champions League Manchester City mit 3:0 und 2:1 aus dem Wettbewerb gefegt.
Für Real dürfte die Königsklasse nun die letzte Chance auf einen Titel sein. In den Duellen mit dem FC Bayern geht es also auch darum, die Saison zu retten.
Und mit dem Rücken zur Wand ist Real Madrid aller Probleme zum Trotz ein äußerst gefährlicher Gegner.







