WM 2026
Manuel Neuer vor WM-Comeback? Das alles spricht gegen den Torwart von Bayern München
Aktualisiert:
von Martin Volkmarran Fußball Bundesliga
FC Bayern: Neuer-Entscheidung liegt genau bei zwei Personen
Videoclip • 02:44 Min
Obwohl alle Beteiligten weiter rumeiern, ist eine Rückkehr von Manuel Neuer in die DFB-Auswahl höchst wahrscheinlich. Dabei gibt es genügend Argumente dagegen.
Von Martin Volkmar
Manuel Neuer schwieg vielsagend. "Für mich ist das heute kein Thema. Heute feiern wir die Meisterschaft, nächste Woche haben wir noch eine ganz wichtige Aufgabe im Pokal", sagte er am Samstag nach dem 5:1 des FC Bayern gegen den 1. FC Köln.
Weitere Nachfragen zum angeblich bevorstehenden Comeback in der Nationalmannschaft umging Neuer danach trickreich.
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So sagten die Münchner die Pressekonferenz mit Vincent Kompany wegen der Meisterfeierlichkeiten auf dem Platz ab, so dass der Keeper sich durch den leeren Raum zum Mannschaftsbus schleichen konnte und so den vor den Kabinen wartenden Journalisten aus dem Weg ging.
Die nächsten Livestreams
DFB-Rückkehr: Manuel Neuer ignoriert alle Fragen
Auf der abendlichen Party des Klubs am Nockherberg ignorierte Neuer dann sämtliche Fragen ebenso routiniert wie am Sonntag auf der großen Feier auf dem Marienplatz. Und bei seinem einzigen Interview im "Bayerischen Rundfunk" waren Fragen zum wichtigsten Thema verboten.
Auch Julian Nagelsmann vermied es bei seinem merkwürdigen "Mauer"-Auftritt im "ZDF", für Klarheit zu sorgen, wodurch er die Gerüchte über eine WM-Nominierung des 40-Jährigen aber erst recht befeuerte.
Ein Rücktritt Neuers vom vor zwei Jahren erklärten DFB-Rücktritt ist daher höchst wahrscheinlich, denn sonst hätten alle Beteiligten die Diskussionen schon längst beenden können und aus kommunikativer Sicht auch müssen.
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Julian Nagelsmann: Kopfschütteln in der Fußball-Szene
Entsprechend groß ist nicht nur bei Fans und Medien, sondern auch in der Fußball-Szene das Kopfschütteln über das Vorgehen des Bundestrainers.
Selbst in Neuers Verein konnte man hinter vorgehaltener Hand an diesem Wochenende einige bissige Kommentare in Richtung des ehemaligen Bayern-Trainers hören.
Beim FC Bayern rechnet man mit Neuers WM-Teilnahme
Aktuell gehen die Verantwortlichen aber davon aus, dass ihr Kapitän seine insgesamt fünfte Weltmeisterschaft bestreiten wird, auch wenn es offiziell niemand bestätigen will.
"Wenn Manuel das will, dann habe ich überhaupt kein Problem damit. Ich würde mich sehr freuen, wenn er dahin fährt", erklärte Ehrenpräsident Uli Hoeneß am Sonntag: "Weil er der Beste ist."
Ähnlich hatten sich zahlreiche Experten von Lothar Matthäus über Felix Magath bis zu René Adler und Weltmeister Benedikt Höwedes geäußert.
Nüchtern betrachtet gibt es allerdings einige Argumente, die gegen Neuers Comeback sprechen.
Manuel Neuer: Im Bundesliga-Alltag nur Mittelmaß
Zahlen lügen nicht. Und die sagen etwas anderes als die Meinung früherer Wegbegleiter.
Neuers wechselhafte Leistungen in der abgelaufenen Spielzeit dokumentiert auch die Einschätzung des Fachmagazins "kicker".
Dort wurden gleich 14 Bundesliga-Torhüter (mit mindestens 20 Einsätzen) besser bewertet als Neuer, darunter neun Deutsche. Unter anderem auch die Nationalspieler Oliver Baumann, Alexander Nübel, Noah Atubolu und Finn Dahmen.
Manuel Neuer: Auch in Topspielen nur noch selten Top
Die Weltklasseleistung beim 2:1 im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League bei Real Madrid (ran-Note 1) war ein internationales Ausrufezeichen des einst weltbesten Torhüters und soll maßgeblich dazu beigetragen haben, dass er sich zu einer Verlängerung seines auslaufenden Vertrags bei Bayern entschied.
Auch im Halbfinal-Rückspiel gegen Paris St. Germain (1:1) verhinderte Neuer mit mehreren Glanzparaden eine frühe Vorentscheidung. Dazwischen jedoch lagen zwei Partien, in denen der Keeper zu den schwächsten Münchnern gehörte.
Im Hinspiel in Paris (4:5) war er zwar bei den fünf Gegentreffern weitgehend machtlos, Sicherheit strahlte er aber nicht aus. Und beim vorherigen Viertelfinal-Rückspiel gegen Real (3:3) erwischte der Routinier einen rabenschwarzen Abend und sah bei den ersten beiden Gegentoren alt aus. Auffällig waren zudem früher ungekannte Schwächen und Unsauberkeiten bei der Spieleröffnung.
Manuel Neuer: Verletzungsanfälligkeit wird immer größer
Unklar ist zudem, ob der dann älteste deutsche WM-Torhüter den Strapazen der Mammut-WM in den USA, Kanada und Mexiko körperlich gewachsen wäre. Zweifel sind nach dieser Saison angebracht.
Denn zwischen Mitte Dezember und Ende März erlitt Neuer gleich drei Muskelfaserrisse in Folge (an Wade und Oberschenkel) und fiel insgesamt 64 Tage aus, im Schnitt pro Zwangspause also rund drei Wochen.
Gegen Köln wurde er nach einer Stunde erneut wegen muskulären Problemen an der Wade ausgewechselt und muss laut Vereinsangaben "vorerst kürzertreten". Offen bleibt somit, ob Neuer bis zum DFB-Pokalfinale am Samstag gegen den VfB Stuttgart wieder fit wird.
Bayern-Boss: Keine schwerwiegende Verletzung bei Neuer
Trotzdem erklärte Bayern-Präsident Herbert Hainer am Sonntag, dass eine WM-Teilnahme nicht in Gefahr sei: "Nach allem, was ich weiß, handelt es sich um keine schwerwiegende Verletzung, sondern war eine Vorsichtsmaßnahme. Also daran wird es nicht scheitern. Aber am Ende des Tages müssen es Julian Nagelsmann und Manuel Neuer entscheiden."
Gleichwohl wäre es ein absolutes Desaster, wenn der Weltmeister von 2014 zurückkommen und dann möglicherweise sogar mitten in einem K.o.-Spiel verletzt ausgewechselt werden müsste. Nach Ansicht von Oliver Kahn gilt das genauso, wenn Neuer doch noch absagen müsste.
"Wenn Julian Nagelsmann geplant hat, ihn (Neuer) mitzunehmen und jetzt kann er nicht, weil er verletzt ist, was erzählst du jetzt dem Oliver Baumann?", sagte der frühere Nationaltorwart im "Doppelpass" und fügte süffisant hinzu:
"Den machst du jetzt stark für die WM, dass der mit Selbstvertrauen im deutschen Tor steht. Ja, viel Spaß und guten Flug."
Manuel Neuer: Rückkehr des ehemaligen Leaders sorgt für Unruhe im Team
Kahn verwies auch auf ein anderes gravierendes Problem einer Rückholaktion. "Wenn sich Julian jetzt auf einmal Gedanken macht, auf einmal schnell einen Torwarttausch vorzunehmen, dann ist das natürlich schon abenteuerlich", meinte er:
"Solch eine Entscheidung hat ja nicht nur eine Ausstrahlung auf die Torhüter, vor allem auf Baumann, sondern auch auf die Mannschaft selbst. Die wird sich die Frage stellen: Wie glaubwürdig, wie verlässlich sind denn jetzt Aussagen."
Tatsächlich hatte der Bundestrainer mehrfach öffentlich nach den März-Länderspielen erklärt, jeder kenne seine Rolle – und damals war Baumann der WM-Torwart, von Neuer war mit Verweis auf dessen DFB-Karriereende 2024 keine Rede.
Hinzu kommt, dass Neuer nur als klare Nummer eins in die Nationalelf zurückkehren wird, also die gesamte neue Hierarchie der Mannschaft nach der letzten Europameisterschaft in Frage gestellt würde.
Oliver Baumann: Fragwürdiger Umgang mit der nominellen Nummer 1
Selbst Neuer-Fürsprecher Uli Hoeneß hat nach der zu erwartenden Rolle rückwärts von Nagelsmann Mitleid mit dem bisherigen Stammkeeper: "Oliver Baumann tut mir leid", sagte er:
"Das kommt zu spät. Er ist sehr sympathisch, ein toller Mann, hat mit Hoffenheim eine große Saison gespielt. Ich hoffe, dass es nicht zu viel Unruhe bringt und die Vorbereitung stört."
Gegen Baumann spricht vor allem die fehlende Lobby und mangelnder Glamour beim selbst ernannten Dorfklub Hoffenheim. Seine Saison allerdings war mit wenigen Ausnahmen wie beim 3:3 in Stuttgart stabil bis souverän, trotz des schwachen Endspurts seines lange auf Champions-League-Kurs liegenden Teams hat er die sechstwenigsten Gegentreffer in der Liga kassiert.
Vor allem aber stand der 35-Jährige in allen WM-Qualifikationsspielen im DFB-Gehäuse und war im Gegensatz zu manchen Feldspielern eine verlässliche Größe ohne Schwächen.
Entsprechend verunsichert zeigte sich Baumann am Wochenende, als er immer wieder zu einer möglichen Rückversetzung Auskunft geben musste.
Klar ist: Die sachlich kaum begründbare Degradierung würde nur vier Wochen vor dem WM-Auftakt gegen Curacao auch in der Mannschaft für erhebliche Unruhe sorgen.
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