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Fußball-Weltmeisterschaft

WM 2026 - Thomas Müller zur Torwart-Diskussion um Neuer vs. Baumann: "Kommunikativ fragwürdig"

Aktualisiert:

von Martin Volkmar

ran Fußball

WM 2026: Neuer-Comeback fragwürdig und nachvollziehbar

Videoclip • 02:19 Min


Thomas Müller spricht im exklusiven ran-Interview über die Aussichten der DFB-Auswahl bei der WM, das Comeback von Manuel Neuer und seine eigene Zukunft.

Thomas Müller ist derzeit viel gefordert, auch wenn die Saison in der MLS pausiert.

Der Flug nach Mexiko zum WM-Eröffnungsspiel steht kurz bevor, wo der Ex-Nationalspieler sein Debüt als TV-Experte geben wird.

Vorher allerdings präsentiert der frühere Star des FC Bayern in München die Nahrungsergänzungsmarke "superum essentials", für die er als Markenbotschafter firmiert.

Im Anschluss spricht Müller mit ran über die deutschen Chancen bei der Weltmeisterschaft.

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Thomas Müller über…

... die Bedeutung der Vorbereitung für eine erfolgreiche WM:

"Ich würde sagen, diese ganzen Drumherum-Themen wie Teamquartier, das ist 'nice to have' und man versucht, Voraussetzungen zu schaffen, dass da einfach alles passt. Aber als Leistungssportler bist du es auch gewohnt, Leistung zu bringen, selbst wenn die Bedingungen nicht 100 Prozent passen. Trotzdem sind wir immer in der Lage, zu gewinnen. Es braucht nicht die perfekten Bedingungen. Aber was es natürlich braucht, ist, dass man in der Mannschaft das Gefühl hat: 'Wir sprechen eine Sprache.' Und ich habe da schon das Gefühl, dass wir in einer guten Richtung unterwegs sind.“

Müller ist sich sicher: "Du brauchst bei der WM auch das Quäntchen Glück"

... die aktuelle Verfassung der DFB-Elf:

"Es hat sich natürlich auch ein gewisses Selbstvertrauen aufgebaut, neun Siege in Folge gehen nicht spurlos an einem vorbei. Viele sagen jetzt nach dem Sieg gegen die USA, dass die Amerikaner zwei, drei große Chancen hatten. Aber das gehört ja zu so einem Fußballspiel auch dazu. Wir hatten auch noch ein, zwei Chancen mehr. Und da geht es dann auch um die Qualität, du musst halt einfach die Dinger machen. Effektivität kannst du aber nicht planen - Effektivität ist ein Zeichen von Qualität der Spieler und einfach der Tagesform."

... Glück als Faktor:

"Du brauchst auch das Quäntchen Glück. Wenn Jamal Musiala gegen Japan bei der WM 2022 nicht Pfosten und Latte trifft, sondern der Ball reingeht, sind wir eine Runde weiter und haben keine Katastrophen-Vorrunde gespielt. Und selbst 2018 war das so, obwohl wir spielerisch nicht so gut unterwegs waren und auch als Team Probleme hatten, intern so richtig diesen Zusammenschluss zu finden aus der Confed-Cup-Generation von 2017 und der WM-2014-Generation. Da kam Jule Brandt als Einwechselspieler rein und hatte zwei, drei Superaktionen, aber der Ball ging an den Pfosten."

Deutschland Weltmeister? Das sagt Müller

... das Ziel von Julian Nagelsmann, Weltmeister werden zu wollen:

"An sich ist ja der Anspruch – um Deniz Undav zu zitieren - dass du zu einer WM fährst, um jedes Spiel zu gewinnen. Das heißt aber nicht automatisch, dass er sagen würde, dass er Deutschland jetzt als Favoriten sieht – und er hat Gründe dafür. Aber trotzdem, gerade als deutsche Nationalmannschaft weißt du, dass du die Qualitäten hast, um jedes Spiel gewinnen zu können. Du bist kein Außenseiter, wir können eine große Nation schlagen. Aber es ist auch so, dass die Mannschaft und die einzelnen Spieler jetzt nicht auf diesem individuellen Top-Top-Niveau sind, dass es heißt: 'Wenn wir gegen eine große Mannschaft kommen, dann gewinnen wir vier von fünf Mal.' Sondern aktuell ist es vielleicht eher andersrum."

... seine Prognose für das deutsche Team:

"Es wäre schön, wenn wir weit kommen, aber es geht darum, die einzelnen Spiele zu bewerten und die Leistungen. Wenn ich sehe, dass wir gut spielen und dass wir, wenn wir jetzt ausscheiden sollten, einfach an dem Tag das Quäntchen Glück nicht hatten - dann waren wir trotzdem gut. Aber natürlich wird bei so einem Turnier der Erfolg auch daran gemessen, wie viele Runden darfst du dich deinen Kritikern präsentieren, also deinen Fans."

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Bild: ran


Neuer-Comeback "sportinhaltlich nachvollziehbar" für Müller

... ein mögliches frühes Ausscheiden:

"Es kann ja sein, dass wir im Achtelfinale gegen Frankreich spielen werden. Und wenn wir das ganze Jahr davon schwärmen, welch brillanter Spieler Michael Olise ist, und er dann vielleicht eine dieser magischen Aktionen gegen uns macht, aus 25 Metern das Ding in den Knick haut und wir deshalb 1:2 verlieren - soll man dann unserem Verteidiger und dem Torwart den Vorwurf machen? Nein, aber dann haben wir vielleicht trotzdem verloren. Und deswegen will ich einfach nur sehen, dass wir individuell und auch als Team versuchen, die richtigen Dinge zu machen. Wenn ich die Spieler sehe, sehe ich den Biss, sehe ich den Hunger und am Ende brauchst du auch eben das Glück, dass der Schuss von Olise dann nicht reingeht. Im WM-Finale 2014 hatte Messi die Riesenchance zur Führung und macht sie nicht. Und deshalb sitze ich als Weltmeister hier."

... das Comeback von Manuel Neuer:

"Was Manuel Neuer auszeichnet, ist einfach dieses Stellungsspiel, seine Beinarbeit und wie er sich positioniert. Gerade im Rückspiel gegen Paris hat er zwei-, dreimal super pariert. Und das zeigt schon, dass er, wenn er sich körperlich gut fühlt, aus meiner Sicht einfach die beste Figur im Tor macht. Wir reden aber über Nuancen und auch über ein Gefühl. Und deswegen brauchen wir uns gar keine Sorgen machen, denn Oli Baumann ist nicht nur von seinen Torwartfähigkeiten, sondern auch vom Kopf her so gut. Wenn Manu nicht kann, dann ist er da. Die Diskussion wurde natürlich heiß gekocht, weil sie kommunikativ fragwürdig war. Aber sportinhaltlich ist sie für mich nachvollziehbar."

Liegt Müllers Zukunft in der MLS?

... seine eigene Zukunft:

"Nächstes Jahr ist eine Zwischensaison, die wegen der Umstellung auf die europäische Saison ab 27/28 nur ein halbes Jahr geht. Das wird mir vielleicht auch von der Perspektive her besser reinpassen, als noch mal eineinhalb Jahre von jetzt an gesehen. Noch ist alles ein bisschen offen, wie eigentlich immer, weil ich bewusst kein Ausschließer bin. Wieso auch? Wenn ich mich super fühle im Herbst und es mit dem Team gut läuft, dann könnte ich mir wirklich vorstellen, den vermeintlichen Erfolg nochmal zu bestätigen und einfach diese Gruppe nicht zu verlassen.

Für diese Saison sind meine Ziele ganz klar: Ich will dieses Supporters Shield gewinnen, also die Gesamtliga, weil das für mich das Nachhaltigste ist. In den Playoffs brauchst du immer ein bisschen Glück. Den MLS-Cup haben wir letztes Jahr im Finale verloren, aber ich hoffe, dass wir diesmal noch einen draufsetzen. Darauf arbeiten wir hin und schauen mal, was es wird.“

Auch interessant: DFB-Team: Die fünf größten Fragezeichen vor der Weltmeisterschaft

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